Dienstag, 31. Mai 2011

Das Clean Ocean Projekt. Die helfende Hand der Strände seit 2002.

> Click here for the English version

„Oceans, rivers, lakes and streams
Have all been touched by man
The poison floating out to sea
Now threatens life on land“
(The Beach Boys)


1971 beschworen die Beach Boys auf ihrer LP „Surf’s up“ die Rettung der Meere. 31 Jahre später gründete der Local Wim Geirnaert auf Fuerteventura das Clean Ocean Project. Ein Interview.

Hi Wim! Mein Stereotyp eines Surfers ist ein braungebrannter Bursche mit hellem Haar und Haifischzahnkette um den Hals. Ein Kerl, der lieber auf Sand schläft als auf Satin. Dein Clean Ocean Project organisiert Aufräumaktionen an den Stränden von Fuerteventura, von denen einige eher an Müllhalden erinnern. Wo ist die Liebe der Surfer zur Natur geblieben?

(Wim:) Über die Haifischzähne kann ich Dir nichts sagen. Aber sonnengebräunte Haut und blonde Haare, das macht die Sonne, das Salz und natürlich das Meer. Allerdings nicht überall, frag mal die Jungs in Schottland oder Irland. Dort findest Du keinen hochglanzpolierten, braungebrannten Surfer Lifestyle. Keine Ahnung, ob Surfer die Natur mehr achten und schützen als Andere. Ich denke, die verhalten sich manchmal genau so gedankenlos wie alle anderen. Aber einige sind wirklich besorgt und wollen etwas ändern. Das Clean Ocean Project wurde ja von Surfern ins Leben gerufen. 2002 haben wir angefangen mit dem ersten „Beach cleaning“, denn die Strände auf Fuerteventura sahen wirklich aus wie Müllkippen. Insbesondere die Strände am North Shore waren in einem erbärmlichen Zustand. Und keinen hat es interessiert. Also habe ich sonntags Freunde zusammen getrommelt und gemeinsam haben wir unsere „Spielplätze“ gereinigt. Immerhin waren sie so eine Weile sauber, aber vor allem haben wir der lokalen Regierung gezeigt, dass es sehr wohl Menschen gibt, die sich um die Natur sorgen.

Und wie ging es weiter mit dem Clean Ocean Project? Was waren für Dich die größten Hürden, was die größten Erfolge?

(Wim:) Unser größter Erfolg sind die sauberen Strände auf Fuerteventura und Lanzarote. Schließlich hat hier alles begonnen, hier konnten wir über die Jahre am meisten bewegen, von Strandsäuberungen bis hin zu verschiedensten Aktionen. Wir haben zum Beispiel darauf aufmerksam gemacht, dass unzählige Zigarettenstummel achtlos am Strand weggeschmissen werden. Oder wir haben darauf hingewiesen, dass Plastiktüten ein großes Problem darstellen. Die Meere sind voll davon. Wohl die größte Herausforderung für die Zukunft. Über die Jahre wurden die Strände nach und nach sauberer, auch weil die lokale Regierung sich nun kümmert. Und auch weil immer mehr Menschen begreifen, wie wichtig und unersetzlich die Natur ist. Gerade auf einer Insel. Schritt für Schritt konnten wir so etwas vorantreiben, aber es ist noch ein langer Weg.

Mal abgesehen von großen, schweren LKW-Reifen und Tonnen von Müll haben wir bisher keine wirklichen Hürden aus dem Weg schaffen müssen. Um ehrlich zu sein ist es die größte Herausforderung, seine Ideen in die Tat umzusetzen und neue Aktionen zu starten. Ohne die Hilfe von Freunden könnten wir das nicht schaffen. Und wie Du dir vorstellen kannst, braucht das Clean Ocean Project Geld, um weiter arbeiten zu können. Genau wie jede andere Unternehmung. Aber wie gesagt, Schritt für Schritt. Und ich denke auch, dass dieses Tempo richtig ist, nachhaltig wirkt. Die Unterstützung unserer Freunde und die positive Resonanz sind sehr wichtig. Sie halten uns bei Laune. Es fühlt sich einfach gut an für mich.

