Sonntag, 30. Mai 2010

Wer hat Ideen für das neue BP-Logo?


War ja klar: Schwarzweißmalerei à la Suttnerblog

Good news, everyone! Endlich ist mein erster Entwurf für den Designwettbewerb von Greenpeace UK fertig. Ich hatte es mir einfacher vorgestellt, BP grafisch zu verunglimpfen. Und natürlich hat ein anderer Teilnehmer bereits typographisch ansprechendere tote Fische eingereicht. Aber dabei sein ist alles!

Hat von euch jemand ein BP-Logo erdacht, das er hier zeigen möchte?


Meine Freundin betrachtet die Sache mehr von der ornithologischen Seite

[update:] Hurra!

> WTF: Greenpeace nominiert mein BP-Logo!

Freitag, 28. Mai 2010

BP vs. BP – eine Twitter-Komödie.

Diesen Beitrag schreibe ich, weil es

a) tatsächlich Menschen gibt, die den Twitter-Account BPGlobalPR noch nicht
kennen und ich
b) endlich mal die neue Zitat-Funktion von Twitter ausprobieren wollte.


Außerdem beweist der folgende Geniestreich mal wieder, mit welch einfachen Mitteln ein Einzelner (?) das Internet nutzen kann, um eine millionenschwere
Greenwshing PR-Maschinerie zu demontieren:

Während BP_America bei Twitter etwa 7.000 Leser folgen, bringt es der erst am 20.
Mai gestartete Fake-Account
BPGlobalPR bereits auf mehr als 70.000 Follower. In meinen Augen hat der ominöse Autor für seine bitterbösen Kommentare schon jetzt den Pulitzer-Preis verdient. Man beachte auch die detailverliebten Hashtags:

The LA Times is reporting that Top Kill is working to plug the leak! Looks like our job here is done. See ya later gulf! #5dayweekend!less than a minute ago via web


BTW, Top Kill is also our xbox live handle if anyone wants to play some red dead redemption. #bpcares #rddalldayless than a minute ago via Twitterrific


A bird just stole my sandwich! You deserve everything you get, nature!!! #bpcaresless than a minute ago via Twitterrific


Keine Sorge! Wo die herkommen, da gibt es noch mehr: BPGlobalPR

Donnerstag, 27. Mai 2010

Ohne Worte.


Gefunden bei wir-klimaretter.de

Applaus für’s iPhone – Teil 2.

Wieder konnte ich dem mobilen Internet einige interessante Apps abringen.

Pollution (gratis).

Verschmutzung im Blick: Luft, Wasser, Boden, Funkwellen (Screenshot: AppStore)

Wie ist es um die Verschmutzung eurer Umgebung bestellt? Interessante Antworten auf derlei Fragen liefert Pollution. Für die Max-Brauer-Allee attestiert die App heute eine gefährliche Luftbelastung (Index: 115), was ich bestätigen kann. Grund genug, auf dem Fahrrad die Luft anzuhalten oder einen anderen Weg zu wählen. Weniger nützlich, trotzdem interessant: 2,8 km von meinem Standort entfernt belastete 2004 ein Mineralölwerk von Shell die Luft mit 496 Tonnen Schwefeldioxid, die App nennt einen Grenzwert von 150. Wer hätte das gedacht?


> Zur Internetseite von Pollution

A Real Tree (0,79 €).

Per Knopfdruck wächst auf den Philippinen ein Baum (Screenshot: AppStore)

Vom Kaufpreis dieser Applikation wird ein Baum gepflanzt. Und zwar in einem von zwölf tropischen Ländern, die besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden. Die App selbst besteht aus einem virtuellen Baum, der keinen dauerhaften Mehrwert bietet. Ich finde aber, die bislang
1.907 1.908 gepflanzten Bäume sind nachhaltiger als jede iPhone App und rechtfertigen den Kauf allemal. Für die Seriosität der ausführenden Organisationen bürgt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen.

> Zur Internetseite von A Real Tree

Virtual Water
(0,79 €).

