Samstag, 31. Oktober 2009

Zahlen bitte!

Stellt euch vor, ihr raucht eine fette Zigarre nach der anderen und irgendein armer Penner in der dritten Welt bekommt davon Krebs. So ungefähr muss Angela Merkel sich gefühlt haben, als sie gestern ein Verhandlungsangebot über EU-Hilfen für die Entwicklungsländer blockiert hat. Immerhin ist sie Kanzlerin des Landes, dessen CO2-Ausstoß im Jahr 2007 fast so hoch war, wie der von ganz Afrika.

Und das ist das Problem: Wir Industrienationen verantworten 80 % der für den Klimawandel verantwortlichen Treibhausgase, die Folgen tragen andere:
  • Menschen in Afrika, deren verdorrende Heimat sie nicht mehr ernähren kann.
  • Menschen auf den Inseln im Südpazifik, die allesamt vor der Überflutung stehen.
  • Menschen in Bangladesch, die von Überschwemmungen und Trockenheit zugleich heimgesucht werden.
Aber solange Merkel und Konsorten ihren Arsch in wohltemperierten Berlin haben, wird sich an dieser Situation nichts ändern.


Was interessiert mich die dritte Welt? (Video: Peter Wedel für Germanwatch)

Statt den hundertsten Thriller zu lesen, empfehle ich euch die Lektüre der Greenpeace Studie
Klimaflüchtlinge – Die verleugnete Katastrophe. Dort erfahrt ihr auf 40 sehr spannenden Seiten, warum durch den Klimawandel bereits über 20 Millionen Menschen ihre Heimat verloren haben.

Freitag, 30. Oktober 2009

Der Fall Vattenfall.

Auf der eigenen Internetseite bezeichnet sich Vattenfall als „in Sachen Umweltschutz […] führendes Unternehmen“. In Deutschland haben die Schweden eine eigenartige Auffassung von Umweltschutz: Verbietet man ihnen zum Beispiel die Erwärmung der Elbe um zehn Grad durch ihr Kohlekraftwerk in Moorburg, verklagen sie einen auf 1,4 Milliarden Euro.

Da sich der schwedische Staatskonzern mit seinen Kohle- und Atomkraftwerken weder um deutsche Umweltgesetze, noch um die deutsche Bevölkerung schert, hat Greenpeace heute Beschwerde gegen Vattenfall beim Bundeswirtschaftsministerium eingelegt.

Mehr darüber erfahrt ihr bei Greenpeace Deutschland.

Meine Vegetarische Woche: Tag 4.

Dass ich seit Montag ausschließlich Dinge wie Pommes ohne Currywurst esse, hat rein ökologische Gründe: Ob meine Vegetarische Woche Tierleben rettet, ficht mich nicht an.

Trotzdem gefällt mir dieses Video von Do The Green Thing sehr gut, das ich heute anstelle meines langweiligen Speiseplans serviere:
„I’m definitely eating less human these days” (Video: Do The Green Thing)

> Das Ende vom Lied. Meine Vegetarische Woche: ein Fazit.

Hosen runter, Frau Merkel!


Obdachloser Eisbär auf der Klimakonferenz in Poznań
2008 (Foto: Konrad Konstantynowicz für Greenpeace International)

Mit Kohlestrom haben wir unsere Wohlstandsgesellschaft aufgebaut. Der dadurch verursachte Klimawandel trifft nun zuallererst die, die ihn nicht verschulden: die
Entwicklungsländer. Dass die reichen Industrienationen sich dieser Schuld bewusst sind, ist leider alles.

Denn es geht um Geld. Genauer gesagt um bis zu 68 Milliarden Euro pro Jahr. Soviel müssten laut einer
Studie der Weltbank die USA, die EU und Japan jährlich zahlen, damit die ärmeren Länder die Folgen des Klimawandels bewältigen können.

Um sich auf eine konkrete Unterstützung zu einigen, treffen sich heute die EU Staats- und Regierungschefs in Brüssel. An ihrer Entscheidung hängt der Erfolg der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen, zum Beispiel gilt ohne fertigen EU-Beschluss die Teilnahme von Barack Obama an der UN-Klimakonferenz als unwahrscheinlich.

Einen Vorschlag gibt es bereits: EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek empfiehlt eine Zahlung von 30 Milliarden Euro pro Jahr. Dummerweise geht es nicht – wie bei der Bankenrettung – um den eigenen Wohlstand, sondern nur um irgendwelche Menschen irgendwo in der dritten und vierten Welt.

Und so
blockiert Angela Merkel die Verhandlungen, statt ihre Position als Klimavorreiterin zu nutzen. Offenbar befürchtet sie, die Entwicklungsländer könnten die Zusage einer festen Geldsumme als Verhandlungsbasis missbrauchen und am Ende mehr verlangen. Ich sage: Wir brauchen eine Ansage, Frau Merkel!

[update II:] Die Klimaketzerin schlägt zurück!
Auch Frau Merkel weiß: Die Zusage einer festen Geldsumme für die ärmeren Länder ist entscheidend für den Erfolg der kommenden UN-Klimakonferenz. In der Schlusserklärung des EU-Gipfels ist allerdings von schwammigen „22 bis 50 Milliarden Euro jährlich die Rede – die Einigung auf einen konkreten Betrag wusste unsere Kanzlerin zu verhindern.

Mein Lob aufgrund eines Beitrags der Tagesschau nehme ich hiermit zurück! Diese hat ihre irreführende Headline nun korrigiert, aus
30 Milliarden gegen den Klimawandel wurden im Verlauf des Nachmittags Milliarden gegen den Klimawandel. Es wäre zu schön gewesen.

Jetzt berichtet auch SpOnline: Merkel blockiert konkretes Geldversprechen für Klimaschutz

Donnerstag, 29. Oktober 2009

350 – die Erfolgsgeschichte geht weiter.

Es gibt ein neues Video mit hoffnungsfrohen Bildern vom International Day of Climate Action und dem großen Medienecho. Falls irgendwer noch nicht weiß, was es mit der Zahl „350“ auf sich hat: dringend ansehen!

Das Team vom 350.org hat mittlerweile aus den über 20.000 Fotos ein Buch zusammengestellt, das Janosz Pastor, Klimaexperte der Vereinten Nationen, nun dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, überreichen wird.

Falls der UN-Klimagipfel ohne verbindliches Ergebis bleibt, ist das die alleinige Schuld der Politik.

Leitet diese Video weiter an Freunde und Bekannte (Quelle: 350.org)

Meine Vegetarische Woche: Tag 3.

Auch am dritten Tag meiner Vegetarischen Woche wurde ich nicht mit kulinarischen Hürden konfrontiert – dafür hin und wieder mit der Frage „Warum tust du das?“. Meine Antwort: „Wegen Vattenfall!“ Denn:
  • Vattenfall wird vor meiner Haustür hunderte Bäume fällen
  • diese Bäume werden einer Fernwärmetrasse weichen
  • diese Fernwärmetrasse gehört zum Kohlekraftwerk Moorburg
  • Moorburg wird jährlich ca. 8 Millionen Tonnen CO2 emittieren
  • diese CO2-Emissionen beschleunigen den Klimawandel
  • auch die industrielle Viehhaltung beschleunigt den Klimawandel
  • mein Fleischkonsum beschleunigt den Klimawandel
  • ich möchte mich bewusster Ernähren und weniger Fleisch essen
  • ich starte den Selbstversuch einer vegetarischen Woche
Ab Montag esse ich wieder Fleisch. Aber nicht täglich und nicht von Regenwald-Weiden.

Mehr über die ökologischen Folgen übermäßigen Fleischkonsums erfahrt ihr zum Beispiel bei der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus.

> Tierliebe geht durch den Magen.
Meine Vegetarische Woche: Tag 4.

Mit bestem Dank zurück.


