Mittwoch, 25. Januar 2012

Wohnen am Suttnerpark. Eine Einladung zum Mitmachen.

Electrolux ade: Bis Mitte 2013 baut die Quantum AG hier 165 Mietwohnungen
[update:] Die neueste Entwicklung zu diesem Thema: 
> SAGA-GWG und Quantum bauen am Suttnerpark

Im März 2011, lange bevor meine Nachbarschaft und ich als Freundeskreis Suttnerpark begonnen hatten, das Geschick unseres Parks in die eigenen Hände zu nehmen, präsentierte das Bezirksamt Altona den Entwurf des Bauprojekts „Wohnen am Suttnerpark“.

Der Entscheidung war ein öffentlicher Termin vorausgegangen, dessen Betitelung als „Planungswerkstatt“ nach mehr Beteiligung klingt, als geboten wurde: Die Bebauung mit Wohnungen war bereits beschlossen. Danach wurde es ruhig um das Thema. Bis vor einer Woche.

Auf dem Stadtteilforum Altona-Nord erfuhr ich durch Zufall, dass Mitte 2012 die Bauarbeiten beginnen werden. 1.700 Quadratmeter des Erdgeschosses sind bereits vermietet: Der EDEKA an der 400 Meter entfernten S-Bahn Holstenstraße bekommt einen großen Bruder.

Die Pläne des Bezirks sind dieselben geblieben, der Suttnerpark ist ein anderer geworden. Feste, Urban Gardening, Kunst, Kultur und ein regelmäßiger Treff an der Feuertonne haben gezeigt, dass an der Gestaltung des Parks ein breites Interesse besteht. Er hat nun eine Lobby, die mitreden will.

Der Neubau wird den Park verändern. Der Freundeskreis Suttnerpark ebenfalls. Und zwar bevor die Bagger rollen, denn wir wohnen schon heute am Suttnerpark. Auch 2012 wollen wir hier schamlos gärtnern, feiern und planen. Am liebsten mit euch zusammen:

Kommt in den Freundeskreis Suttnerpark!
  • Dienstag, 07.02.2012
  • ab 20:00 Uhr
  • an der Feuertonne im Suttnerpark
  • Kühlmöglichkeit für Kaltgetränke
  • gemeinsam planen wir die Parksaison 2012

Freitag, 20. Januar 2012

Interview: Alexander wechselt zu Hamburg Energie.


Hamburg wird sauberer: Die Suttnerblog Ökostrom-Offensive 2012


Viele meiner Freunde haben sich bereits für Ökostrom entschieden, laufend werden es mehr. Was ihnen bei der Wahl des Anbieters wichtig war, welche Erfahrungen sie beim Wechsel gemacht haben und wie es sich mit Ökostrom lebt, erzählen sie hier auf dem Suttnerblog in kleinen Interviews.

Vorname: Alexander
Alter: 31
Beruf: Banker
Stromanbieter alt: Vattenfall
Stromanbieter neu: Hamburg Energie
Wechsel: Februar 2012

Hi Alexander. Ab dem ersten Februar beziehst du Ökostrom. Wie kommt es dazu und für welchen Anbieter hast du dich entschieden?

(Alexander:) Ich habe vor einiger Zeit die Ankündigung der Preiserhöhung von Vattenfall im Briefkasten gehabt. Das habe ich zum Anlass genommen, mich mal im Internet über die Tarife zu informieren. Entweder ich habe die falschen Vergleichsseiten aufgerufen oder die falsch bedient. Jedenfalls habe ich kein wirklich gutes Angebot gefunden. Durch einen Kollegen wurde ich dann auf Hamburg Energie aufmerksam gemacht, deren penetrante Werbeplakate ich bislang erfolgreich ignoriert hatte.

Vattenfall Hamburg hat die Preise zum Januar 2012 um sieben Prozent erhöht. Trotzdem scheuen viele Kunden den Wechsel. Erzähl uns von deiner Erfahrung. Ist der Aufwand wirklich so groß?

(Alexander:) Es war alles total einfach! Ich musste mich nur online bei Hamburg Energie anmelden. Der Rest – inklusive Kündigung bei Vattenfall – wurde durch Hamburg Energie dann übernommen. Lediglich den Zählerstand zum Wechseldatum musste ich noch einmal ablesen.

