Dienstag, 30. März 2010

Verstrahlte Wahrnehmung bei RWE.

So sieht RWE seinen maroden Schrottmeiler Biblis:
(Video: RWEKonzern @ Youtube; Kommentarfunktion ausgeschaltet)

Hallo RWE, jemand zu Hause? Eure Ruine ist älter als der Walkman:

Montag, 29. März 2010

Wasser bleibt Wasser.

Konzerne wie Nestlé verstehen Wasser nicht als Grundrecht, sondern als Ware. Darüber kann man sich natürlich aufregen. Aber dass Millionen Menschen Durst leiden, während wir unser Geld für in Plastikflaschen abgefülltes Leitungswasser aus Frankreich zum Fenster rausschmeißen, ist nicht die Schuld der Lebensmittelindustrie.

Das Leitungswasser in Hamburg hat eine ausgezeichnete Qualität – ich kann mir kaum vorstellen, dass es jemand blind von seiner Lieblingsmarke aus der Flasche unterscheiden kann. Meine Empfehlung des Abends: Zapft euch doch einfach mal ein leckeres Glas und schaut dazu den schön animierten Film The Story of Bottled Water von Annie Leonard. Prost!


Der Unsinn von stillem Wasser in Flaschen
(
Video: storyofstuffproject @ Youtube.com; via KarmaKonsum)

Wie ihr noch gegen Wasserarmut in der Welt aktiv werden könnt, erfahrt ihr auf der Internetseite der Non-Profit-Organisation 2aid.org, von wo ich auch mein schickes Twibbon zum Weltwassertag hatte.

Samstag, 27. März 2010

Das Osterhuhn ist der neue Osterhase.

Ostereier-Flatrate für eine Familie in Afrika (Grafik: OxfamUnverpackt)

Wer nicht Christ ist,
Süßigkeiten liebt oder minderjährigen Nachwuchs sein Eigen nennt, dem muss das Osterfest ein Gräul sein: Berge von Schokolade verfolgen einen auf Schritt und Tritt, vorzugsweise in Form von Hasen und Eiern. Es wäre zum aus der Haut fahren – hätte ich nicht heute zum ersten Mal in meinem Leben Ostergrüße versendet.

Wie es zu diesem denkwürdigen Ereignis kam, wird sich sicherlich auch meine völlig verdutzte Verwandtschaft nächstes Wochenende fragen. Ein Blick auf die Grußkarten dürfte für Aufklärung sorgen. Denn während meine Reputation als Sohn etc. ungeahnte Züge annimmt, freut sich eine Familie in Simbabwe über Hühner, die sie züchten kann, um Fleisch und Eier zu essen oder auf dem Markt zu verkaufen.

Erworben habe ich die Hühner (à 9,00 €) beim Onlineshop OxfamUnverpackt. Von einer sicheren Geburt (25,00 €) bis zu einem Ziegenpärchen (56,00 €) gibt es dort allerlei tolle Geschenke, über die sich nicht nur der direkte Empfänger freut – und für die es immer einen Anlass gibt.

Probiert es selbst aus: www.OxfamUnverpackt.de

Ein Klassenzimmer zu Weihnachten? Mit 600,00 € seid ihr dabei
(Video: OxfamUnverpackt)

Freitag, 26. März 2010

Greenpeace vs. Nestlé: Das Niveau sinkt.

Ich glaube nicht daran, nachzutreten, wenn der andere schon am Boden liegt. Greenpeace sieht das anders und schießt übers Ziel hinaus: Dem neuen Viral Spot der Umweltorganisation merkt man nicht nur an, dass er mit der heißen Nadel gestrickt wurde – die Kommentare bei Youtube zeigen auch, dass viele Konsumenten sich von den platten Bildern angegriffen fühlen.

Vielleicht wäre es besser gewesen, gemeinsam mit Nestlé zu überlegen, wie der Konzern seine Produktion möglichst schnell auf nachhaltige Zutaten umstellen kann. Vielleicht interessiert den Schweizer Lebensmittelgiganten unsere Umwelt nach wie vor einen Scheißdreck. Aber eines ist sicher: die langweilige Schwarzweißmalerei von Greenpeace Deutschland vergrault mal wieder genau diejenigen, die sie doch eigentlich überzeugen sollte.