Vor kurzem hast Du das GREEN LABEL entwickelt. Das Clean Ocean Project zeichnet damit Unternehmen wie zum Beispiel Surfschulen aus, die ihren Einfluss auf die Umwelt minimieren. Wie wurde es bisher angenommen und welche Regeln setzt Du bei der Vergabe?

(Wim:) Wir – das ist mein Freund Jo Grimm, der von Anfang beim Clean Ocean Project dabei ist, und ich – haben nach Wegen gesucht, damit Leute aktiv werden und etwas machen. So entstand das GREEN LABEL, das insbesondere für Surfschulen und Unternehmen, die mit dem Meer im weitesten Sinne zu tun haben, interessant ist. Die Resonanz ist prima. Das OTRO MODO SURFCAMP auf Fuerteventura veranstaltet Strandsäuberungen und schult seine Gäste im Umgang mit der maritimen Umwelt. Der belgische Reiseveranstalter XBOARDS hat seinen Gästen angeboten, einen Teil der Reisekosten an Umweltorganisationen zu spenden. Und das Clean Ocean Project bekommt nun etwas Geld. Klasse! Diese beiden Firmen haben sich das GREEN LABEL 2011 verdient. Und es sind noch andere dazu gekommen.

Die Vergabe möchten wir möglichst ohne viele Regeln entscheiden. Ein Unternehmen, das etwas ändern will, das unsere Idee teilt und verantwortlich mit Ressourcen umgeht, kann sich einfach bei uns melden. Wir werden uns dann austauschen und entscheiden, ob es ein GREEN LABEL verdient hat. Wir möchten sowohl kleine Initiativen wie auch größere Unternehmen erreichen. Es geht nicht nur darum, seinen Bulli auf elektrischen Antrieb umzurüsten. Es geht um ganz einfache Dinge wie dass man seinen Müll nicht am Strand liegen lässt und dass man keine Plastiktüten mehr benutzt. Also darum, die Sachen selbst in die Hand zu nehmen. Warum nicht zum Beispiel mit seinen Freunden ein „Beach cleaning“ am Lieblingsstrand organisieren? Auf unserer Webseite cleanoceanproject.org zeigen wir unter dem Feature „Clean your beloved Beach“ in drei einfachen Schritten, wie man es machen kann. Und schon kann es losgehen.

Stichwort Website. Du bestreibst dort auch einen kleinen COP-Online-Shop. Die Klamotten sind aus organischer Baumwolle und sind mit dem Label „Fair Trade“ ausgezeichnet. Ist da auch was für eine Landratte wie mich dabei?

(Wim:) Ja, wir verkaufen dort nur Klamotten, die aus organischer Baumwolle gemacht sind. Das sind unsere „Botschafter“. Durch den Verkauf können wir weiter machen. Ganz einfach. Und das Beste, Du brauchst für eine Bestellung nicht das goldene Seepferdchen vorzeigen. Wenn dir die Natur, der blaue Ozean am Herzen liegt, dann wird dir das T-Shirt gut stehen.

Wim, vielen Dank für deine Zeit und die fantastischen Fotos und viel Erfolg in der Zukunft!


Sky of blue | and sea of green | but the beach | is not so clean

Surfin' Safari mit Vierradantrieb

Who’s down with C.O.P.? Every last homie!

The Clean Ocean Project. Giving beaches a helping hand since 2002.

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„Oceans, rivers, lakes and streams
Have all been touched by man
The poison floating out to sea
Now threatens life on land“
(The Beach Boys)


In 1971 the Beach Boys sang about saving the oceans on their LP “Surf’s up”. 31 years later local Wim Geirnaert founded the Clean Ocean Project on Fuerteventura. An interview.