Wein statt Bier verbiet ich dir (Screenshot: AppStore)

Das meiste Wasser verschwenden wir, ohne es zu merken: durch Lebensmittel. Man spricht dabei von virtuellem Wasser. Beispiel gefällig? Ein Liter Bier aus Deutschland kostet in der Herstellung 300 Liter Wasser. Ein Liter Wein aus Argentinien, wo Wasser knapp ist, kostet fast 1.000 Liter. Die hübsche App der Berliner Kreativberatung Raureif visualisiert den Water Footprint
vieler Lebensmittel. So schärft sie das Bewusstsein für nachhaltiges Wassersparen – und liefert nebenbei den perfekten Gesprächseinstieg zum Thema Virtuelles Wasser auf der nächsten Party.

> Zur Internetseite von Virtual Water

Mehr mobiles Internet auf dem Suttnerblog:
> Applaus für’s iPhone – Teil 1.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Elektroautos: eine Misserfolgsgeschichte.

Viele Menschen halten Elektroautos für klimafreundlich. Ich halte sie für das nächste große Greenwashing der Auto- und Stromkonzerne. Über Jahrzehnte hinweg haben es deutsche Unternehmen verschlafen, diese Technologie weiterzuentwickeln. Jetzt fordern sie genau dafür ungeniert Milliarden von der Bundesregierung. Bis das Klima davon profitiert, werden weitere Jahrzehnte vergehen. Wer sofort profitiert? Anbieter von Spritfressern und Kohlestrom.

Warum freut sich die Autoindustrie?


Umgehung von EU-Strafen.

Die Überschreitung der CO2-Grenzwerte für Neuwagen wird von der EU bestraft.
Elektroautos werden hier CO2-neutral angerechnet
– obwohl sie durch unseren Strommix mehr emittieren, als Fahrzeuge mit sparsamem Verbrennungsmotor. So können Hersteller einen zu hohen CO2-Wert ihrer Neuwagenflotte bequem ausgleichen.

Steigerung des Absatzes.

Mit einer Reichweite von unter 200 km kommen Elektroautos derzeit höchstens als Zweit- oder Drittfahrzeug in Frage. Somit sind sie keine Konkurrenz für bestehende Baureihen, sondern ein nettes Zusatzgeschäft.


Warum freut sich die Stromindustrie?


Neuer Markt für dreckigen Kohlestrom.

Stromkonzerne inszenieren sich mit E-Tankstellen als Klimaschützer. Der Strom stammt aus dem deutschen Energiemix und besteht zu über 40 % aus Kohlestrom. Eine Förderung der Erneuerbaren Energien findet nicht statt.

Die ersten sieben Minuten folgender Sendung kann ich empfehlen:
> ARD-Magazin Monitor: Elektroautos statt Klimaschutz?

Weitere Quellen zum Thema:
> Klima Lügendetektor: RWE – Autostrom aus unbekannter Quelle
> Wir Klimaretter: Großer Rummel um das Elektroauto
> SpOn: Brüssel blamiert sich mit CO2-Kompromiss

Samstag, 22. Mai 2010

Shell: Blut im Tank.


Gehaltvollere Filme über Shell findet ihr auf dem Blog von Amnesty International


Shell ist ein kriminelles Unternehmen. Für die Ausbeutung der Ölreserven von Nigeria zerstörte der Konzern das Land und damit die Lebensgrundlage der Einheimischen. Nutznießer auf nigerianischer Seite waren die wechselnden Militärdiktaturen. Eine Hand wusch die andere, zum Beispiel 1990, als Shell zur Auflösung einer Demonstration die Unterstützung der Militärpolizei anforderte. 80 Menschen starben.


Daher war ich überrascht, als ich auf die Internetseite Shell apologises
stieß, auf der ein vermeintlicher Mitarbeiter von Shell sich bei den Nigerianern entschuldigt. Wie mir Jan in den Kommentaren schreibt, handelt es sich dabei aber um eine Aktion der Aktivistengruppe The Yes Man, welche unter anderem durch ihre gefälschte Ausgabe der New York Times bekannt wurde.

Ich empfehle wirklich jedem, sich über die Machenschaften von Shell zu informieren, zum Beispiel bei Amnesty International.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Designwettbewerb für das neue BP-Logo.


BP hat nachgebohrt – zur Belohnung gibt es ein neues Logo
(Grafik:
GreenpeaceUK)


BP, Verursacher der größten Ölkatastrophe in der Geschichte unseres Planeten, ist ein Experte für Greenwashing. Früher standen die zwei Buchstaben
für British Petroleum. Seit 2000 sollen sieBeyond Petroleum bedeuten, obwohl über 90 % der Konzerngewinne aus fossilen Energieträgern stammen.

Höchste Zeit, dass der Ölgigant ein Logo bekommt, das zu ihm passt. Burger King nennt sich ja auch nicht plötzlich Beyond Burgers, bloß weil sie einen Salat im Angebot haben. Greenpeace UK hat vor der Londoner BP-Zentrale einen netten Platzhalter angebracht – und damit den Ideenwettbewerb für ein ehrliches BP-Logo ausgerufen.

Der Fairness halber gibt es drei Kategorien für die Einreichung: professionelle Gestalter, Minderjährige und alle anderen. Bei Greenpeace UK findet ihr die Teilnahmebedingungen und Logo-Vorlagen in verschiedenen Dateitypen.

> Greenpeace UK: Designwettbewerb für das neue BP-Logo

Schon am 23. Juli könnte hier eure Flagge hängen (Video GreenpeaceUK)

[update:] Hurra!

> WTF: Greenpeace nominiert mein BP-Logo!

Mittwoch, 19. Mai 2010

Wassersparen, das man sich sparen kann.

Wer in Deutschland Wasser sparen möchte, sollte das nicht unter der Dusche versuchen, sondern beim Einkaufen. Ein Kilo Steak kostet über 15.000 Liter Wasser, zum Beispiel für den Anbau von Futtermittel. Bei Fleisch aus trockenen Ländern wie Brasilien fehlt dieses Wasser dann der Bevölkerung. So wenig kann man gar nicht duschen, um das auszugleichen.

Gegen folgenden Vorschlag der Unilever-Marke Axe ist trotzdem nichts einzuwenden (danke Lana):


Wassersparen für Altruisten (Video:
AxeCanada @ Youtube)


Mehr Wassersparen auf dem Suttnerblog:
> Klimaschutz für Warmduscher
> Ein Aufruf zum Langduschen

Dienstag, 18. Mai 2010

Powered by Shell: die etwas andere Ölpest.

Der Ölabbau in Nigeria lief für Shell wie geschmiert (Video: HumanTV @ Youtube)

An den Ölquellen im Nigerdelta hat Shell seit den Sechzigerjahren geschätzte 600 Milliarden US-Dollar verdient. Ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt: Gemeinsam mit der Militärdiktatur wurden Demonstranten hingerichtet, nach einem dreizehnjährigen Rechtsstreit musste Shell den Hinterbliebenen 2009 15,5 Millionen US-Dollar zahlen.
Jahrzehntelang wurden durch Öl und illegal abgefackeltes Gas Ackerland, Trinkwasser und Fischgründe verseucht. Ich weiß jedenfalls, bei welcher Tankstelle ich kein Bier mehr kaufe.

Mittlerweile hat der Konzern dem öffentlichen Druck nachgegeben: Auf einer extra eingerichteten Internetseite entschuldigt sich Shell bei den Nigerianern, gelobt Wiedergutmachung – und vekündet im selben Atemzug die Investition in eine massive Werbekampagne, um das eigene Image wieder aufzupolieren. Naja. (Quellen: de.wikipedia.org, en.wikipedia.org)

Weitere Informationen zu diesem Thema findet Ihr auf der Aktions-Plattform von Amnesty International Protect The Human.

Samstag, 15. Mai 2010

Applaus für’s iPhone.

Vor einigen Wochen überkam mich schlagartig die Erkenntnis, dass ich noch zu jung bin, um mich den bittersüßen Früchten des mobilen Internets zu verweigern. Kurz darauf hielt ein iPhone Einzug in meine Hosentasche. Und mit ihm die eine oder andere App:

Erntefrisch.
Wissen, was wann wo wächst (Screenshot: AppStore)

Alle Lebensmittel sind immer verfügbar. Dass es so etwas wie Jahreszeiten gibt, merkt man heutzutage nur an den Preisen. Erntefrisch gibt einen guten Überblick, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat und ob es regional angebaut wird. Diese Waren sind am frischesten, am günstigsten und belasten das Klima am wenigsten. Außerdem bringen sie Abwechslung auf dem Teller, denn jeden Monat haben andere Produkte Saison. Einziges Manko der App: Als Region lässt sich bislang nur Mitteleuropa einstellen, nicht Deutschland.

> Erntefrisch im AppStore (1,59 €)

DoGood.
Mittlerweile zählt die App fast 500.000 gute Taten (Screenshot: AppStore)

Alleine ist es schwer, die Welt zu verbessern. Darum kombiniert DoGood das Pfadfindermotto „Jeden Tag eine gute Tat“ mit dem Spruch „Tu Gutes und rede darüber“. Jeden Tag fordert die App dazu auf, etwas Positives zu tun. Die Vorschläge reichen von „Save power today“ bis „Veg out today“. Wer eine gute Tat vollbracht hat, kann dies per Knopfdruck der Welt mitteilen, auch über Facebook und Twitter. Gestern haben zum Beispiel 2.677 Nutzer von DoGood jemanden zum Lachen gebracht.

> DoGood
im AppStore (kostenlos)

Skeptical Science.
Gegen harte Fakten lässt sich schlecht argumentieren (Screenshot: AppStore)

Wenn der Klimawandel Realität ist, wieso laufen wir dann im Mai immer noch mit Mantel und Schal herum? Diese und andere berechtigte Fragen beantwortet die iPhone App Skeptical Science. Das Programm widerlegt hunderte Argumente gegen den Klimawandel – immer mit ausführlichen Quellen und Grafiken. Wer kein iPhone hat, der findet alle Informationen auch unter skepticalscience.com.

> Skeptical Scienece
im AppStore (kostenlos)

Freitag, 14. Mai 2010

Der schmutzige Preis für saubere Kernenergie.

Wenn ich Menschen von sauberer Kernenergie reden höre, bekomme ich immer einen leichten Kotzreiz. Nicht nur, weil ich Kernkraftwerke und nukleare Endlager für ein unerträgliches Sicherheitsrisiko halte, sondern auch, weil es mich ärgert, dass bei dieser Debatte nie über den europäischen Tellerrand geschaut wird.

70 % der bekannten Uranvorkommen befinden sich auf dem Land indigener Völker, zum Beispiel in Niger oder Kanada. Doch von diesem Reichtum profitieren nur andere. Die lokale Bevölkerung wird durch die Uranminen krank. Sind die Vorkommen erschöpft, bleibt ihr nichts als eine verstrahle Wüste und verseuchtes Trinkwasser.

In diesem Film besuchen Wissenschaftler ein Abbaugebiet in Niger:

Urlaubsland für Freunde sauberer Kernenergie (Video: GreenpeaceAT @ Youtube)

Im ersten Teil der schicken
Uranstory von Greenpeace Schweiz erfahrt ihr mehr über den Uranabbau und seine Folgen:


Schön illustriert: Die Uranstory von Greenpeace Schweiz (Video: uranstory.ch)

Donnerstag, 13. Mai 2010

Ich kaufe mir keine Bohrmaschine.

Ich besitze keine Bohrmaschine. Dies ist das vermutlich letzte Teil im großen Konsumpuzzle, dem ich mich bis heute verwehrt habe. Elektrogrill, alte Videospiele, zweiter DVD-Player, sie alle stehen Spalier, um einmal im Jahr zumindest vom gröbsten Staub befreit zu werden. Aber eine Bohrmaschine? Pah! Die kann ich mir ja leihen, wenn ich eine brauche.

Die Wahrheit ist: Eigentlich wäre es am schlausten, ich liehe mir alle selten genutzten Konsumgüter aus, statt sie zu kaufen. Umgekehrt könnte ich die Dinge, die ungenutzt bei mir herumstehen, an Freunde verleihen, um ihnen das Schicksal eines vollen Kellers zu ersparen.