Wer hat die 18 Tonnen Koks bestellt? (Foto: Greenpeace Schweden)

Die schwedische Regierung durfte sich am Mittwoch über ein besonderes Geschenk freuen: 18 Tonnen Braunkohle aus Deutschland, überreicht von Greenpeace. Der Grund dafür ist schlüssig:

Mit schmutziger Kohleenergie verursacht der schwedische Staatskonzern Vattenfall in Deutschland beinahe tausendmal so viele CO2-Emissionen pro erzeugte Kilowattstunde wie in seiner Heimat. (Quelle: klima-media.de)

Wie gut, dass der schwedische Premier Frederik Reinfeldt
sich auf dem EU-Gipfel in Brüssel für eine Klimapolitik einsetzen kann, mit der Vattenfall (schwedisch für Wasserfall) seinem Namen endlich auch in Deutschland Ehre macht.

Lieferservice à la Greenepace
(Video: greenpeacenordic @ youtube)

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Requiem for a tree?

An diesem Sonntag veranstaltet die Initiative „Moorburgtrasse stoppen“ einen öffentlichen Spaziergang durch die Parks, in denen Vattenfall knapp 400 Bäume fällen wird.

Einladung zum Informations-Spaziergang:
Transparent beim Parkfest im Gählerpark am 04.10.2009

Greenpeace im Planetarium Hamburg.

Im Planetarium Hamburg könnt ihr bald hautnah erleben, wie der Klimawandel unser Leben schon heute verändert. Und zwar bei der Veranstaltung „Unsere fragile Welt - Brennpunkte von Energie- und Klimawandel“. Karten kosten fünf Euro.

> „Unsere fragile Welt“ am Freitag den 30. Oktober um 19:30
> „Unsere fragile Welt“ am Freitag den 20. November um 19:30

Mehr Informationen findet ihr auf dem Blog von Greenpeace Deutschland.

Meine Vegetarische Woche: Tag 2.

Verunglimpfungen durch die Kollegen, soziale Isolierung und der mittägliche Spießrutenlauf entlang der Hamburger Fressbuden blieben auch am zweiten Tag meines ökologisch inspirierten Selbstversuchs aus.

08:15 Gut gelaunt schneide ich mir den letzten Zentimeter Salami auf mein Schulbrot.

09:20 Schlecht gelaunt kratze ich die Salami wieder vom Brot runter.

12:30 Heute kommt meine Rettung aus dem nahen Osten. Falafel schmeckt prima! Außerdem regenerieren Kichererbsen die Zellen, sagt eine Arbeitskollegin.

17:30 Nicht gerade spannend, aber ich esse ein Schwarzbrot mit Käse.

19:20 Zum Abendessen erwartet mich gekochtes Gemüse. GEKOCHTES GEMÜSE.

Ganz schön langweilig. Dafür gibt es heute rappende Buletten: M.W.A. – Meat Balls With Attitude (Video: myspace.com/meatballswithattitude)


> Ich bin Vattenfall-Vegetarier. Meine Vegetarische Woche: Tag 3.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Do The Green Thing!

Solche perfekt illustrierten Filme machen einfach Spaß (Video: Do The Green Thing)

Ich mag das Green Thing. Es hat zwei Münder, drei Augen und sieben Ideen, wie man die Umwelt schont und sich dabei etwas gutes tut:

1. Walk The Walk
Fahrrad statt Auto geht nicht immer. Aber wie steht es mit Treppe statt Fahrstuhl? Laufen hält fit und spart CO2-Emissionen.

2. Stay Grounded
Eine Flugreise hat meinen CO2-Ausstoß 2009 mehr als verdoppelt. Wann habe ich eigentlich das letzte Mal mit dem Zug meine Oma im Schwarzwald besucht?

3. All-consuming
Wer Blöcke vollschreibt, Zahnpastatuben aufschneidet, Joghurtbecher auskratzt und Bierflaschen austrinkt, spart Geld und wertvolle Ressourcen.

4. Easy On The Meat
Steak schmeckt köstlich – und verursacht mehr CO2-Emissionen als der gesamte Transportsektor. Morgen schmeckt es genauso gut, heute gibt es erst mal Salat!

5. Human Heat
Es gibt kaum Schöneres, als bei Schmuddelwetter die Heizung aufzudrehen. Aber vielleicht ist es im gemütlichen Jogginganzug genauso warm?

6. Plug Out
Fernseher, Hi-Fi-Anlage, Drucker: Stecker raus! So spart man leicht 120 kW/h pro Jahr. Das entspricht etwas über 20 Euro – und 81,6 kg CO2!

7. Stick With What You Got
Dein Mobilfunkanbieter schenkt dir ein neues Handy? Soll er es doch behalten! Unsere Wegwerfgesellschaft verursacht Tag für Tag unnötig CO2-Emissionen und Müll.

8. Besucht die Internetseite von Do The Green Thing

Meine Vegetarische Woche: Tag 1.

"Are you askin' me to be a f**kin' vegetarian?" (Video: Do The Green Thing)

Am ersten Tag meiner Vegetarischen Woche bin ich recht glimpflich davon gekommen.

08:30 Frühstück – Schmühstück: Kaffe rein und ab zur Arbeit.

09:15 Oh nein! Am Empfang liegt das Fax mit der Wochenkarte von Iwona: Argentinisches Roastbeef, hausgemachtes Rindergulasch, Schweineschnitzel… Ein herber Rückschlag für meine Vegetarische Woche. Aber ich muss stark bleiben!

12:30 Der Magen knurrt. Was soll ich nur essen? Der Angstschweiß steht mir auf der Stirn.

13:00 Endlich Entwarnung! Gestern hätte ich beim Anblick vegetarischer Sushi noch die Nase gerümpft, heute schmecken sie mir hervorragend.

20:41 Zeit fürs Abendessen. Meine kranke Freundin fordert aus dem Bett heraus lautstark „Ei im Nest“. Da ich als Vegetarier die industrielle Tierhaltung nicht unterstützen möchte, lasse ich bei meiner Portion das Ei weg und mache mir dafür etwas Salat mit Schafskäse. Mist, schon wieder ein Tierprodukt! Es regen sich erste Zweifel an der Sinnhaftigkeit meines Unterfangens. Egal – Hauptsache kein Rind.

Fazit soweit: Es hätte schlimmer kommen können. Aber die Woche ist noch jung.

> Jetzt geht's um die Wurst! Meine Vegetarische Woche: Tag 2.

Panda gut – alles gut.


Komplizierter muss man es nicht machen: (Video: WWF @ youtube)

Montag, 26. Oktober 2009

Die Kohle-Lobby hat zuviel Kohle.

Glaube keinem Kohle-Lobbyisten (Grafik: Satirische Kampagnen-Interpretation)

Sicher ist auch euch die massive Kampagne des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins (DEBRIV) aufgefallen. Und sicher kommen auch euch Aussagen wie „Die 26 % Anteil der Kohle am Weltenergieverbrauch lassen sich nicht durch 26 % Wunschdenken ersetzen“ komisch vor.

Mit diesem misslungenen Greenwashing-Versuch ist der DEBRIV Dauergast beim Klima-Lügendetektor. Dort erfahrt ihr alles über das Märchen vom sauberen Kohlestrom, die geschäftlichen Verflechtungen dieser selbsternannten Experten und die Vertreibung eines ganzen Dorfes.

Die Kampagne stammt übrigens von einer Leipziger Werbeagentur. Ein klarer Fall für die Kategorie „Werber ohne Gewissen“ – immerhin mussten in den vergangenen Jahrzehnten 24.000 Menschen aus der Region Leipzig ihre Heimat dem Braunkohletagebau überlassen. Pfui!

International Day of Climate Action in Hamburg.

Auch in Hamburg fanden am Samstag Aktionen zum International Day of Climate Action statt. Die kostenlose Vorführung des Films „The age of stupid“ im Haus 73 war ein voller Erfolg. Gratulation an die Organisatoren und alle Besucher!