Hi Wim! My stereotype of a surfer is a tanned guy with blond hair and a shark tooth necklace, a guy that chooses a beach over a bed. Your Clean Ocean Project organizes cleanings on the shores of Fuerteventura. Some of them bear more resemblance to dustbins than to beaches. What happened to surfers’ love for nature?


(Wim:) I didn’t know about the shark tooth, but tanned and blond is just because of the combination of salt, sun and sea. But hey, ask the guys surfing in Scotland or Ireland, there is no glossy, tanned magazine surf life. And I do not know whether surfers in general are more in love with nature, taking more care of it. I think they behave sometimes thoughtless like others, but also some surfers really stand out and do care about their environment, starting with organizations like ours. The Clean Ocean Project is a surfer’s initiative that started back in 2002 because our local beaches, our playground, looked like a dump and nobody would do something about it. So I started to organize beach cleanings on Sundays to see it at least a while clean and to show the local government that the people do care about the environment. Especially those not so frequently visited beaches and reefs were in a poor condition.


Please tell us more about the Clean Ocean Project. What obstacles did you encounter, what were your biggest achievements?


(Wim:) Our biggest achievement is cleaner beaches on the islands of Fuerteventura and Lanzarote. This is where it all started and where we are the most active with all kind of events. From beach cleanings, environmental campaigns for e.g. making aware of the amount of cigarette butts being thrown on the beaches. And to indicate that the use of plastic bags is a huge problem. The ocean is full of plastic. It is the biggest challenge for the future. Step by step the beaches are much cleaner now, because the local government is looking after it and the people understand how important the environment is, what a wealth it is, especially on an island. Over the years the Clean Ocean Project has pushed little by little, but of course there is still a long way to go.

We haven’t encountered any big obstacles, except from heavy stuff like huge tires and tons of litter we removed from the beaches. To be honest, the biggest adventure is to put our ideas into action, to start new projects. There is a bunch of friends and people supporting us, without them we could not do anything. But as you can imagine, at a certain point the Clean Ocean Project depends on money as any other venture. So, little by little we keep on working. And in a way I think growing slow is a sustainable tempo. And the positive response, the support from all kinds of people is what keeps me going. It just feels good to me.


Recently you developed the GREEN LABEL – a badge given to surf schools that minimize their impact on the environment. What was the response like so far and what exactly are the rules that must be obtained?


(Wim:) We – that are my friend Jo Grimm - who is part of the Clean Ocean Project since the beginning - and myself – try to find ways to motivate people to take action into their own hands. So we came up with the GREEN LABEL, which is mainly for surf schools and other ocean related companies. So far we have got good response, like the German owned surf business OTRO MODO SURF SHOOL AND CAMP on Fuerteventura, who started to organize beach cleanings and environment lessons at their camp. Or the Belgian based travel agency XBOARDS, who let their clients choose to donate some of their travel money to organizations like the Clean Ocean Project. For 2011 they send us a part of their donation for our project. There is now a small list of companies we awarded with the
GREEN LABEL for 2011.

We didn’t want to make it to ‘ruly’ so any business who is interested, who shares our idea of changing our attitude regarding the use of resources, can get in touch with us. We will then have a look at each one of them and decide to give it or not. This way we can reach small initiatives but also bigger ones. It
s not only about changing your camper van into an electric one, but it is about taking action into your own hands by removing litter from beaches where you work or to reduce the use of plastic. On the other hand we invite people to organize their own beach cleaning with our feature “Clean your beloved Beach on our website cleanoceanproject.org, an easy 3-step way to organize a beach cleaning with your friends on your local beach.

Speaking of your website, you have a little COP-online-shop that offers clothes in ‘organic’ and ‘fair trade’ quality. Are they good to wear for guys like me who can barely swim?


(Wim:) We have some quality organic materials with a clear message, which helps us finance our project and to spread our idea. To order a t-shirt you don’t have to show your swim license. If you love nature and the blue ocean, these t-shirts will fit you perfectly!


Wim, thanks for your time and the fantastic pictures and good luck with your future projects!


Sky of blue | and sea of green | but the beach | is not so clean

Surfin' Safari with 4WD

Who’s down with C.O.P.? Every last homie!

Kampagnen-Check: Waldwerbung im Wettbewerb.

Mit ausufernder Berichterstattung über den drohenden Kahlschlag im Suttnerpark konnte mein Blog seinem Namen endlich wieder Rechnung tragen. Nun bewegt das Thema die Welt: Die von Vattenfall geplanten Baumschändungen vor Augen, haben die Vereinten Nationen das Jahr 2011 zum Jahr der Wälder erkoren.

Aus diesem Anlass werfen zwei Institutionen mein schwer verdientes Geld aus dem Fenster, das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie der WWF. Das führt zur spannenden Frage, wer effektiver wirtschaftet – der Bund mit meinen Steuern oder der WWF mit meinen Spenden. Ein Kampagnen-Check.


Die Kampagne „Waldkulturerbe“ vom Bund.


Hilfe! Wer hat die Messlatte vergraben?

Trocken wie Birkenborke kommt die Online-Kampagne Waldkulturerbe des Bundes daher. Die Internetsite gleicht einer staubigen Textwüste. Außer einem Memory-Spiel (WTF!) erinnert nichts daran, dass wir uns im Internet befinden. Das den Inhalten angemessene Medium wäre eine Broschüre aus Recyclingpapier gewesen. Das mag auch der Grund sein, weswegen auf Sharing-Funktionen komplett verzichtet wurde.

Fazit: Für das Geld hätte man besser Bäume gepflanzt.


Die Kampagne „Waldmeister 2011“ vom WWF.


Solide Arbeit nach Schema WWF

Der WWF spielt seine Online-Erfahrung voll aus und zeigt, dass ihm neben den Wäldern auch der Erfolg seiner Arbeit am Herzen liegt. Wer den Kalauer Waldmeister 2011 und die hölzerne Schauspielkunst prominenter Paten verwunden hat, findet sofort konkrete Tipps, wie unser Freund der Baum mit Kaffe und Klopapier zu retten ist. Ach ja! Logischerweise kann man sich auf Facebook mit einer digitalen Baumkrone selbst zum Waldmeister adeln.


Fazit: Über 10.000 Menschen gefällt das. Das gefällt mir.

Dienstag, 24. Mai 2011

Der Suttnerpark geht an die Öffentlichkeit.

Der Bertha-von-Suttner-Park ist weder von Mutter Natur geküsst, noch ein Meisterwerk deutscher Gartenkunst. Laut einem offiziellen Dokument von Vattenfall ist er bloß ein „inoffizielles Urinal“.
(Quelle: Faunistische Potenzialabschätzung)

Dass der Suttnerpark in der Nachbarschaft mehr Sympathien genießt, als uns Deutschlands offizieller Klimakiller Nummer 1 einflüstern will, zeigte sich am Sonntag bei einem inoffiziellen Parkfest.


Schnell entstanden hier ganz eigene Pläne für die zukünftige Nutzung und Gestaltung des Parks und eine inoffizielle Sonnenblumenpflanzung wurde mit einer Gießkanne und einer Flasche Sekt begossen.


Jetzt ist es offiziell: Die Suttnerparksaison hat begonnen. Fortsetzung folgt!

Am Kuchenbuffet zeichnete sich ein klarer Trend in Richtung Rhabarber ab

Park mit Potential oder bald baumlos?

Mit Tinte gegen die Trasse; > zu den Vorlagen für Einwendungen

Der Anlass der Aktion wurde Transparent gemacht

Endlich: der Autor zeigt Profil

Montag, 23. Mai 2011

Quo vadis, Suttnerpark?

[update:] Die neueste Entwicklung zu diesem Thema: 
> SAGA-GWG und Quantum bauen am Suttnerpark

Gegen Ende des Jahres soll das Electrolux-Gebäude zwischen Max-Brauer-Allee und Bertha-von-Suttner-Park einem noblen Neubau weichen. Dafür muss auch ein Teil des Parks weg, mitsamt Bepflanzung.

Zufällig hegt ein stadtbekannter Energiekonzern Ambitionen, den Park für die Moorburgtrasse umzugestalten. Gemeinsam mit dem Investor, der den Neubau verantwortet, wird Vattenfall – potentieller Zerstörer des Parks – sich als Retter desselben zu inszenieren suchen.


Um zu veranschaulichen, über welche Fläche sich der Suttnerpark nach der Bebauung erstrecken wird, habe ich den Grundriss der Architekten über ein Luftbild von Google-Maps gelegt:

Bauprojekt „Wohnen am Rest des Suttnerparks“ (geplanter Grundriss in Orange)

Freitag, 20. Mai 2011

Schweinerei bei den Pommes.

Recht gerne lasse ich mir mittags frittierte Kartoffelspelzen Bei Annette schmecken. Denn seit ich mich vegetarisch ernähre, bin ich dort nicht mehr „Die Currywurst“, sondern immer „Die große Pommes Mayo“.

Obacht ist geboten, möchte man solch goldige Fettstäbchen auch in der Intimität der eigenen vier Wände genießen. Viele Hersteller frittieren ihre Fritten in Palmöl, was Regenwald und Gesundheit abträglich ist.

Besonders dreist gehen dabei REWE und Aviko vor. Für die Marena Pommes Frites bzw. Ofenfrites versprechen sie 100 % Sonnenblumenöl, verwenden aber bis zu 35 % Palmöl. Das ist kein Greenwashing. Das ist Betrug.

Gerade bei REWE, wo man sich das Wort Nachhaltigkeit quasi an die Ladentür genagelt hat, stößt mir derlei Unfug übel auf. Und da ich mich generell ungern anlügen lasse, habe ich meinem Unmut per E-Mail Luft gemacht:

> zur Protestaktion von Rettet den Regenwald

So. Jetzt gehe ich zu Annette. Und hoffe inständig, dass mir die grundlos Gute wegen meines Verzichts auf tote Schweine keinen Regenwald serviert.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Suttnerpark bleibt: Party am Sonntag den 22.05.

Noch laden die alten Ahorne zumindest das Auge zum Verweilen ein

Wer in der direkten Nachbarschaft des Suttnerparks wohnt, der weiß: Eigentlich ist dort immer Party. Leider neigen die alkoholisierten Dauergäste zu Aggression. Man ist wenig geneigt, sich dazu zu gesellen.

Am Sonntagnachmittag steigt im Suttnerpark endlich mal ein Fest für alle, denn die Initiative „Moorburtrasse stoppen!“ lädt zu Kaffee und Kuchen. Anlass sind Vattenfalls erneute Pläne, in Hamburg hunderte Bäume zu fällen.

Ich freue mich darauf, am Sonntag viele Menschen aus dem Viertel kennenzulernen. Zu beratschlagen, wie die Bäume gerettet werden können. Und gemeinsam einen Suttnerpark zu etablieren, von dem jeder etwas hat.


Party zur Rettung des Suttnerparks

  • Sonntag, 22.05.2011 im Bertha-von-Suttner-Park
  • Beginn: 15:00 Uhr
  • Kaffee, Kuchen, Kennenlernen
  • Informationen rund um die Moorburgtrasse
  • Organisation von Einwendungen gegen die Trasse
[update:]
> Hier findet ihr die Bilder vom Fest im Suttnerpark

Montag, 16. Mai 2011

Nachwuchs im Suttnerpark.

Das wäre der perfekte Aufmacher für meinen 333sten Blog-Post gewesen: Nach dem 2010 gescheiterten ersten Versuch hat Vattenfall erneut beantragt, für die als „Moorburgtrasse“ berüchtigte Fernwärmeleitung 333 Bäume im Stadtgebiet fällen zu dürfen.

29 davon stehen im Bertha-von-Suttner-Park vor meiner Haustür. Präzise formuliert: 29 und ein Bäumchen. Denn am vergangenen Freitag haben Aktivisten von Robin Wood und der Bürgerinitiative „Moorburgtrasse stoppen!“ im Suttnerpark einen Ahorn gepflanzt.


Der minderjährige Sprössling entstammt der Lausitz, wo Vattenfall mit der 380 Hektar großen Lakomaer Teichlandschaft den Lebensraum von über 170 bedrohten Tier- und Pflanzenarten zerstört hat und nun eine Anlage zur CO2-Verpressung betreibt.


Zugegeben: Wenn die Sägen anrücken, kette ich mich vermutlich besser an ein adoleszenteres Gewächs. Aber trotz seiner überschaubaren Größe setzt der kleine Ahorn ein klares Zeichen dafür, dass der Widerstand gegen Vattenfalls zerstörerisches Geschäftsgebaren wächst. Langsam, aber sicher.


> Aktuelle Informationen zum Erheben von Einwendungen gegen die Trasse

Eine Rampensau ist er nicht gerade, dieser Ahorn (Foto: Moorburgtrasse stoppen! und Robin Wood)

Zwischenbilanz im Suttnerpark: Null Bäume gefällt, einer gepflanzt

Samstag, 14. Mai 2011

Vattenfall – Kerngeschäft Klimawandel.

(Grafik: www.polyp.org.uk)

Mit dem Aus für die dauerdefekten Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel wird die nukleare Bedrohung durch den Chaos-Konzern Vattenfall erfreulich sinken. Den Schweden bleibt nur mehr eine Beteiligung am AKW Brokdorf in Schleswig-Holstein.

Betrüblich stimmt mich indes, wie der Konzern künftig seine Millionen zu verdienen gedenkt. Nach dem Ende der Kernenergie konzentriert man sich wieder aufs Kerngeschäft: schmutzigen Kohlestrom.

Vor den Toren der Umwelthauptstadt 2011 wächst ein Kohlekraftwerk in den blauen Himmel, das selbigen ab 2012 mit jährlich 8,5 Millionen Tonnen klima- und gesundheitsschädlichen CO2-Emissionen trüben soll.

Um diese Menge CO2 dauerhaft zu binden, müsste Vattenfall rund 650 Millionen Bäume pflanzen. Aber die Schweden machen es umgekehrt: Um ihre CO2-Billanz zu verbessern, fällen sie ein paar hundert Bäume.

Denn Altonas Parks sollen einer Schneise der Zerstörung weichen, geschlagen für die „Moorburgtrasse“, mit der Vattenfall 180.000 Wohnungen für Jahrzehnte an Fernwärme aus schmutzigem Kohlestrom zu binden sucht.

2009 stammten nur 1,2 Prozent des von Vattenfall erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Statt hier nachzubessern, kompensiert das Unternehmen den Wegfall seiner gemeingefährlichen Atomkraftwerke mit Kohlekraftwerken.

Grün ist und bleibt Vattenfall nur in der Werbung. In Wirklichkeit baut Deutschlands Klimakiller Nr. 1 seine Position aus. Mein Tipp: Wechselt den Anbieter und zieht diesem Drecksladen endgültig den Stecker!

Dienstag, 10. Mai 2011

Interview: Julia wechselt zu Naturstrom.


Tschüss Vattenfall: Die Suttnerblog Ökostrom-Offensive geht weiter


Viele meiner Freunde haben sich 2010 für Ökostrom entschieden und auch 2011 werden es immer mehr. Was ihnen bei der Wahl des Anbieters wichtig war, welche Erfahrungen sie beim Wechsel gemacht haben und wie es sich mit Ökostrom lebt, erzählen sie hier auf dem Suttnerblog in kleinen Interviews.

Vorname: Julia
Alter: 27
Beruf: Werbetexterin
Stromanbieter alt: Vattenfall
Stromanbieter neu: Naturstrom
Wechsel: März 2011


Hallo Julia! Beim Umzug in deine neue Wohnung hast du den Stromanbieter gewechselt. Warum hast du dich für Ökostrom entschieden?

(Julia:) Hi Ben! Nachdem ich bereits aus Umweltschutzgründen vor einem knappen Jahr Vegetarierin geworden bin, versuche ich nach und nach verschiedene Bereiche meines Lebens grüner zu gestalten. Ein Wechsel zu Ökostrom war da nur die logische Konsequenz.


Inzwischen verkauft jeder Ökostrom, sogar Atom- und Kohlestromkonzerne wie Vattenfall. Die große Auswahl macht die Entscheidung nicht leichter. Welcher Anbieter hat dich überzeugt und warum?

(Julia:) Mir war wichtig, dass ich echten Ökostrom beziehe. Greenwashing liegt ja gerade im Trend, vor allem nach den jüngsten Ereignissen in Japan.
Meine Wahl fiel auf Naturstrom, nachdem ich den Ökostrom-Preisvergleich hier auf dem Blog studiert und mir die Webseite von Naturstrom angesehen hatte: Strom aus zu 100 % erneuerbaren Energien, der zudem noch verhältnismäßig günstig ist.

Viele Menschen denken, die Wahl des Stromversorgers sei allein Sache des Vermieters. Wie ging dein Wechsel vonstatten, gab es Probleme?


(Julia:) Der Wechsel war wirklich kinderleicht: Ich habe mich von einer Bekannten werben lassen, bekam dann die Anmeldeunterlagen per Post und musste lediglich eine Postkarte mit einigen wenigen Angaben wie Zählernummer an Naturstrom zurückschicken. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich dann auch schon die Bestätigung meines Vertrags im Briefkasten.

Ein häufiges Argument gegen Ökostrom ist, dass er zu teuer sei. Hand aufs Herz. Kanntest du vor dem Wechsel deine monatlichen Stromkosten?

(Julia:) Ich gehöre zu den Menschen, die man mit Verwaltungskram und Zahlen jagen kann. Meine Stromkosten waren bislang Teil meiner Untermiete, die ich an meine letzte Mitbewohnerin gezahlt habe. Ich wusste, dass ich sie zahle, habe mich aber ehrlich gesagt nicht mit der tatsächlichen Kostenhöhe auseinandergesetzt. Dabei lohnt es sich, die eigene Bequemlichkeit bei solchen Themen zu überwinden – denn der einmalige Aufwand macht auf lange Sicht einen großen Unterschied.

Toll, dass du Vattenfall den Stecker gezogen hast und vielen Dank für das Interview!

Mehr Stromwechsler auf dem Suttnerblog:

Wenn auch ihr euch für Ökostrom interessiert, findet ihr auf dem Suttnerblog einen Preisvergleich empfehlenswerter Ökostromanbieter.

Aus Gründen auf Facebook: Der Suttnerblog.

Zur Feier meines 333sten Beitrags habe ich Neuigkeiten: Ab sofort findet ihr den Suttnerblog auch auf Facebook. Ich liebe die Beatles, dennoch werden sie mir dort nicht gefallen. Ein Frutarier-Forum gefiele mir im echten Leben kein Stück, aber möglicherweise bei Facebook. Und Details aus meinem freudlosen Alltag serviere ich – wie gewohnt – auch in Mark Zuckerbergs Blauem Salon höchstens zwischen den Zeilen.

Soweit die Theorie. Ab in die Praxis: http://www.facebook.com/Suttnerblog

[update:] Huch! Benjamin Bruno gefällt das.

Donnerstag, 5. Mai 2011

„Entschuldigung, Sie haben nicht zufällig eine Eismaschine?“

Gelegentlich fragen mich Freunde: „Ben! Welche Eismaschine/Federboa/Heckenschere/Luftmatratze/Schaumkanone/Trockenhaube/Zeltausrüstung ist am umweltfreundlichsten?“ Ich antworte dann: „Die, die gar nicht erst hergestellt wurde.“

Ich schätze mal konservativ, dass jeder bei uns im Haus pro Jahr drei Löcher bohrt. Trotzdem liegt bei jedem zweiten ein Bohrhammer im Keller. Das ist schön für Herrn Bosch, aber blöd für die Umwelt. Und für die Haushaltskasse.

Abhilfe schafft die Online-Plattform niriu. Denn mit niriu werden sogar völlig fremde Menschen zu Nachbarn, die einem ihre Bohrmaschine leihen, denen man seinen alten Smoking schenkt oder mit denen man Völkerball spielt.

niriu startet Ende Mai zunächst für die Hamburger Stadtteile Altona-Nord, St. Pauli, Eimsbüttel und Barmbek. Meldet euch auf niriu.com an, um von Anfang an dabei zu sein. Wenn ihr niriu vorab testen wollt, schreibt eine E-Mail an Team[at]niriu.com

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Und wieder wird die Welt ein Stückchen einfacher

Dienstag, 3. Mai 2011

klimahlzeit-Tipp #5: Junges Gemüse vernaschen!

(Dieser Artikel ist Teil meines Twitter-Projektes klimahlzeit, bei dem ich meine weggeworfenen Lebensmittel öffentlich mache und Tipps gebe, wie sich solche Verschwendung vermeiden lässt.)

Die Fleischindustrie verursacht nicht nur unermessliche Qualen, sondern auch mehr als ein Viertel aller CO2-Emissionen, Tendenz steigend. Denn wir geben immer weniger Geld für Fleisch aus, essen aber immer mehr davon. 1970 musste ein Arbeiter für ein Schweinekotelett über 90 Minuten schuften, 2000 nur noch eine halbe Stunde. (Quelle: Theresa Bäuerlein, „Fleisch essen, Tiere lieben“)

Manch einer beklagt, sein gramgebeugter Körper werde ob des drohenden Fleischdefizits sicher kollabieren. Manch einer glaubt tatsächlich, der Fleischmüll im Burger oder auf der Tiefkühlpizza sei gesund. Ich sage: Weniger Fleisch im Einkaufswagen bedeutet weniger Fleisch im Müll, weniger sinnfreies Tierleid und weniger CO2-Emissionen.

Darum lautet mein klimahlzeit-Tipp #5:
Mehr junges Gemüse vernaschen! Frische Früchtchen sind natürlich auch okay.


Wenn Fleisch krank macht (Video: ForksOverKnives)

Montag, 2. Mai 2011

EuroMayDay Hamburg: 1. Mai Randale mal anders.

Am Sonntag war ich auf meiner ersten 1. Mai Demonstration. Plausible Forderungen wie „72 Stunden Wochenende!“, „Grundlos Geld!“ oder „Spaß muss Politik machen!“ fanden meine uneingeschränkte Zustimmung und dank erquicklicher Techno-Beschallung fiel es mir leicht, mich mit einem Bierchen in die tanzende Menge einzureihen.

Glücklicherweise stand die 1. Mai Randale, die wir veranstalteten, nicht im Gegensatz zu meiner pazifistischen Gesinnung. Statt Pflastersteinen flogen Seifenblasen durch die warme Sommerluft. Und die einzigen Autos, bei denen es brannte, waren mit einer tanzenden Meute beladene Lautsprecherwagen.

Es folgen meine unzureichenden Bemühungen, den Spaß zu digitalisieren:


So entspannt stand ich noch nie auf der Kreuzung Holstenstraße/Max-Brauer-Allee


Das Lustprinzip als kleinster gemeinsamer Nenner


Der letzte Walzer auf dem Alma-Hoppe-Platz