Das ist die Idee hinter der Online-Community Thingloop. Denn dort könnt ihr Besitztümer eintragen, die ihr zu verleihen bereit seid. Dann ladet ihr Freunde und Bekannte ein, dasselbe zu tun. Auf einmal verfügt ihr über einen enormen Fundus an Sachen: DVDs, Werkzeuge, Küchengeräte – was ihr nicht täglich braucht, könnt ihr euch einfach leihen.
(via dothegreenthing.com)

Save money. Save the planet. Borrow stuff. (Video: Thingloop @ Youtube)

Wie Amazon, nur kostenlos: Thingloop in Aktion (Video: Thingloop @ Youtube)

Meldet euch doch einfach mal an und probiert es selbst aus:
> Hier geht es zu Thingloop

PS Auch tägliche Gebrauchsgegenstände wie Tische, Kleidung oder Geschirr muss in Hamburg niemand kaufen. Dafür gibt es den Umsonstladen und das Kleinmöbellager in der Stresemannstraße.

Freitag, 7. Mai 2010

Kein Müllmeer.

Regelmäßige Suttnerblog-Leser wissen: Tüten aus Papier haben eine noch schlechtere Ökobilanz als solche aus Plastik. Guten Gewissens hüpfe ich daher mit meinem getreuen Kunststoffsack zum Einkaufen, hoffend, er sei der Natur weniger Feind als die Papiertüte, die bei Anzeichen von Regen durchweicht und reißt.

Leider ist der Punktsieg des Plastiks nicht von Dauer. Denn nur ein Bruchteil unseres Kunststoffmülls wird wiederverwertet. ­ Eine Fläche so groß wie Texas treibt auf dem Pazifik. In dieser dümpelnden Deponie verenden Jahr für Jahr qualvoll hunderttausende Tiere. Der folgende Film von Save my Oceans wirbt mit erschreckenden Zahlen für weniger Plastik in Müll und Meer:



Texas können wir einpacken (Video: GOOD Magazine @ Youtube)

Mittwoch, 5. Mai 2010

NRW-Wahl: Facebook-Flashmob der Klima-Allianz.

Der Fall Nestlé hat gezeigt, dass Facebook ein hervorragender Kanal sein kann, um umweltpolitischen Druck auszuüben. Dies möchte sich jetzt die Klima-Allianz, ein Bündnis aus über 100 Organisationen, im Vorfeld der Wahlen in NRW zunutze machen.

Ab Donnerstag um 14:00 Uhr ist dazu eingeladen, sich auf der Facebook-Seite von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers
gegen AKW-Laufzeitverlängerungen für ein Klimaschutzgesetz auszusprechen. Optisch soll die Aktion durch extra bereitgestellte Profilbilder gestützt werden, mit denen die Teilnehmer auch in ihrem Facebook-Netzwerk zu Werbeträgern für die Kampagne werden.

Meine misanthropische Art hat es mir bislang unmöglich gemacht, ein eigenes Facebook-Profil zu erstellen. Trotzdem bin ich schon sehr gespannt auf das Ergebnis. Wird der Mob morgen nur mit Fackeln und Mistgabeln vor Herrn Rüttgers digitaler Haustür stehen, oder mit Argumenten?

> Hier findet ihr alles Wissenswerte zum Klima-Allianz Facebook-Flashmob

[update:] In den ersten drei Stunden haben rund 200 Kommentatoren ein Klimaschutzgesetz für NRW gefordert. Die Klima-Allianz ist nicht Greenpeace und mit nur einem Tag Vorlaufzeit war die Aktion ein Schnellschuss. Aber wie sähe Rüttgers Facebook-Pinnwand aus, wenn sich von jeder der mehr als 100 Organisationen in der Klima-Allianz nur zehn Menschen beteiligten?

Die Aktion läuft noch bis zur NRW-Landtagswahl am Sonntag.

klimahlzeit-Tipp #3: Reste kalt machen!

(Dieser Artikel ist Teil meines Twitter-Projektes klimahlzeit, bei dem ich meine weggeworfenen Lebensmittel öffentlich mache und Tipps gebe, wie sich solche Verschwendung vermeiden lässt.)

Zugegeben – allzu selten finde ich Zeit und Muße, eine Schubkarre mit Blattwerk nach Hause zu schaffen, wenn es mir nach Spinat gelüstet. Trotzdem suche ich, Käpt'n Iglo den eisigen Handschlag zu verwehren, wo immer es geht. Schließlich verbraucht die Kühlkette von Tiefkühlprodukten mehr CO2 als die von Frischwaren. Was aber tun mit dem leeren Gefrierfach?

Neben der Lagerung alkoholischer Köstlichkeiten lassen sich dort prima übriggebliebene Lebensmittel konservieren. Das kombiniert nicht nur die süße Frucht der Verfügbarkeit mit dem Stromverbrauch, den man ohnehin hat – es endet auch weniger Nahrung im Müll. Folgendes fror ich schon ein:

  • Brot und Brötchen (für Toaster oder Ofen)
  • Apfelkuchen (spontan an Gäste verfüttern)
  • Zitronengras (unaufgetaut klein hauen und ab ins Curry)
  • Chilis (da sind immer viel zu viele in der Packung)
  • Grillfleisch (Wegwerfprodukt Nr. 1 im Sommer)
  • Chili con Carne (nie wieder drei Tage dasselbe essen)
  • etc.

Darum lautet mein klimahlzeit-Tipp #3:
Reste kalt machen! Werft Lebensmittel nicht in den Müll, sondern ins Gefrierfach. Selbst wenn es nur ein Brötchen ist – seine Zeit wird kommen!

Montag, 3. Mai 2010

„Spill, Baby, Spill!“

Diese Abwandlung eines Zitats von Sarah Palin schien mir bislang das einzig Lustige an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Heute kam noch ein Video von Satiriker Stephen Colbert hinzu:

The Colbert ReportMon - Thurs 11:30pm / 10:30c
Gulf of Mexico Oil Spill
www.colbertnation.com
Colbert Report Full EpisodesPolitical HumorFox News
Drill, maybe, drill? (via treehugger.com)

[update:] Im Wahlkampf hatte Frau Palin lautstark nach Offshore-Bohrungen geschrien, jetzt betet sie für die Betroffenen. Eine schöne Gegenüberstellung in der Hörfunksendung The Young Turks:


Vermutlich hält Sarah Palin „Exxon Valdez
für die Hauptstadt von Mexiko
(Video: TheYoungTurks @ Youtube.com)

Samstag, 1. Mai 2010

Vier gewinnt.

Reichen vier Jahre, um die Welt zu retten? (Video: fouryearsgo @ Youtube)

Beim Umweltschutz ist vielen Politikern ein Wort das liebste: morgen. Die Online-Community FOUR YEARS. GO. bevorzugt ein anderes: jetzt! In den kommenden vier Jahren, so die Idee der Initiatoren, können wir die Weichen stellen, um unseren Planeten auch für kommende Generationen zu erhalten.

Sechs Wochen nach Gründung ist auf der Internetseite noch wenig los. Auf einer großen Weltkarte kann man sich von den guten Vorsätze der Mitglieder inspirieren lassen, das war’s. Trotzdem sind schon über 670 Organisationen Teil des Netzwerkes, mehr als 5.000 Menschen mögen FOUR YEARS. GO. bei Facebook.

Die versprochenen Funktionalitäten sind interessant:
  • eigene Umweltziele setzen und die Fortschritte dokumentieren
  • Aktionen in der Region organisieren oder finden
  • Spenden sammeln
  • Abstimmen über die Stragtegie der Community
  • etc.
FOUR YEARS. GO. könnte werden, was die zerfaserte Greenpeace-Community GreenAction leider nicht ist: eine globale Bewegung aus Privatpersonen, Firmen, Organisationen und Gemeinden mit dem gemeinsamen Ziel einer gerechten und nachhaltigen Welt für alle.

Schließt FOUR YEARS. GO. in euer digitales Herz, um nichts zu verpassen:

> FOUR YEARS. GO. bei Twitter
>
FOUR YEARS. GO. bei Facebook