Kooperiert Greenpeace jetzt mit der BILD? (Video: greenpeaceDE @ Youtube)

Donnerstag, 25. März 2010

Ausfahrt „Kernenergie“ in 120.000 Metern.

Die Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel. Beide älter als der Amiga. Beide seit Monaten wegen maroder Technik abgeschaltet. Beide beschämende Zeugnisse der skrupellosen Profitgier von Vattenfall und E.ON, beide lebensgefährlich. Beide bald wieder am Netz?

Am 24. April plant das Bündnis KETTENreAKTION die bislang spektakulärste Demonstration der Anti-Atom-Bewegung: Eine 120 Kilometer lange Kette von Menschen, die zwischen den beiden oben genannten Schrottmeilern gegen deren Wiederinbetriebnahme und die Nutzung von Atomenergie im Allgemeinen protestieren.


Schönerweise kann ich mich quasi mit einem Schritt vor die Haustür in die Menschenkette einreihen. Wer nicht in Hamburg lebt, erreicht den nächsten Streckenabschnitt bequem mit Sonderzug oder -Bus. Mehr zur Organisation dieses ambitionierten Vorhabens erfahrt ihr auf der Aktionsseite
www.anti-atom-kette.de.

Hier der nette der Kino-Spot zur Aktion:

Auch aus Hamburg? Vattenfall kündigen und am 24.04. mitdemonstrieren!


Außerdem gibt es noch einen Film zum Weiterschicken an Freunde, der sich mit dem Namen des Empfängers personalisieren lässt. Werft doch mal einen Blick auf meine Version.

Mittwoch, 24. März 2010

Die Greenpeace Uranstory: schön wiederaufbereitet.

Menschenrechtsverletzungen, Verschleierung militärischer Atomprogramme, ungeklärte Endlagerung – vom Uranabbau bis zu den Abfällen ist Kernenergie vieles, aber sicher nicht zukunftsfähig oder gar klimafreundlich. Das ist nichts Neues. Doch die vier hübsch animierten Kapitel der Greenpeace Uranstory machen es zum Vergnügen, sich erneut mit dem Thema zu beschäftigen (dem Connaisseur seien die aufschlussreichen Factsheets empfohlen, in denen die Hintergründe weiter durchleuchtet wurden). Hier der Teaser:


Gewohnte Qualität von Greenpeace Schweiz (
Video: uranstory @ Youtube)

> Webspecial: die Greenpeace Uranstory

Samstag, 20. März 2010

Der digitale Niedergang von Nestlé.

Wasser für alle? Für Nestlé Ex-CEO Peter Brabeck ein Albtraum
(Szenen aus dem Film We feed the world von Erwin Wagenhofer)


Vorhang auf für den Abschaum unserer Gesellschaft: der ehemalige Nestlé Geschäftsführer Peter Brabeck echauffiert sich unter anderem darüber, dass manche Menschen auf diesem Planeten den kostenlosen Zugang zu sauberem Trinkwasser für ein Grundrecht halten. Ich glaube nicht, dass ich nach dem Genuss dieses Interviews jemals wieder ein Produkt von Nestlé kaufen werde.

Die Kit Kat Facebook-Seite hat Nestlé bereits gelöscht, vermutlich wegen der heftigen Reaktionen auf die berechtigte Kritik von Greenpeace UK. Jetzt will die Umweltorganisation mit einem Orang Utan Baby mehr Facebook-Fans gewinnen als Nestlé. Ich bin ja leider soziophob und habe keinen Account. Wenn ihr einen habt, schließt das drollige Äffchen hier in euer digitales Herz:

> Can this orang-utan get more fans than Nestle?

Donnerstag, 18. März 2010

Affentheater bei Nestlé.

Der neue Werbefilm von Greenpeace ist kein dramaturgisches Meisterwerk, doch sein Ziel hat er erreicht: Nach Unilever und Kraft kündigte heute auch Nestlé dem indonesischen Mischkonzern Sinar Mas die Zusammenarbeit!

Sinar Mas spielt eine traurige Voreiterrolle bei der Zerstörung der indonesischen Regenwälder, die aufgrund ihrer metertiefen Torfmoore und deren Bedeutung bei der Speicherung von CO2 als Grüne Lunge bezeichnet werden. Auf den gerodeten Flächen errichtet Sinar Mas dann Monokulturen, um die Gier der Lebensmittelindustrie nach billigem Palmöl zu stillen.

Als erste Reaktion auf die berechtigten Vorwürfe von Greenpeace kam Nestlé gestern auf die schlaue Idee, den Spot von Youtube löschen zu lassen. Ein Griff ins Klo, den das Unternehmen heute mit der einzig angemessenen Reaktion korrigiert hat. Gratulation an Greenpeace und – besser spät als nie – an Nestlé. Vielleicht kommen die Schweizer jetzt endlich mal in Schweiß und verkaufen ihr Fair Trade Kit Kat auch in Deutschland!

(via greenpeace.de und nerdcore.de)

Oft zerstören wir die Umwelt, ohne es zu merken (Video: greenpeace.uk)

[update:] Laut Greenpeace will Nestlé seine Lieferverträge mit Sinar Mas erst 2015 kündigen, das indonesische Palmöl wird der Konzern danach vermutlich über Unterhändler weiter beziehen. Nestlé-Produkte bleiben also ein Tuch so rot wie das Orang Utan Blut, das daran klebt. Schade eigentlich.

Mit einer Unterschrift bei Greenpeace könnt ihr gegen die indirekte Zerstörung des Regenwaldes durch Nestlé protestieren!

Mittwoch, 17. März 2010

Kopf ab für Klimakiller?

Wie schnell ist ein Umstieg auf 100 % erneuerbare Energien möglich? Die Kohle- und Atomlobby belächelt selbst das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 mindestens 30 % des deutschen Bruttostromverbrauches aus erneuerbaren Energien zu decken. Die 1,5 Millionen Euro teure Hochglanz-Dokumentation DIE 4. REVOLUTION - ENERGY AUTONOMY zeichnet ein positiveres Bild: In nur 30 Jahren könne der Strom der ganzen Welt aus erneuerbaren Quellen stammen.

Wie das gehen soll, werde ich hoffentlich bald im Kino erfahren, wo
der Film ab morgen zu sehen ist. Eines scheint nach dem Betrachten des Trailers klar: Die großen Stromkonzerne spielen in einer solchen emissionsfreien Zukunft keine Rolle mehr. Vive la révolution!

Die 4. Revolution – das Ende der Stromkonzerne? (Trailer: 4-revolution.de)

Acht Minuten, die Neugierde wecken (Trailer: energyautonomy.org)

Vorführungen in eurer Nähe, zahlreiche Hintergrundinformationen sowie den offziellen Filmsong „Have you ever
vom Bukahara Trio findet ihr auf der schicken Website von DIE 4. REVOLUTION, mit der Community EnergyAutonomy könnt ihr die Botschaft des Filmes in die Welt hinaus tragen.

Übrigens: Der Filmtitel stellt die Bedeutung einer weltweiten Energiewende in eine Reihe mit der industriellen, der landwirtschaftlichen und der informationstechnologischen Revolution.

Donnerstag, 11. März 2010

Mein Leben ist eine Banane.

Vor einigen Monaten gelangte ich zu einer schockierenden Erkenntnis. Seit bald dreißig Jahren esse ich Bananen. Tausende und abertausende habe ich gekauft, geschält, gemampft. Und jede einzelne davon, genau wie die meisten von euch, falsch herum geöffnet. Warum kam es mir nie in den Sinn, mal eine Banane von der anderen Seite her zu schälen? Diese verfluchten Dinger haben nur zwei Enden!

Ähnlich geht es mir in letzter Zeit mit vielen anderen alltäglichen Dingen. Schon immer lagen mir die Regenwälder am Herzen, aber die Zinsen auf meinem Konto verdiente ich mit ihrer Zerstörung
. Dass Fabrikarbeiter in der Dritten Welt wie Sklaven gehalten werden, ärgerte mich. Trotzdem drückten meine Markenturnschuhe nie, schon gar nicht am Gewissen. Seit einiger Zeit werden mir täglich mehr solcher Zusammenhänge klar und ich bemühe mich, mein Leben zum Besseren zu ändern.

Wenn auch ihr das Gefühl verspüren wollt, mit einer einfachen Entscheidung ein ganzes Leben lang falsch gelegen zu haben, schaut euch an, wie man eine Banane richtig herum schält:

Erkenntnis – der erste Schritt zur Besserung? (Video: somedirection @ Youtube)

Mittwoch, 10. März 2010

Party im Park!

Als ich den Suttnerblog im August 2009 ins Leben rief, schien die Zerstörung des Grünzugs Altona sicher. Nun ist die Fällung von fast 400 Bäumen so gut wie verhindert, Vattenfalls Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg wankt, Anja Hajduk und ihre GAL sind als Lügner und Lobbyisten entlarvt. Privat habe ich mir darauf schon einige Liter Bio-Wein gegönnt. Jetzt feiern alle:

Parkfest im Gählerpark

  • Samstag, 13.03.2010
  • Beginn: 16:00 Uhr
  • ab 18:00 Livemusik u.a. von Ulrich Kodjo Wendt (bekannt durch Filmmusik für Fatih Akın)
  • Schnupperklettern mit Robin Wood
  • Essen und Trinken
  • weitere Attraktionen
  • und eure eigenen Beiträge!

Montag, 8. März 2010

Mein eigener Allzweckreiniger: Teil 2.

Zitronenöl, Teebaumöl und Natron. Man beachte den skurrilen Zwerg, der das Schneewittchen beim Waschen beobachtet!

Oh Ungeduld – dein Name lautet Ben! Obgleich mein alter Reiniger noch nicht ganz leer ist, mische ich schon die erste Flasche
Funkelwasser an. Ein verächtlicher Blick aufs Etikett des Vorgängers verrät mir, dass selbiger den Namen Putzmeister trägt. Was ist drin?

Putzmeister
  • 5-15 % Anionische Tenside
  • 5-15 % Nichtionische Tenside
  • unter 5 % Seife
  • Duftstoffe
  • Citral
  • Limonene
  • Farb- und Hilfsstoffe
  • Wasserlösliche Lösemittel
Tenside, Farb- und Hilfsstoffe, Lösemittel – als das will ich nicht mehr auf die Kochzeile schmieren, wo ich mein Essen zubereite. Und das Abwasser sollen diese Dinge auch nicht mehr verschmutzen. Es wird Zeit für meinen eigenen Reiniger! Folgende Zutaten habe ich gekauft:

Natron (Soda)
Natron gibt es in jeder Apotheke. Für 250 g der Marke
Kaiser Natron habe ich 2,25 Euro investiert. In eine Flasche Funkelwasser kommt nur ein Esslöffel (ca. 15 g), doch für den Rest finden sich im Beiheft zahllose Verwendungtipps: Von A wie Ameisen vertreiben bis Z wie Zahnpflege gibt es nichts, was dieses Zauberpulver nicht kann. Allein die abgefahrene Verpackung war das Geld schon wert.

Essig
Ein beherzter Griff in die Speisekammer zauberte eine etwas angestaubte Flasche Weinessig der Marke
Winarom hervor. Zusammensetzung: 67 % Brantweinessig, 33 % Weinessig. Lecker. Ein halber Esslöffel reicht.

Teebaumöl
Dieses Öl wird aus Blättern des Australischen Teebaums gewonnen (ach so). Es wirkt desinfizierend und eignet sich auch für die Körperhygiene, zum Beispiel als Deo. Ich habe mich für ein Produkt des Traditionsunternehmens
Bombastus entschieden, das mit 5 Euro für 10 ml zu buche schlug. Ein Esslöffel wandert in mein Funkelwasser.

Zitronenöl
Dieses ätherische Öl ist für den Duft zuständig. Ein Liter davon besteht aus den gepressten Schalen von 3.000 Zitronen, für meine 5 ml der Marke
Primavera mussten also immerhin 15 Zitronen sterben. Vielleicht erklärt das den Preis von 5 Euro. Aber was solls, ich brauche ja nur einen Esslöffel.

Und nun zur Tat:
1. 1 EL Natron in 1 l heißem Wasser auflösen
2. 1/2 EL Essig, 1 EL Teebaumöl und 1 EL Zitronenöl mischen
3. Alles zusammen in eine Flasche geben und gut schütteln
4. Fertig

Das war nun wirklich nicht schwer. Logisch, dass ich als erste Amtshandlung sofort die ganze Wohnung gewischt habe. Und ich muss sagen: Meine Bemühungen um die Umwelt haben auch aus hygienischer Sicht gefruchtet.
Funkelwasser hat sich auf Fliesen und Parkett hervorragend bewährt, von meinem alten Reiniger unterscheidet es sich außer der guten Umweltverträglichkeit nur durch geringere Schaumbildung und angenehmeren Duft. Das Rezept stammt übrigens von der schönen Website biotiful.at.

In der linken Ecke der neue Champion Funkelwasser, in der der rechten der unterlegene Herausforderer, mein alter Reiniger Putzmeister

Der Lunapark grüßt Vattenfall.

Hurra: Das Antifa-Vattenfall-Mashup kommt noch ganz groß raus
(Foto: Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“)

Samstag, 6. März 2010

Waffengeschäfte – der Weg zu mehr Zinsen?

Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an den Kurzfilm Video Games des Münchener Designstudios Musclebeaver, der letztes Jahr durchs Internet geisterte und beim animago AWARD 2009 mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Jetzt haben die Biber nachgelegt. Ihr neues Werk wirbt für ethische Geldanlagen und gehört zum Schönsten, was ich in diesem Jahr bislang sehen durfte. Wie gut, dass ich zumindest eine grobe Vorstellung davon habe, was mit meinem Ersparten passiert.


Klebt Blut an unseren Sparbüchern? (Video: bewusst-investieren.de)

(via KarmaKonsum.de)

Bei Anruf Klimawandel.

Man kann mich wohl nicht zu den Liebhabern des Telefonierens zählen. Prepaid-Karten halten bei mir ein gefühltes Jahr. Riefe nicht alle paar Wochen meine Mutter an, ich hätte mein Festnetz schon lange gekündigt. Als Telekom-Opfer und Alice-Geschädigter hatte ich die Hoffnung, es könne wenigstens so etwas wie ein geringeres Übel geben, längst beerdigt: Das Internet kommt aus der Wand, gezahlt wird monatlich, fertig.

Letzten Endes wäre mir die Genugtuung, mich für mehrere Wochen ohne Telefon, eine instabile Internetverbindung und einen miserablen Service zu rächen, die Torturen eines weiteren Anbieterwechsels wert. Aber käme ich nicht wieder vom Regen in die Traufe? Möglicherweise nein. Denn seit Februar 2010 bietet die TeleSon-Tochter greenDSL Deutschlands ersten klimaneutralen DSL- und Telefonanschluss an.
Das ganzheitliche Geschäftsmodell klingt vielversprechend:

Anschluss.
  • möglichst energieeffizienter Betrieb
  • Nutzung von Ökostrom (Lichtblick)
  • Ausgleich unvermeidbarer CO2-Emissionen durch Klimaschutzzertifikate anhand eines von myclimate ermittelten CO2-Fußabdrucks
Router.
  • 15 % weniger Energieverbrauch durch Eco-Mode
  • WLAN per Knopfdruck abschaltbar
  • kurze Transportwege durch Fertigung in Deutschland
  • Recycling der alten Geräte
Versand.
  • neutralisiert durch Klimaschutzzertifikate
  • Recyclingkarton ohne Füllmaterialien aus Plastik
Unternehmens-Website.
Sonstiges Engagement.
  • 1 Euro pro Kunde und Monat geht an Umweltschutzprojekte wie die Wiederaufforstung in Guatemala
Hier wurde wirklich an alles gedacht. Und während die Konkurrenz Millionen ausgibt, um mich mit Beckenbauer und Paul Potts zu quälen, fließt bei greenDSL ganz offensichtlich alles Geld ins Produkt und keines in die Werbung. Beweis gefällig? Hier bestellt sich zum Beispiel ein Pferd per greenDSL eine Decke:


WTF??? (Video: greenDSL @ Youtube)

greenDSL: websiteyoutubetwitter

Donnerstag, 4. März 2010

Der Welt geht ein Licht auf.

Der 27. März 2010 wird ein wohlplatzierter Schlag ins Gesicht des gemeinen Klimaskeptikers. Denn an diesem Tag feiert sich die weltweit operierende Sekte der Klimaretter selbst. Und zwar mit der „Earth Hour 2010“, dem beliebtesten gemeinschaftlichen Bekenntnis zum Planeten Erde:

Endlich kenne ich die zweite Sache, für die Musik von Coldplay nützlich ist
(Video:
earthhour.org; den öden Anfang habe ich übersprungen)

Mittwoch, 3. März 2010

Zum Tage des Artenschutzes.

Wenn der Bauch sich pelzig dehnt,
und kratzend klettern kleine Krallen,

wenn sich das Hirn nach Mücken sehnt,

und schrille Schreie lautlos hallen,


wenn Äuglein blind ins Dunkle stieren,

dann ist all das schon lange her:


Wir wollten nicht intervenieren

und dieses Tierchen gibt’s nicht mehr.


(Für die vom Aussterben bedrohte Mopsfledermaus)

Mein eigener Allzweckreiniger: Teil 1.

Hurra – ich bastele mir meinen eigenen Allzweckreiniger. Henkel, Procter & Gamble, Unilever: Eure Tage sind gezählt! Lange genug habt ihr die letzten Regenwälder zerstört, um mir für teures Geld neonfarbene Plastikflaschen mit glatzköpfigen Opas darauf zu verkaufen! Lange genug haben eure aggressiven Mittel meinen Abfluss befreit, nur um danach meinen Mülleimer zu verstopfen! Ab heute mache ich’s mir selber! Folgendes brauche ich:
  • einen kecken Namen (Abstimmung in der Sidebar!)
  • ein attraktives Etikett
  • ein Behältnis (das meines alten Reinigers?)
  • einen Trichter
  • Natron (aus der Apotheke)
  • Teebaumöl oder Zitronenöl
    (formerly known as „Frühlingsfrische“ und „Citrusfrische“)
  • Essig
  • Wasser
Ob ich beim Anmischen meine Küche in die Luft gesprengt habe, erfahrt ihr demnächst. Auf die großartige Idee brachte mich das unbedingt lesenswerte Buch „Fast nackt“ von Leo Hickman, das Rezept stammt vom unbedingt lesenswerten Blog biotiful.at.

> Mein eigener Allzweckreiniger: Teil 2.

Dienstag, 2. März 2010

ALDI-Wein, das lass sein.


Auf dieses erquickliche Kistchen freue ich mich schon sehr
(Foto: avocadostore.de)


Heute gilt mein Augenmerk einem Getränk, das mit fortschreitendem Alter in den Mittelpunkt meines Interesses gerückt ist: Rotwein. Und der Steigerung von Öko: Fair Trade. Denn während der Genuss von Ökoprodukten durch deren naturschonende Herstellung versüßt wird, garantiert das Fair Trade Siegel obendrein die gerechte Bezahlung der Hersteller.

Für gewöhnlich bestücke ich mein Weinregal mit europäischen Tropfen. Nicht nur, weil hier mit Frankreich, Italien und Spanien die besten Anbaugebiete liegen, sondern auch wegen der CO2-Emissionen, die der Import von Produkten aus der neuen Welt verursacht. Aber bei den Fair Trade Weinen der argentinischen Kellerei Trivento mache ich gerne eine Ausnahme, bieten sie mir doch einen schönen Anlass, meine liebsten Rebsorten einmal unter südamerikanischer Sonne gereift zu verkosten.

Unter dem Label „Otra Vida“ verkauft Trivento seit 2007 Weine aus den Trauben von Inal, einem kleinen Produzenten in Lavalle bei Mendoza. Der bezieht faire Löhne,
außerdem fließen 60 Centavos pro verkaufter Flasche direkt in den Bau eines Gesundheitszentrums vor Ort. Discounter wie ALDI betreiben ihr Preisdumping auf dem Rücken anderer, von Fair Trade Produkten haben alle etwas: Ich schütte mir schmackhaften Rotwein rein – 5.000 Menschen in einer armen Region Argentiniens haben fließendes Wasser, Zugang zu Schulbildung und demnächst hoffentlich eine ärztliche Versorgung vor Ort.

Bestellt habe ich meinen Fair Trade Wein im nagelneuen avocadostore, der von Lebensmitteln über Bekleidung bis hin zu Wohnaccessoires ausschließlich öko-soziale Produkte vertreibt, und dem ich auf diesem Wege viel Erfolg wünsche!

> zum avocadostore