Gar nicht „stupid“: Volle Hütte im Haus 73

Vegetarische Woche – ein Selbstversuch.

Wäre das Problem behoben, wenn ich die Kühe alle aufesse? (Video: animalssavetheplanet.com)

Ich liebe Fleisch. Sogar, als sich mir neulich während der Mittagspause ein mit Kunstblut beschmierter PETA-Aktivist in den Weg stellte, ließ sein Anblick mich nur umso liebevoller an das Rumpsteak in meinem Magen denken. Jetzt werde ich eine Woche lang vegetarisch leben. Warum?

Weil ich mein Bewusstsein dafür schärfen möchte, dass ich mit jedem verzehrten Burger an dem Ast säge, auf dem ich sitze. Laut der UNO Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO verantwortet die industrielle Viehzucht knapp ein Fünftel der durch Menschen verursachten Emissionen an Treibhausgasen, mehr als der Transportsektor.

Welchen Einfluss die fleischlose Woche auf meinen ohnehin schon desolaten Gemütszustand hat und wie lange ich durchhalte, erfahrt ihr in den nächsten Tagen hier auf dem Suttnerblog!

> Was kann ein Magen ertragen? Meine Vegetarische Woche: Tag 1.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Die wichtigste Zahl der Welt.


350 around the world (Video: 350.org @ youtube)

350 Times Square Takeover mit aktuellen Fotos der weltweiten Aktionen

In den USA hat es der International Day of Climate Action auf die Titelseite der New York Times geschafft, die Aufmerksamkeit der deutschen Presse gilt alleine Union und FDP. Selbst die von Dr. Motte angeführte Klimaparade
durch Berlin oder die 350 Angela Merkel Doppelgängerinnen vor dem Brandenburger Tor waren den Medien allenfalls eine Fußnote wert.

Mir ist dieses Desinteresse vollkommen unbegreiflich. Die über 5.200 Aktionen waren so kreativ, vielfältig und beeindruckend, dass ich am Samstag Stunden vor der im Minutentakt wachsenden Flickr-Galerie von 350.org verbracht habe. Mittlerweile finden sich dort knapp 14.000 Fotos! Auch der Besuch von 350.org lohnt zur Zeit mehr denn je. Nehmt euch ein paar Minuten Zeit und macht euch ein Bild davon, was für große Hoffnungen Menschen aus 181 Ländern in die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen legen.

[update:] Der britischen Times zufolge wird Barack Obama vermutlich nicht am UN-Klimagipfel in Kopenhagen teilnehmen. Immerhin hat dieses Debakel auch SpOnline aufgeweckt.

In der New York Times äußern sich Wissenschaftler kritisch zum Kampagnen-Motto
„350
.

Samstag, 24. Oktober 2009

Heute ist International Day of Climate Action.


Table Island 2065? Klima-Aktivisten am Tafelberg (Foto: Andy Nix)



Auch in Sydney finden heute zahlreiche Aktionen statt


Von Cairo zu den Pryramiden mit dem Rad: der Cairo Cyclist Club für 350


350 Angela Merkels in Berlin, aber wo ist die Klimakanzlerin?

Heute begehen Menschen in 175 Ländern den Klima-Aktionstag: von Angkor Wat in Kambodscha über den Affen-Tempel Swayambhunath in Nepal bis in das legendäre Studio 54 in New York. Die Flickr Seite von 350.org fasst schon über 6.000 Fotos und wächst von Minute zu Minute weiter!

In Berlin haben die Klimapiraten unter 350 Merkel-Doppelgängern die wahre Klimakanzlerin gesucht – Merkel hat diesen Titel mit Abschluss der Koalitionsverhandlungen bis auf weiteres verspielt. Es bleibt zu hoffen, dass sie sich wenigstens auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen blicken lässt.

In einem älteren Beitrag könnt ihr kurz und knapp nachlesen, was es mit der „350“ auf sich hat.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Die Welt retten in 49 Sekunden.