Die Insolvenz des Energieanbieters TelDaFax hat gezeigt, dass Billigstrom für die Kunden schnell teuer werden kann. Doch auch etablierte Stromkonzerne handeln oft zum Nachteil ihrer Kunden: Vattenfall steht massiv in der Kritik der Verbraucherzentrale Hamburg, was letztes Jahr in einer Anzeige beim Bundeskartellamt gipfelte. Welche Rolle spielt für dich Vertrauen bei der Wahl des Stromversorgers? Kannst du Hamburg Energie vertrauen?

(Alexander:) Ich lege schon Wert darauf, dass ich bei einem seriösen Anbieter meinen Strom beziehe – allein schon aus Eigennutz, weil ich dann davon ausgehen kann, dass der Service auch reibungslos klappt. Da es sich um einen kommunalen Anbieter handelt, vertraue ich hier Hamburg Energie. Wenn was nicht passt, kann ich ins Kundencenter gehen, das um die Ecke von meiner Arbeit ist. Außerdem muss ich nicht Vorkasse bezahlen ;-)

Scheinbar hast du einen Stromversorger gefunden, der deinen Ansprüchen an Preis und Seriosität gerecht wird. Das Thema Ökostrom spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Hand aufs Herz: Wechselst du zurück zu Vattenfall, wenn der Preis stimmt?

(Alexander:) Ehrlicherweise bin ich kein reiner Überzeugungstäter. Klar bin ich bereit, für guten Service und Ökostrom einen kleinen Aufpreis zu zahlen. Ich denke, dass sich beim Ökostrom momentan eine Menge weiterentwickelt. Dies wird auf Dauer zu einer effizienteren Stromproduktion führen und aus meiner Sicht den Ökostrom langfristig konkurrenzfähig halten.

Du bist der erste Kunde von Hamburg Energie, der sich hier auf dem Suttnerblog zu Wort meldet. Aber ich vermute, du wirst nicht der Einzige bleiben. Vielen Dank für das Interview!

Mehr Stromwechsler auf dem Suttnerblog:
Wenn auch ihr euch für Ökostrom interessiert, findet ihr auf dem Suttnerblog einen Preisvergleich empfehlenswerter Ökostromanbieter.

Montag, 9. Januar 2012

Unterirdische Aktion der Hamburger Hochbahn.

Hamburgs Auftritt als „Umwelthauptstadt Europas 2011“ gerät immer mehr zur Farce: Um den Titel zu bekommen, wurde der Betrieb des stadteigenen U-Bahn-Netzes auf Ökostrom umgestellt. Den lieferte Deutschlands klimaschädlichster Stromversorger aus norwegischen Wasserkraftwerken, was 2011 ca. 80.000 Tonnen CO2* sparte. 2012 ist damit Schluss.

Der Verzicht auf Ökostrom entlastet die Hamburger Hochbahn angeblich um 300.000 Euro jährlich. Dieses Geld soll nun in Maßnahmen zur dauerhaften Verbrauchsreduzierung fließen. Zwar halte auch ich solche Investitionen für unabdingbar, wenn die Energiewende gelingen soll. Eine Begründung zum Verzicht auf Ökostrom sehe ich darin nicht.

Was können Einsparungen bei der Hochbahn leisten? Das Klimaschutz-Aushängeschild des Unternehmens, die Rückgewinnung von Bremsenergie, spart bis zu 472.000 kWh im Jahr und damit 265 Tonnen CO2*. Verglichen mit einem Jahresverbrauch von 150.000.000 kWh, also dem mehr als Dreihundertfachen, ist das Kosmetik.

Mir fällt nur ein Weg ein, wie die Hochbahn durch bloßes Stromsparen ihren Bezug von Kohlestrom ausgleichen kann. Und der kostet keine 300.000 Euro. Die U-Bahnen müssten im Stundentakt fahren statt alle fünf Minuten. Wäre da nicht Ökostrom, zum Beispiel vom städtischen Anbieter Hamburg Energie, praktikabler?

Auf der Website der Hochbahn heißt es: Die Weichen stehen auf Klimaschutz. Wer das jetzt noch behauptet, ist weich in der Birne.

*Laut Umweltbundesamt verursachte Strom aus dem deutschen Energiemix 2010 563 g CO2/kWh

Freitag, 6. Januar 2012

Ökostrom Preisübersicht 2012.

[update:] Hier geht’s zur Ökostrom Preisübersicht 2014.

Die Gelegenheit zum Wechsel ist günstig: Vattenfall hat den Preis für die Grundversorgung dermaßen dreist erhöht, dass ihr mit empfehlenswertem Ökostrom sogar Geld sparen könnt! Was verstehe ich unter empfehlenswert?
  1. Unabhängigkeit von Atom- und Kohlestromkonzernen wie Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW
  2. Strom aus mindestens 50 % erneuerbaren Quellen und maximal 50 % Kraftwärmekopplung
  3. Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland
Im Folgenden findet ihr einen Preisvergleich zwischen Vattenfall Hamburg und empfehlenswerten Ökostromanbietern.


Grundgebühr/MonatCent/kWhPreisgarantie bis
Vattenfall (Basis)*6,10 €23,92---
EWS6,90 €23,9031.12.2012
Greenpeace Energy8,90 €24,8031.12.2012
Hamburg Energie**6,19 € 24,50
31.12.2012
LichtBlick8,95 €24,19---
Naturstrom7,95 €23,4031.12.2012
NaturWatt*
8,25 €22,8012 Monate ab Lieferbeginn

Wenn ihr euren Stromverbrauch nicht kennt, hier eine Orientierungshilfe:


2.000 kWh/Jahr
(1 Person***)
3.500 kWh/Jahr
(2 Personen***)
5.000 kWh/Jahr
(4 Personen***)
Vattenfall (Basis)*551,00 €910,00 €1.269,00 €
EWS560,80 €919,30 €1.277,80 €
Greenpeace Energy602,80 €974,80 €1.346,80 €
Hamburg Energie**564,28 €931,78 €1.299,28 €
LichtBlick591,20 €954,05 €1.316,90 €
Naturstrom563,40 €914,40 €1.265,40 €
NaturWatt*555,00 €897,00 €1.239,00 €
*Preisregion Hamburg ** Preisregion Hamburg, Tarif „Horizont“
***ungefähre Richtwerte laut de.wikipedia.org

Kurzportraits von EWS, Greenpeace Energy, LichtBlick und Naturstrom findet ihr hier. Mehr über NaturWatt erfahrt ihr in meinem Interview.

Alle Angaben sind ohne Gewähr. Stand der Preisübersicht: April 2012.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Bis hierher und noch weiter: Jahresrückblick 2011.

Der Januar.
Eine Umwelthauptstadt raucht ab
Ab dem ersten Januar nennt sich Hamburg ein Jahr lang „Umwelthauptstadt Europas“, ich nenne einen mit 180 Löchern versehenen Tonquader auf meinem Balkon mein „Bienenhotel“. Beide Projekte scheitern. Im Gegensatz zum Hamburger Senat blamiere ich mich nur vor wählerischen Wildbienen – und kann mein Glück 2012 erneut versuchen.

Der Februar.
Krisensichere Kuhanlage
Im Februar streiche ich die erste Dividende meiner Kuhaktie ein: 10,22 Euro auf dem Papier, eine fette Käserendite im Kühlschrank. Während ich mich am Lab meiner Herde labe, droht vor der Haustür neues Ungemach: Genau ein Jahr, nachdem das Oberverwaltungsgericht die Genehmigung für die Moorburg-Trasse einkassiert hat, stellt Vattenfall einen neuen Antrag.

Der März.
Tag der geschlossenen Tür bei Vattenfall
Die Katastrophe in Japan macht sprachlos. Grund genug, laut zu werden. Bei der größten deutschen Anti-Atom-Demonstration gehen 250.000 Menschen auf die Straße, 50.000 davon in Hamburg, einer davon ich. Ein Polizeiaufgebot in Kampfmontur schützt derweil das Hamburger Kundenzentrum von Vattenfall. Bis heute frage ich mich, ob man mit Kundennummer hätte passieren können.

Der April.
Es geht auch ohne Kohle von Vattenfall
Engagierte Menschen entreißen Vattenfall die gesellschaftliche Legitimation als Mäzen der Vattenfall Lesetage: An 40 Orten in Hamburg heißt es erstmals „Lesetage selber machen – Vattenfall tschüss sagen!“. Das vattenfall-kritische Lesefestival ist ein voller Erfolg und geht vom 18. bis 27. April 2012 ins zweite Kapitel. Wer jetzt noch für Vattenfall liest, zeigt Leseschwäche!

Der Mai.
Der erste Nachbarschaftstreff im Suttnerpark
Auf meiner ersten 1. Mai Demonstration schließe ich mich Forderungen wie „Grrr!“ oder „Grundlos Geld“ gerne an. Vielleicht ist es der Euphorie dieses Tages geschuldet, dass ich den Suttnerblog kurz darauf bei Herrn Zuckerberg anmelde. Doch nicht nur meine digitale Sozialisation schreitet voran: Gemeinsam mit „Moorburgtrasse stoppen!“ veranstalte ich den ersten Nachbarschaftstreff im Suttnerpark.

Der Juni.
Park mit Potential: Der zweite Nachbarschaftstreff
Mit lauter Musik feiert die politische Parade „Vattenfall wegbassen“ durch den Suttnerpark. Meine akribisch einstudierte Rede bleibe ich Publikum und Nachwelt schuldig, an der Frischluft finde ich gefallen. Ein zweiter Nachbarschaftstreff im Park ist die Folge. Wenig später pflanzen sich dort private Pflanzen in öffentliche Erde. Dem Suttnerpark blüht Unterstützung!

Der Juli.
Blumen statt Baustelle: Wir pflanzen uns in den Park!
Jetzt gibt es kein Halten mehr. Unter dem Motto „Blumen statt Baustelle“ feiern meine erweiterte Nachbarschaft und ich ein großes Parkfest. Zahlreiche florale Mitbringsel werden von juvenilen Kleingärtnern in die Erde entlassen, neue Kontakte geknüpft. Dieses  Miteinander ist ansteckend: Ein altes Ölfass wird zur Feuertonne und wärmt ab Ende des Monats einen dienstäglichen Nachbarschaftstreff im Park.

Der August.
Es geht nichts über einen guten Tropfen an der Feuertonne
Aus der Anonymität des Internets zieht es mich vermehrt in die Realität. Und die ist gar nicht so übel, wie ich sie mir immer vorgestellt hatte. Im Zentrum meiner außerhäuslichen Aktivität steht die Feuertonne im Suttnerpark. Bei schönstem Sommerregen gedeihen hier neue Bekanntschaften, neue Sichtweisen und neue Ideen für gemeinsame Aktionen.

Der September.
Blumen statt Baustelle 2: Urbanes Gärtnern im Suttnerpark
Ein Urwald aus Unkraut verliert seinen Grund. Grund dafür ist die wachsende Freude der Nachbarschaft am Urban Gardening; ein Beet entsteht. Die Entdeckung des Suttnerparks gipfelt im großartigen Parkfest „Blumen statt Baustelle 2“. Was als Protest begonnen hatte, ist nun ein Prost. In der Holstenstraße sorgt unterdessen ein elf Meter langes Transparent dafür, dass die Verunglimpfung von Vattenfall nicht zu kurz kommt.

Der Oktober.
Widerstand to go: die mobile Sprühschablone
Eine mobile Sprühschablone für Banner macht es möglich: Entlang der geplanten Moorburg-Trasse sehen immer mehr Menschen rot und zeigen Flagge gegen Vattenfall. Im Suttnerpark ist aus dem Dagegen längst eine Dafür geworden, als Freundeskreis Suttnerpark bekommt das vielfältige Engagement für den Park endlich einen adäquaten Namen und ein schmuckes Logo.

Der November.
Kunst und Kultur rücken den Suttnerpark in ein neues Licht
Die Blätter fallen, der Suttnerpark blüht auf. Bei einer Kunstinstallation mit Leuchtobjekten werden Bäume zur Galerie. Beim Hamburger Lesemarathon werden Parkbänke zur Bühne. Der Vortrag „Urbane Permakultur“ gibt gärtnerische Impulse fürs Frühjahr. Der Monat endet mit einem Paukenschlag: Senat und Vattenfall tragen die Moorburg-Trasse zu Grabe – beantragt und genehmigt werden soll sie trotzdem.

Der Dezember.
Hier geht die Nachbarschaft ins Netz
Der Suttnerblog schlummert in friedlichem Winterschlaf, die Nachbarschaftsplattform niriu erwacht aus ihrer Betaphase. Mit neuen Funktionen wie zum Beispiel den Events ist niriu endlich auch für den Freundeskreis Suttnerpark interessant, was ich auf der Launchparty mit einigen Bieren begieße. Weihnachten kann niriu leider nicht verhindern.