Montag, 17. Oktober 2011

Kindermund tut Unmut kund.

Es zeugt von Wertschätzung, dass sich in diesem Sommer Menschen im heruntergekommenen Bertha-von-Suttner-Park trafen, um ein bescheidenes Beet anzulegen. Vattenfall und Bezirk wollen den Park zerstören. Ihnen gilt die florale Forderung „Blumen statt Baustelle“.

An der ebenfalls massiv von Baumbeseitigung bedrohten Holstenstraße traf dieses Motto auf fruchtbaren Boden. Um ihr Interesse an den Bäumen zu zeigen, züchtete eine Anwohnerin eine völlig neue Protestform aus Guerilla Gardening und Guerilla Knitting, die sofort Anhänger fand.

Anhänger auch deshalb, weil ihre Interpretation von „Blumen statt Baustelle“ in Form gehäkelter Blüten mittlerweile einen ganzen Baum bewächst. Und während ich noch grübelte, wer wohl die übrigen knapp 300 von Vattenfall bedrohten Bäume schmücken könne, geschah Unerwartetes.

Ein weiterer Baum wurde von jenen dekoriert, die Vattenfalls rücksichtsloser Plan besonders trifft: von Kindern. Und zwar mit drolligen Blattkreaturen, deren grafische Qualität meines Erachtens jedes Designstudium ad absurdum führt. Es sollen nicht die einzigen bleiben.

Allein am Suttnerpark liegen die Kindertagesstätten „Regenbogenkinder“, „Krokophantsie“ und „WiWaWuschel“, unzählige weitere liegen entlang der geplanten Baustelle. Wenn jede von ihnen einen Baum adoptiert, wird schön sichtbar, was Vattenfall auch zu zerstören gedenkt: Raum für Kinder.

Hier ein wenig Inspiration:

Extreme Outdoor Guerilla Knitting
Blumen statt Baustelle
An der Holstenstraße wächst der Widerstand
Eine rundum gelungene Protestform
Grrrrrr!
Blattgoldig

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