Samstag, 23. Juni 2012

Greenisfaction. Wie ich die Bombe lieben lernte.

Seit kurzem gehe ich noch lieber ins Büro als ohnehin schon. Denn in der Tristesse meines Arbeitsweges habe ich einige Seedbombs drapiert, Kugeln aus Erde, Lehm und Blumensamen. Nun schaue ich Tag für Tag, ob sie schon gedeihen. Und während der Rest der Menschheit Pappbecher mit überteuertem Kaffee durch die Gegend schleppt, sieht man mich immer öfter mit einer Wasserflasche zum Gießen gen S-Bahn flanieren.

Ermöglicht wurde mir dieser florale Ungehorsam von Greenisfaction, dem aufstrebenden Online-Versand für Guerilla Gardening. Auf dem Gartendeck Sankt Pauli hat mich Geschäftsführerin Sarah Volk nicht nur mit Samenkugeln versorgt, ich habe auch zusehen dürfen, wie selbige gerollt und getrocknet wurden. Normalerweise geschieht das in einer Behindertenwerkstatt, was die kleinen Kugeln noch großartiger macht.

Die Seedbombs von Greenisfaction werden den vielfältigen Erfordernissen paramilitärischer Stadtbegrünung gerecht. Ich habe mich für die Variante „Bienenstaatsbankett“ entschieden, die ihrem wundervollen Namen mit einer Füllung aus bis zu 40 insektenfreundlichen Arten alle Ehre macht. Und da viele Stadtgärtner als Nutzpflanzen nur solche betrachten, die ihnen selbst nutzen, gibt es die Seebdombs auch als Gemüsemunition.

Der Sommer hat noch nicht einmal angefangen! Höchste Zeit, aufzurüsten:

Guerilla Gardening ist Handarbeit

Erdgeschoss
Fluggemüse
Greenisfaction Geschäftsführerin Sarah Volk und ihr großer Wurf

Sonntag, 17. Juni 2012

Am 20.06. im Bertha-von-Suttner-Park: Philosophischer Spaziergang.

In den vergangenen Wochen ging es beim Freundeskreis Suttnerpark vornehmlich um Agrarkultur. Jetzt geht es auch um das Philosophieren beim Spazieren. Die erste Runde läuft unter dem Thema „Arbeit und Muße“, was soviel bedeutet wie Work-Life-Balance. Dieses Modewort zitieren Menschen meines beruflichen Werdegangs des Öfteren. Und höchstwahrscheinlich wird mir die Arbeit wenig Muße lassen, gemeinsam mit dem Freundeskreis Suttnerpark darüber zu philosophieren. Was mir dann doch zu denken gibt.

Der Freundeskreis Suttnerpark lädt ein:
Philosophischer Parkspaziergang „Arbeit und Muße“.
 
  • Mittwoch, 20.06.2012
  • um 20:00 Uhr Treffen beim Hochbeet im Suttnerpark
  • ab 20:15 Uhr Spaziergang durch den Grünzug Altona
  • alle Interessierten sind willkommen
  • keine philosophische Vorbildung erforderlich
Das Hochbeet im Suttnerpark, unweit der S-Bahn Holstenstraße

Sonntag, 10. Juni 2012

Der Freundeskreis Suttnerpark gewinnt an Bekanntheit.

Für gewöhnlich gestatte ich mir die Lektüre der Hamburger Morgenpost nur, während ich bei Monsieur Alfon’s auf mein Croque warte. Dass ich am Freitagmorgen zu nachtschlafender Zeit gen Kiosk eilte, um ein Exemplar in meinen Besitz zu bringen, war der Serie auf den Seiten 14 und 15 geschuldet: „Großstadt-Oasen“.

Zwei Wochen zuvor hatte eine Mopo-Reporterin zum Fototermin gebeten, um unseren Freundeskreis Suttnerpark und den daraus hervorgegangenen Beet-Club in die Köpfe ihrer Leserschaft zu pflanzen. Diesem altruistischen Ansinnen wollten wir uns natürlich nicht in den Weg stellen und platzierten uns stattdessen in kleiner Delegation vor der Linse.

Mir persönlich bereitet das Ergebnis viel Freude. Schon die reißerische Überschrift deutet an, dass die Wurzeln unseres Gärtnerns im Widerstand gegen die Vattenfall-Trasse durch Altona gründen. In der Mopo-Diktion wird unser gärtnerisches Aufbegehren zum floralen Feldzug – und unser Hochbeet zum „Triumph der Guerilla-Gärtner“. 

Da der unterhaltsame Artikel leider nicht online verfügbar ist, kredenze ich ihn einstweilen auf dem Suttnerblog. Viel Spaß beim Lesen:

Gute Neuigkeiten in der Mopo vom 8. Juni 2012

Dienstag, 5. Juni 2012

Vattenfall – mit voller Energie gegen die BRD.

 
Vattenfall gibt Grund zur Klage

Jahr für Jahr erhöht Vattenfall seine Strompreise – stets untermalt von einem undifferenzierten Greinen über den hohen Preis der Energiewende. Allein, von einer Energiewende ist bei diesem Konzern wenig zu sehen: Als vornehmliche Reaktion auf den Atomausstieg prozessiert Vattenfall gegen die Bundesrepublik Deutschland, um Kosten in Milliardenhöhe auf die Allgemeinheit abzuwälzen.


Risiken ignorieren, Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren – so sind die Konzernlenker das süße Leben gewohnt. Als ihre Kernkraftwerke noch Gelddruckmaschinen glichen, galt die Sicherheit der Bevölkerung als reiner Kostentreiber. Nach dem Abschalten ließen sie Fässer mit Atommüll verrotten, als sei ein AKW ein Schrottplatz. Heute verklagen sie uns. Morgen schicken sie uns die Rechnung.

Diese verstrahlte Denkweise hat bei Vattenfall Tradition. Dem Atom- und Kohlestromkonzern missfällt nicht nur unser gesellschaftspolitischer Konsens zum Atomausstieg, sondern auch unser Wunsch auf den Erhalt unserer Natur: 2009 verklagte er die BRD auf 1,4 Milliarden Euro, weil ihm die Umweltauflagen für das im Bau befindliche Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg zu teuer wurden.

Wer bei Vattenfall Strom bezieht, bezahlt die Anwälte, die ihn verklagen.

Wer darauf keine Lust mehr hat, findet hier Inspiration für den Wechsel: