Montag, 30. November 2009

Energie sparen in Zeiten wie diesen.

Mein Chef gehört zum Glück nicht zu den furchtbaren Menschen, die wegen der Finanzkrise jeden Satz mit „In Zeiten wie diesen“ beginnen. Trotzdem dreht er jeden Pfennig zweimal um. Fast jeden Pfennig.

Die Firma, in der ich arbeite, besitzt über 100 Computerarbeitsplätze. Wie wir jedes Jahr fast 2.000 Euro sparen könnten, ohne dafür Matze rauszuschmeißen, habe ich mir am Wochenende schöngerechnet:

Unsere rund 100 Computer und Bildschirme sind mindestens 68 % des Jahres ausgeschaltet, verbrauchen aber trotzdem Strom. Bei einem Nährwert von 8,4 Wh pro ausgeschalteter Einheit
[1] und einem Arbeitspreis von 22 Cent/kWh, ergeben sich daraus Kosten von 1.108,80 € pro Jahr.

1.108,80 € pro Jahr für 100 ausgeschaltete Computer mit Bildschirm.

Aber es kommt noch besser: Viele Mitarbeiter lassen nachts ihre Monitore an. Und während ein ausgeschalteter Monitor nur rund 1,4 Watt verbraucht
[1], sind es bei einem eingeschalteten locker 20 Watt.

Wenn nur jeder zweite Mitarbeiter seinen Monitor nie ausschaltet, erhöhen sich die jährlichen Kosten auf 1.874,40 €.


Eine Steckdosenleiste mit praktischem Trittschalter kostet rund 12 Euro. Für eine Investition von 1.200 Euro könnten wir erreichen, dass Computer und Monitore außerhalb der Bürozeiten keinen Strom verbrauchen. Das freut nicht nur die Buchhaltung:

Eine jährliche Ersparnis von 1.874,40 € vermeidet 5026,8 kg CO2
[2].

Und von dem gesparten Geld könnten wir jedes Jahr eine passable Party feiern oder es einfach spenden. Das wäre eine Überlegung wert.

PS Ich habe den Grundkurs Mathematik im Abitur mit lächerlichen 6 Punkten abgeschlossen und war noch stolz darauf. Außerdem weiß kein Mensch, wie viel Strom unsere Hardware tatsächlich verbraucht und zu welchen Konditionen wir unseren Strom beziehen. Aber dass sich Steckdosenleisten für eine Online-Agentur mit über 100 Mitarbeitern schnell bezahlt machen, dürfte deutlich geworden sein.


Quellen:
[1] 06/09 magnus.de [2] iwr.de

[update:] Eben empfahl mir ein Freund die EcoTopTen des Öko-Instituts e.V.. Alle dort vorgestellten Monitore haben im Schlafmodus einen ähnlich geringen Verbrauch wie ausgeschaltet. Vermutlich sind meine geschätzten 20 Watt pro Stunde bei „schlafenden“ Monitoren eher reißerisch und der tatsächliche Verbrauch liegt darunter. An meinem Beitrag ändert das nichts, außer dass ich euch jetzt auch die EcoTopTen ans Herz legen möchte.

Vattenfall: unehrlich und teuer.

Dass Vattenfall mal wieder den eigenen Kunden ins Gesicht lügt, hat mich bereits letzten Donnerstag erzürnt: Der Konzern schob seine Preiserhöhung zum Januar 2010 alleine auf die erneuerbaren Energien – obwohl sich dadurch die Preisdifferenz zwischen Vattenfall und Ökostrom massiv verringert.

Jetzt meldet sich auch der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, zu Wort. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung kritisiert er Praktiken wie die von Vattenfall als „unredlich“ und „nur die halbe Wahrheit“.

Ob ihr es für die Umwelt tut, fürs Portemonnaie oder weil ihr euch ungern anlügen lasst: Den Stromanbieter zu wechseln dauert wenige Minuten. Und jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür.

> Der Suttnerblog hilft: Ökostrom: eine Preisübersicht (Stand: Dezember 2013)

Freitag, 27. November 2009

Flugunglück mit Toten.

Selbst ohne Unfälle fordern Flugzeuge zu viele Opfer – das ist das Motto der Umweltorganisation plane stupid. Und tatsächlich belastet der Flugverkehr unser Klima massiv und schmilzt damit arktisches Eis, die Lebensgrundlage des Eisbären.

Auch ich habe dem weißen Riesen mit meinem diesjährigen Urlaub nicht konkret weitergeholfen: Mehr als die Hälfte meiner CO2-Emissionen 2009 stammen von einer Flugreise nach Bangkok. Aber die militante Haltung von plane stupid geht mir trotzdem zu weit. Schon das Logo deutet an, dass man Flugzeuge am liebsten in bester King Kong Manier vom Himmel pflücken möchte. Damit kann ich nichts anfangen. Mit diesem irren Werbefilm schon:

Blutiger, blutiger Klimaschutz (Video: plane stupid; via: Do The Green Thing)

Noch mehr Eisbären auf dem Suttnerblog:
> Das Eis wird heiß
> Ich möchte kein Eisbär sein

Donnerstag, 26. November 2009

Milliardenklage gegen die BRD – Zugeständnisse an Vattenfall?

Wir erinnern uns: Der Vattenfall-Konzern hat die Bundesrepublik Deutschland – also uns alle – auf 1,4 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt, weil ihm die Umweltauflagen für das im Bau befindliche Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg zu teuer sind.

Mitverantwortlich ist der Hamburger Bürgermeister Kohle von Beust, der den Verkauf des städtischen Stromnetzes an die Schweden gebilligt hat. Heute musste er sich im Gegenzug gemeinsam mit Umweltsenatorin Anja Hajduk beim zukünftigen Ex-Chef von Vattenfall einen braunen Hals holen. Ob die beiden die Milliardenklage abwenden konnten – und wenn ja um welchen Preis – bleibt abzuwarten.

Zum Glück ist der BUND fähiger als unser armseliger Senat und klagt gegen das Kohlekraftwerk – und seit gestern auch gegen die dazugehörige Fernwärmetrasse, wegen der ich diesen Blog überhaupt erst gestartet habe. Wenn der BUND vor Gericht auch für eure Interessen kämpft: Jede Spende hilft!

> Die Mopo spekuliert über den Besuch von Ole von Beust in Stockholm
> Der BUND Hamburg erklärt seine Klage gegen die Fernwärmetrasse

[update:] Heute hat die Mopo zwei interessante Beiträge zum Thema:
> Der BUND klagt gegen die Moorburg-Trasse
> Die Öko-Abrechnung

Überzogene Preiserhöhung bei Vattenfall.

Verlogene Preiskommunikation trifft schmutzigen Atom- und Kohlestrom

Bestimmt bezieht der eine oder andere von euch seinen Strom bei Vattenfall. Und vielleicht hat der eine oder andere von euch sogar den Brief vom 17.11.2009 gelesen, in dem Vattenfall die Schuld für die Preiserhöhung zum Januar 2010 auf die geänderte EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien schiebt. Das ist nur die halbe Wahrheit.

Denn die PR-Abteilung hat euch verschwiegen, dass sich der Vattenfall-Konzern die Taschen voller stopft, als er müsste. Oder wie kommt es, dass die monatliche Preisdifferenz zwischen einem günstigen Ökostromanbieter und dem Basistarif von Vattenfall 2010 nur noch knapp 1,30 € betragen wird, während es zurzeit noch über 4,00 € sind (bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh)?

Mögliche monatliche Preisdifferenz zwischen Vattenfall Basis und Ökostrom 2009: ca. 4,40 €*

Mögliche monatliche Preisdifferenz zwischen Vattenfall Basis und Ökostrom 2010: ca. 1,30 €*

*Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh (Richtwert für 2 Personen)

Lasst euch diese verlogene Abzocke nicht mehr bieten und wechselt jetzt zu Ökostrom. Eine Orientierungshilfe findet ihr bei meinem Preisvergleich zwischen Vattenfall und den vier unabhängigen Ökostromanbietern oder auf atomausstieg-selber-machen.de.

Alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr.

Mittwoch, 25. November 2009

Impressum.

Hurra: Aus Gründen bastele ich mir ein Impressum!

Inhaltlich Verantwortlicher:
Benjamin Bruno
Suttnerstraße 14
22765 Hamburg
Ihr erreicht mich unter: Benjamin_Bruno [at] Yahoo.de

Der Suttnerblog ist mein persönliches Forum. Wenn ich hier positiv über bestimmte Ökostromanbieter und Umweltschutzorganisationen schreibe, liegt das an meinen ökologischen Idealen und hat keine kommerziellen oder beruflichen Ursachen. Alle Informationen hier stammen aus einem Gehirn löchriger als SpongeBob und sind ohne Gewähr. Alle Meinungen hier sind privater Natur.

Texte und Bilder auf dem Suttnerblog entkreuchten, soweit ich keine Quellen angebe oder Hyperlinks setze, meiner eigenen zittrigen Feder. Wenn ihr sie zu privaten Zwecken verwendet, freue ich mich über eine Nennung als Autor oder einen Link auf den Suttnerblog. Wenn ihr sie kommerziell nutzen wollt, seid ihr wahnsinnig.

Sollten eingebettete Inhalte, Linkziele oder Kommentare trotz sorgfältiger Kontrolle Rechtsverstöße enthalten, verklagt bitte die jeweiligen Urheber. Ich lösche dergestalt Anstößiges nach Bekanntwerden schneller, als Zensursula „Stopp“ sagen kann.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!

Auf wessen Kosten vermehrt sich euer Geld?

Während ich hier über die unendliche Gier der großen Konzerne fluche, fallen jede Stunde 190 Fußballfelder Regenwald. Aber erst gestern kam mir in den Sinn, dass mein Geld diese Umweltzerstörung womöglich mitfinanziert.

Oder habt ihr eine Ahnung, wem eure Bank euer Geld leiht? Ich jedenfalls nicht. Wie wir alle hoffe ich, dass mein Erspartes nicht bei Spekulationen draufgeht. Aber selbst, wenn es mehr wird – auf wessen Kosten geschieht das?

Banken habe ich noch nie gemocht. Wenn ich einen Garten hätte, läge mein Geld da vergraben. Und so brauchte es nicht mehr als diesen rührseligen Werbefilm der neugegründeten Noa Bank, damit ich meine Konten kündige und wechsele:


Endlich eine transparente Bank? (Video: Noa Bank @ Youtube)

[update:] Wem zum Beispiel die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) vom Geld argloser Bankkunden Kredite gibt, könnt ihr heute bei Greenpeace bestaunen.

[update:] Leider nimmt es die Noa Bank mit der Transparenz, mit der sie wirbt, nicht so genau. Mein Erspartes liegt nun bei einer ethischen Bank.

Steckbriefe ethisch-ökologischer Banken findet ihr bei oecommunity.

[update:] > Zum Niedergang der Noa Bank (Suttnerblog)

Samstag, 21. November 2009

Die Fluorkohlenwasserstoff-Socke.

Bitte erklären Sie in einem zwei- bis dreiminütigen Film den schädlichen Einfluss von Fluorkohlenwasserstoffen auf unser Klima. Zuschauer sollen den Spot bis zum Ende ansehen und danach noch an einer Unterschriftenaktion teilnehmen.

Keine leichte Aufgabe, zumal die Messlatte bei Greenpeace-Werbung wirklich hoch hängt. Und obwohl das Ergebnis vor allem die weibliche Zielgruppe ansprechen dürfte, war es doch unterhaltsam genug, um auch mich bis zur Unterschrift zu locken. Viel Spaß!

Die nackte Wahrheit über ein haariges Thema (Video: greenpeace.org)

Freitag, 20. November 2009

Greenwashing mal anders.

Energiekonzerne wie Vattenfall verursachen Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Das möchte ich ändern – mit nichts als ein paar Kilo Schmutzwäsche pro Woche: Ab sofort wasche ich den Großteil meiner Klamotten bei 30 Grad. Und wenn ganz Europa das auch täte, entspräche die jährliche CO2-Ersparnis den Emissionen von 3 Millionen Autos oder zwei Kohlekraftwerken der Größe von Moorburg!

So wird die Wäsche doppelt sauber (Video: IDO30.org; via sebastianbackhaus)

Donnerstag, 19. November 2009

Der langsame Tod der Kohlekraft.

Der feuchte Traum der Kohlelobby heißt CCS (Grafik: Satirische Kampagnen-Interpretation)

8,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr wird das Kohlekraftwerk in Hamburg Moorburg ab 2012 emittieren. Aber keine Angst! Die Forschungsabteilung von Vattenfall arbeitet mit Hochdruck an einer Technologie, dank der diese Emissionen schon 2020 nicht mehr in unsere Atmosphäre gelangen sollen: Carbon Capture and Storage Technologie (CCS). Ein mieser Name für eine noch miesere Vision:

CCS ist eine Technologie, um CO2 in Fässer zu stopfen, zu vergraben und im Meer zu versenken, genau wie es derzeit mit Atommüll geschieht.

Wenn CCS 2020 einsatzbereit ist, wird alleine das Kohlekraftwerk Moorburg bereits 64 Millionen Tonnen CO2 emittiert haben. Da stellt sich die Frage, warum überhaupt versucht wird, eine ineffiziente und klimaschädliche Form der Energiegewinnung künstlich am Leben zu erhalten.

Der Zukunftsforscher Ray Kurzweil äußerte in einem Interview mit dem GOOD Magazine Folgendes:
Solar power is, in fact, doubling every two years and has been for 20 years, and we are only eight doublings away from it meeting 100 percent of the world’s energy needs. And we have 10,000 times more sunlight than we need to do this. (Quelle: GOOD; via nerdcore.de)
Würde die Kohlelobby die Weiterentwicklung der Solarenergie ähnlich ambitioniert vorantreiben, wie derzeit ihr verlogenes Greenwashing, wären Geld und Kraft sinnvoller eingesetzt. Ich sage: Eure Technik ist tot!

Früher beim Suttnerblog:
> Die Kohle-Lobby hat zuviel Kohle.

Ist Kohleenergie bald Geschichte? (Video: GreenpeaceMagazin @ Youtube)

Ausgezeichnete Arbeit von Ogilvy NY (Video: GreenpeaceMagazin @ Youtube)

Mittwoch, 18. November 2009

Ein Aufruf zum Langduschen.

Zum Glück verfügt mein neues Badezimmer über kein Soundsystem, ausufernde Tanz- und Gesangsorgien unter der Dusche gehören der Vergangenheit an. Das freut die Nachbarn und – so möchte man meinen – auch die Umwelt.

Leider: Ob ich im Haushalt täglich 120 Liter Wasser verbrauche oder 220 macht keinen Unterschied. Denn mit Wasser ist Deutschland reichlich gesegnet. Und wenn ich es nicht in rauen Mengen durch die Leitung jage, müssen das die Stadtwerke übernehmen, denn unser Wassersparen verlangsamt den Durchfluss in den Leitungen und es bilden sich zum Beispiel Bakterien.

Viel sinnvoller ist es, Wasser in Ländern zu sparen, wo es Mangelware ist. Aber wie können wir als Deutsche Wasser im Ausland sparen? Eine sehr gute Möglichkeit besteht darin, weniger importierte Lebensmittel zu kaufen. Ein leckeres Steak aus Brasilien sorgt zum Beispiel dafür, dass in einem der wasserärmsten Länder der Erde kostbares Trinkwasser für die Rinderzucht genutzt wird, während die arme Landbevölkerung Durst leidet.

Wenn ihr euch heute Abend entscheidet, kein Kilo Rindfleisch zu essen, habt ihr im Erzeugerland 15.000 Liter Wasser gespart, man spricht dabei von „virtuellem Wasser“. Jeder von uns verbraucht pro Tag zwischen 2.500 und 4.000 Liter virtuelles Wasser.

Also: heute Abend ein leckeres Putenfilet in die Pfanne hauen und morgen eine halbe Stunde früher aufstehen und extra lange duschen. Umweltschutz kann so schön sein!

Viele der Informationen in diesem Artikel habe ich übrigens aus einem hervorragenden Dossier von Nikolaus Geiler bei der Bundeszentrale für politische Bildung.


Bier statt Wein: So einfach spart ihr „virtuelles Wasser“ (Video: GOOD @ Youtube)

Dienstag, 17. November 2009

Neue Preise bei Greenpeace Energy und EWS.

Greenpeace Energy und die EWS haben eine Preiserhöhung für Januar 2010 angekündigt. Hauptursache ist die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebene Förderung von Ökostrom durch die sogenannte EEG-Umlage, die zum 01.01.2010 von ca. 1,2 ct/kWh auf 2,047 ct/kWh steigt.

Diese 2,047 Cent zahlen Energieversorger pro Kilowattstunde EEG-Strom an EnBW,
EON, RWE und Vattenfall, denen das deutsche Stromnetz gehört. Die Kosten geben sie an ihre Kunden weiter.

Wer sich jetzt ärgert, dass sein Ökostrom teurer wird, sollte den geringen Anteil der Förderung erneuerbarer Energien am steigenden Strompreis bedenken:

Anstieg der Förderung erneuerbarer Energien seit 2000: 0,8 Cent.

Anstieg des durchschnittlichen Haushaltsstrompreise seit 2000: 9,3 Cent.

Übrigens wird auch schmutziger Atom- und Kohlestrom teurer: Als erster der vier großen Stromstümper erhöht EnBW die Preise zum 01.01.2010 um 7,5 %.

Meine Ökostrom-Preisübersicht habe ich entsprechend aktualisiert:

> Ökostrom in der Preisübersicht.
> So wählt Ihr Ökostrom.

Die Förderung erneuerbarer Energien betrug 2009 nur 5 % des Strompreises (Grafik: unendlich-viel-energie.de)

[update:] Wie Vattenfall & Co ihre Kunden abzocken und die Schuld bei den erneuerbaren Energien suchen, ist heute zweimal Thema bei SpOnline:
> Stromkonzerne kündigen saftige Preiserhöhung an
> Welche Stromkonzerne am kräftigsten zulangen

Montag, 16. November 2009

Doppelter Glückwunsch an mich selber!

Heute feiere ich gleich doppelt: den hundertsten Beitrag auf dem Suttnerblog und meinen dreißigsten Geburtstag. Und obwohl ich zur Feier des Tages Burger braten werde, bis die Ozonschicht wackelt, erwarten euch hier auch in Zukunft moralinsaure Tipps für euren ökologischen Lebenswandel.

Was Ökostrom betrifft, predige ich leider vor Gläubigen: Grüner Strom ist hipper als ein violetter Kleiderschrank und fast alle meine Werber-Freunde haben schon welchen. Wie meine Kollegen zu sonstigen Umweltthemen stehen, wird vielleicht beim Anblick meiner Geburtstagskarte deutlich.

PS Wenn ich noch einmal „Willkommen im Club“ höre, zünde ich was an.

Anmerkung des Kartenempfängers: So sehe ich nur teilweise aus

Sonntag, 15. November 2009

Bring your own bag.

Andere Menschen sammeln persische Parawane oder Glaskatzen, ich sammele Plastiktüten – obwohl ich zum Einkaufen meistens einen Rucksack mitnehme, stapeln sich in meiner Küche bereits mehrere tausend Exemplare.

Niemand mag Plastiktüten, vielen gelten sie als Symbol für Umweltverschmutzung. Papiertüten hingegen liebt jeder, weswegen Läden, die ein Öko-Image pflegen, all ihren Kunden eine in die Hand drücken.

Leider völlig zu Unrecht: Die Ökobilanz eine Papiertüte ist wesentlich schlechter als die einer Plastiktüte. Warum das so ist, erklärt dieser grandiose Film vom GOOD Magazine:


Papiertüten und Plastiktüten können beide nichts (Video: GOOD @ Youtube)

Freitag, 13. November 2009

Der beste Naturfilm des Jahres.

Viele Szenen in diesem Film sind schwer zu ertragen (Bild: greenthefilm.com)

Als Werber gebe ich meine Ideale morgens am Empfang ab. Wenn Menschen aus Idealismus Großartiges erschaffen, berührt mich das. Ohne jegliches Budget hat Filmemacher Patrick Rouxel die letzten Tage der Orang Utan Dame „Green“ dokumentiert – und so bei fast einem Dutzend Festivals millionenschwere Produktionen von BBC, Discovery Channel und National Geographic überflügelt.


Meine Empfehlung fürs Wochenende: Ladet „Green“ kostenlos herunter. Schaut ihn mit Freunden zusammen auf einem großen Fernseher. Diskutiert darüber. Und wenn ihr Patrick Rouxel bei seiner Arbeit unterstützen wollt, kauft „Green“ auf DVD.

> zur Internetseite von „Green“ mit Trailer und kostenlosem Film-Download

(Gefunden bei Green Energy Republic)

Donnerstag, 12. November 2009

Wie wir den Regenwald aufessen.




Meidet Produkte mit indonesischem Palmöl (Grafik: greenthefilm.com)

Alle Marken, die ihr hier seht, sind mitverantwortlich für die Vernichtung einer Regenwaldfläche doppelt so groß wie Deutschland. So viel wurde in Indonesien seit 1950 gefällt, um der ständig wachsenden Gier nach billigem Palmöl gerecht zu werden: für Schokoriegel von Kit Kat oder Katzenfutter von Whiskas.

Diese Rodungen, laut WWF zurzeit etwa 190 Fußballfelder pro Stunde, machen Indonesien zum drittgrößten Verursacher von Treibhausgasen nach den USA und China. Immerhin binden die indonesischen Regenwälder
mit ihren bis zu 20 Meter tiefen Torfböden mehr CO2 als jeder andere Urwald – CO2, von dem mit jedem gefälltem Baum mehr in unsere Atmosphäre gelangt.

Um diesem Wahnsinn Einhalt zu gebieten, haben sich heute Aktivisten des Greenpeace Wald- und Klimacamps auf Sumatra an Bagger des Papierherstellers April gekettet. Auf dem Blog von Greenpeace Deutschland berichtet Corinna Hölzel regelmäßig über ihre Arbeit in Indonesien.

Auf Flickr findet ihr Fotos von Wald- und Klimacamp in Indonesien.

Greenpeace Aktivistin Corinna Hölzel auf Sumatra (Video: Greenpeace.de)

[update:] Greenpeace Deutschland vermeldet erste Erfolge aus Indonesien: Der finnische Papierkonzern UPM-Kymmene beendet die Zusammenarbeit mit April.

[update II:] Im Greenpeace Klimacamp geht es hoch her: Mehrere hundert Anwohner haben eine Räumung durch die Polizei verhindert.

Mittwoch, 11. November 2009

Das Eis wird heiß.

Keinen Bock auf meinen Text? Dieser Film sagt alles (Defenders of Wildlife @ Youtube)

Habt ihr den brillanten Spot „Eisberg“ von Greenpeace Österreich gesehen? Unser dauerlethargischer Werksstudent Matze hat ihn gesehen und alles, was seinem grenzdebilen Gehirn dazu einfiel, war: „Was für ein Scheiß. Nur weil die Eisberge schmelzen, stirbt doch kein Eisbär.“ Wenn ich hier was zu sagen hätte, ginge Matzes nächstes Monatsgehalt gleich an den WWF. Stattdessen muss er sich jetzt diese zwei Gründe hundertmal durchlesen:

Tod durch Verhungern.
Der Eisbär lebt von Ringelrobben, denen er an ihren Atemlöchern im Eis auflauert. Kein Eis – keine Nahrung.

Tod durch Ertrinken.
Um von einem Jagdgebiet zum anderen zu gelangen, muss der Eisbär immer weitere Strecken schwimmend zurücklegen. Kein Eis – kein Boden under den Tatzen.

Wer dem drolligen Ursus maritimus etwas Gutes tun möchte, der schenkt seiner Verwandschaft zu Weihnachten Spenden-Urkunden vom WWF statt Rasierwasser und Parfüm .

Dienstag, 10. November 2009

Volt+Wald: Ökostrom light.

Fördert der Ökostrom von Volt+Wald den Bau neuer Kohlekraftwerke in Deutschland? (Grafik: Volt+Wald)

„Ökostrom ist mir zu teuer!“ Diesem Vorurteil wollen die Stadtwerke Flensburg mit ihrem neuen Produkt Volt+Wald einen Riegel vorschieben. Der Clou: Der Ökostrom kostet dort immer dasselbe wie der Strom eures örtlichen Anbieters – bundesweit.

Und um im wachsenden Ökostrommarkt nicht unterzugehen, haben die Flensburger sogar ein Alleinstellungsmerkmal erfunden: Für jeden ihrer Kunden pflanzen sie pro Jahr einen Baum, fünf Jahre lang.

Warum also mehr bezahlen?

Zum Beispiel, weil viele Argumente gegen Volt+Wald sprechen:
Aber ich will nicht meckern. Wem die Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland zu teuer ist, der findet mit Volt+Wald eine Alternative zu Vattenfall & Co. Nur langfristig sollte jeder überlegen, ob er nicht besser Ökostrom bezieht, der zur Energiewende in Deutschland beiträgt.

Für den Tarifvergleich brauche ich diesmal keine Tabelle:
Tarif eures örtlichen Stromversorgers = Tarif von Volt+Wald

Früher beim Suttnerblog:

Montag, 9. November 2009

Ich möchte kein Eisbär sein.

Besser kann man 30 Sekunden nicht nutzen (Video: GreenpeaceAT @ Youtube)

Die Rettung von Banken und Autobauern ist so teuer, dass unsere Politiker keine Zugeständnisse für den Klimaschutz machen wollen. Aber auch wir Bürger können die globale Erwärmung verlangsamen, und wenn wir das nicht alleine tun, helfen selbst kleine Taten.

Zum Beispiel auf der exzellent umgesetzten Community 1.000.000 Taten von Greenpeace Österreich. Denn deren Mitglieder können Ideen zur Einsparung von CO2 vorschlagen und umsetzen: Von „Pasta al dente kochen“ (spart 1,5 kg CO2) bis „Einkaufen im Ort“ (spart 150 kg CO2) ist jedes Mittel recht.

Bislang haben 150.000 Menschen symbolische 24 Millionen kg CO2 gespart. Und das Beste: Wer CO2 spart, spart Geld – jede gute Tat macht sich am Monatsende im eigenen Portemonnaie bemerkbar.

Wenn ihr schon mal da seid, werft unbedingt auch einen Blick in das Klima-Lexikon, wo selbst komplexe umweltpolitische Sachverhalte in appetitlichen Häppchen serviert werden.

Klage gegen das Kohlekraftwerk in Moorburg.


Unterstützt den BUND bei der Klage gegen das Kohlekraftwerk

Die neue Hoffnung für Gegner des im Bau befindlichen Kohlkraftwerks Moorburg heißt BUND: Am 7. November hat der Umweltverband beim Oberverwaltungsgericht Hamburg Klage gegen die Baugenehmigung eingereicht. Denn anders als CDU und GAL sieht der BUND in dem geplanten Kraftwerk eine Verletzung europäischer Naturschutzgesetze, insbesondere des Wasserrechtes:
  • die geplante Fischtreppe verhindert nicht die massive Schädigung der Fischfauna in den Elb-Nebenflüssen Seeve, Luhe und Ilmenau
  • ohne die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung von alternativen Möglichkeiten zum Fischschutz ist die Baugenehmigung rechtswidrig
  • die geplante Entnahme von Kühlwasser aus der Süderelbe überschreitet internationale Standards
  • die Wärmebelastung und die Sauerstoffzehrung werden das Fischsterben in den Sommermonaten verstärken
  • bei Erteilung der Baugenehmigung wurden Vorgaben des Gewässerschutzes nicht berücksichtigt
Kein Kohlekraftwerk, keine Fernwärmetrasse, keine Baumfällungen – ich bin dabei! Wenn der BUND mit seiner Klage auch eure Interessen vertritt, solltet ihr euch mit einer Spende daran beteiligen.

Sonntag, 8. November 2009

Baumblockade für Anfänger.

An Kreativität mangelt es den Trassengegnern nicht

CDU und GAL haben entschieden:
Rund 300 Bäume in Altonas Parks müssen einer Fernwärmetrasse für Vattenfalls Kohlekraftwerk in Moorburg weichen.


Die Initiative Moorburgtrasse stoppen
hat entschieden:
Die Rodungen werden kein Spaziergang.


Mehrere Kamerateams und Pressefotografen waren heute vor Ort, als ca. 60 Trassengegner bei einem Aktionstraining im Gählerpark den Widerstand probten.
Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete das gemeinsame Üben einer Baumblockade. Dabei konnte jedereinmal selber erleben, wie es sich anfühlt, von Polizisten bedrängt und dann fortgetragen zu werden – für mich war es eine ungewohnte Erfahrung.

Meldet euch beim kostenlosen SMS-Alarm an, um im Falle einer echten Rodung sofort informiert zu werden!

Zu Übungszwecken wurden Demonstranten mit Schaumstoffknüppeln gezüchtigt

Herbert! Wir haben einen von den miesen Baumkuschlern!


Robin Wood Aktivisten besetzten Bäume, die bald gefällt werden

Die Klima-Esser kommen.

Interessante Neuigkeiten bei Spiegel Online: In Schweden wird auf lokal erzeugten Lebensmitteln ausgewiesen, wieviel CO2/kg bei Herstellung, Verpackung und Transport anfielen – entsprechende Kennzeichungen für importierte Lebensmittel sind geplant.

Das ehrgeizige Ziel: Eine klimafreundliche Ernährung der Bevölkerung soll die schwedischen CO2-Emissionen halbieren. Und das ist gar nicht so abwegig, ich selber verantworte durch meine Ess- und Trinkgewohnheiten mehr CO2 als durch
Heizung und Strom zusammen.

Nehmt euch doch mal fünf Minuten und überprüft eure eigene Klimabilanz.

Bei SpOnline erfahrt ihr mehr darüber, wie die Schweden gegen die globale Erwärmung anfressen.


Hier kommen nur Fakten auf den Tisch (Video: Ogilvy Toronto für Hellmann's)

Samstag, 7. November 2009

Endlich: Blankziehen fürs Klima.

Was habe ich mir nur dabei gedacht, hier auf dem Suttnerblog wie ein Irrer die 350-Kampagne zu bejubeln. Über 20.000 Aktions-Fotos und kein einziges spärlich bekleidetes Supermodell? Geht gar nicht! Damit ist jetzt zum Glück Schluss:

Scheiß auf den Strom! Kann bitte endlich jemand alle Kohlekraftwerke abstellen? (Video: Studio4a @ Youtube. Gefunden bei LOHAS.de)

Have a break, have a Kid Cat.

video
Lily ist erst zehn Wochen alt und schon Ökostromkunde


Wenn hier auf dem Suttnerblog mal weniger los ist, liegt das daran, dass Lily gerade auf meiner Tastatur sitzt. Hier ein schöner Film, in dem sie schnurrt, in ihren Schwanz beißt und niest!

Freitag, 6. November 2009

Die Sternbrücke darf weiter bröckeln!

Good news, everyone! Die Clubs unter der Sternbrücke sind vorerst gerettet: Die Deutsche Bahn hat die Sanierung der baufälligen Brücke auf 2014 verschoben und die Mietverträge von Waagenbau, Astra-Stube und Fundbureau um vier Jahre verlängert.

Aber wer weiß – vielleicht bekommen so illustre Gäste wie Trentemøller, Bondage Fairies oder Stun die olle Brücke ja vorher zum Einstürzen?

Mehr über diese freudige Nachricht findet ihr beim Abendblatt.

Früher beim Suttnerblog: Rettet die Sternbrücke.

Donnerstag, 5. November 2009

Make a Change.


Wer etwas verändern will, muss den ersten Schritt tun (Foto: Elisa für 350)

Schon jetzt ist 350 eine Erfolgsgeschichte – es dürfte keinen Spitzenpolitiker mehr geben, der noch nicht davon gehört hat. Doch bis sich die weltweite Klimapolitik ändert, ist noch viel zu tun. Und ihr könnt dabei helfen: Meldet euch auf 350.org an, um Entscheider in eurer Region über 350 aufzuklären.

Wie viele Menschen sich auch hierzulande bereits engagieren, zeigt diese schöne Diashow vom
International Day of Climate Action in Deutschland auf Flickr.

Barcelona trägt „350“.

Eine neue 350-Krawatte für den UN-Delegierten von Welt (Video: 350.org)

Was ist eigentlich aus den über 20.000 Aktions-Fotos geworden, die 350.org am International Day of Climate Action in 181 Ländern gesammelt hat? Wie ihr in diesem Video sehen könnt, waren sie während der UN-Klimagespräche in Barcelona allgegenwärtig! Leider konnten weder die Fotos, noch das Verteilen von 350-Krawatten die Verhandlungsrunde zu einem Ergebnis bringen – trotz des massiven Protests der afrikanischen Länder.

In einem älteren Beitrag erfahrt ihr mehr über den International Day of Climate Action.

Atomenergie abgewählt.

Was genau die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke bedeutet, ist noch unklar. Sicher ist eines: Ohne massiven Protest der Bevölkerung wird die Bundesregierung nicht einmal den marodesten Schrottmeiler vom Netz nehmen.

Eines der stärksten Sprachrohre für den einfachen Bürger ist das Atkivisten-Netzwerk Campact (Campaign & Action), dessen Forderung nach einem Ausstieg aus dem Ausstieg schon über 130.000 Menschen unterzeichnet haben.

Am 15. Oktober initiierte Campact eine Telefondemonstration und tausende Bürger legten die Leitungen von CDU/CSU und FDP lahm, um über Themen wie die ungelöste Endlagerung von Atommüll zu diskutieren. Mehr als 600 Kurzberichte dieser Telefonate könnt ihr nun online einsehen. Zum Beispiel von einem Anruf im Büro von Ministerpräsident Günther Öttinger (CDU):
Auf meine Frage, ob es denn dann nicht verantwortungsbewusst sei, die Atomkraftnutzung zu stoppen bis ein sicheres Endlager gefunden sei, verstand die freundliche Dame mich nicht mehr, der Empfang sei zu schlecht. Meine Bedenken versprach sie weiterzuleiten.
Die Berichte der Telefon-Demonstranten sind wirklich lesenswert. Auf der Internetseite von Campact findet ihr außerdem ein kurzes Fazit der Telefon-Demonstration, die Unterschriftensammlung für den Ausstieg aus dem Ausstieg und zahlreiche weitere Aktionen.

Wohin mit dem Atommüll? (Video: Campact)

Der Klimawandel sieht gut aus.

Direkt zur Flashgrafik kommt ihr per Klick aufs Bild (Grafik: Lamosca für GOOD)

Wie sich die CO2-Emissionen der größten Industrienationen zwischen 2006 und 2007 entwickelt haben, möchte man sich nicht unbedingt ins Wohnzimmer hängen – es sei denn als Datenvisualisierung von Lamosca. Für GOOD hat er eindrucksvoll bewiesen, dass professionelles Grafikdesign selbst die unerfreulichsten Fakten gut aussehen lässt.

Dienstag, 3. November 2009

Lasst euch nicht verkohlen.

Wo er Recht hat, hat er Recht (Grafik: Satirische Kampagnen-Interpretation)

In einem älteren Beitrag erfahrt ihr mehr über die unerträgliche Greenwashing-Kampagne der Braunkohle-Lobby.

Aktivisten-Gaudi in Barcelona.


Bis zu 112 Meter hoch: Die Sagrada Familia
(Video: Greenpeacespain @ youtube)

Dass auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen eine Nachfolge zum Kyoto-Protokoll verabschiedet wird, glaubt inzwischen kaum noch jemand. Gerade deshalb haben Greenpeace-Aktivisten die letzte UN-Verhandlungsrunde vor Kopenhagen genutzt, um ein Zeichen zu setzen:

Salvad el clima – Rettet das Klima!

Vegetarische Woche: das Fazit.

Ein selbstgebackener Spinat-Feta-Flammkuchen am Sonntag war Höhepunkt und zugleich Ende meiner Vegetarischen Woche. Folgendes habe ich gelernt:
Und welche Konsequenzen ziehe ich daraus? Ein leckerer Burger hier und da muss drin sein. Ansonsten halte ich mich an das Motto von Do The Green Thing: Easy on the Meat! Ich werde versuchen, weniger Fleisch zu essen. Und wenn ich selbst welches kaufe, frage ich an der Fleischtheke nach der Kuh von nebenan.

Montag, 2. November 2009

Panik im Park.

Wie wird es aussehen, wenn Vattenfall für die Moorburgtrasse einen 8 Meter breiten Graben durch Altonas Parks buddelt und knapp 300 Bäume fällt?

Eine beklemmende Vorschau auf die geplante Dimension dieser Großbaustelle gab am Sonntag die Initiative „Moorburgtrasse stoppen“: Bei einem öffentlichen Informationsspaziergang entlang des Bauabschnitts zwischen Nachbarschaftshaus im Gählerpark und S-Bahn Holstenstraße.

Anhand eines 8 Meter langen Absperrbandes war gut zu erkennen, was für einen massiven Eingriff Vattenfall und die Bezirksverwaltung hier in den kommenden vier Jahren vornehmen werden – zumal neben der Baugrube noch Aushub und Baumaschinen Platz finden müssen.

Bewaffnet mit Megaphon und Flyern konnten die Organisatoren neben den rund 50 Spaziergängern auch viele Passanten über die bevorstehende Zerstörung der Parks informieren. Eines ist sicher: Es regt sich Widerstand. Am kommenden Sonntag findet bereits die nächste Aktion statt. Und wenn auch ihr kommt, sind wir dann vielleicht schon zu hundert!

Einladung zum Aktionstraining „Was tun bei Baumfällungen“?
[update:] Auf dem Suttnerblog findet ihr ab sofort einen Beitrag über das Aktionstraining.

Ca. 50 Interessierte trafen sich beim Nachbarschaftshaus im Gählerpark

Am Wohlerspark wäre ein 8 Meter breiter Graben echte Maßarbeit

Der Holstenstraße drohen mindestens 18 Tage Vollsperrung


Dieses Informationsplakat hätte Vattenfall nicht besser hinbekommen