Diese drolligen Filme von Aardman Animations (Wallace & Gromit) könnte ich mir immer wieder ansehen!


Klimaschutz im Iglu (Video: animalssavetheplanet.com)


Der Gesichtsausdruck des Springbocks! (Video: animalssavetheplanet.com)

800 Millionen Bäume für Moorburg!

Die Philosophie hinter Plant for the Planet ist einfach: Wir alle haben von Geburt an ein Anrecht auf CO2-Ausstoß, die Menge für jeden von uns ergibt sich aus der Aufnahmekapazität von Wäldern und Meeren geteilt durch die Anzahl aller Menschen. Wer diesen Wert überschreitet, muss das ausgleichen.

Dass wir bei dieser Rechnung den Entwicklungsländern gegenüber in der Schuld sind, scheinen auch die Politiker von CDU/CSU und FDP begriffen zu haben – zumindest ist in ihrem Koalitionsvertrag von einer
angemessenen“ Finanzierung von Technologietransfer-, Waldschutz- und Anpassungsprojekten die Rede. (Quelle: de.reuters.com)

Bei Vattenfall hat man die Einschläge noch nicht gehört. Um allein die jährlich 8 Millionen Tonnen CO2 des im Bau befindlichen Kohlekraftwerks in Moorburg auszugleichen, müssten 800 Millionen Bäume gepflanzt werden (Plant for the planet rechnet pro gepflanztem Baum – gerechnet über seine gesamte Lebensdauer – mit einer Bindung von durchschnittlich 10 kg CO2 pro Jahr).
Ich sage mal: Kommt in Schweiß, Schweden! Platz ist genug!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Zu Gast bei Freunden.

Die kommende UN-Klimakonferenz in Kopenhagen ist zu wichtig, als dass man die ungeteilte Aufmerksamkeit der Medien den Politikern überlassen könnte. Darum bereiten sich schon jetzt Menschen überall auf der Welt darauf vor, in Kopenhagen auf die Dringlichkeit konkreter Ergebnisse aufmerksam zu machen: mit gewaltfreiem, friedlichem, kreativem zivilem Ungehorsam!

Die dänische Regierung bereitet sich derweil etwas anders vor.

Willkommen in Kopenhagen (Foto: Freddy Hagen @ modkraft.dk)

Bei den laut dem Online-Magazin Wir Klimaretter geplanten Strafen wird sich jeder zweimal überlegen, ob er an einer friedlichen Demonstration teilnimmt. Schließlich sind all diese Maßnahmen Auslegungssache:
  • Freiheitsstrafen von 40 Tagen ohne Bewährung bei Straßenblockaden
  • 12 Stunden Vorbeugehaft bei Verdacht auf ordnungswidrige Absichten
  • Geldbußen von 400 bis 700 Euro für Demonstranten, die der Polizei nicht umgehend Folge leisten
Man muss kein Hellseher sein, um sich das Ergebnis solcher polizeistaatlicher Methoden auszumalen: Unbescholtene Bürger trauen sich nicht, von ihrem Recht auf Demonstrationsfreiheit Gebrauch zu machen.

[update:] Laut einem Bericht der taz haben Umweltorganisationen aus elf europäischen Ländern gefordert, das sogenannte Lümmelpaket zu verwerfen. In einem offenen Brief an den dänischen Justizminister Brian Mikkelsen äußerten sie die Sorge, die geplanten Maßnahmen verhinderten friedliche Proteste.

Mit einer E-Mail Aktion der taz könnt ihr eurem Unmut über das Lømmelpakke
direkt bei der dänischen Botschaft Luft machen.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Kostenlos ins Kino: "The age of stupid".

Am 24. Oktober ist International Day Of Climate Action. Aus diesem Anlass findet im Haus 73 eine kostenlose Vorführung des Films “The age of stupid” statt. Um 19:00 geht es los. Hier der Trailer:


Mehr über diesen Film erfahrt ihr auf der offiziellen Internetseite

Sonntag, 18. Oktober 2009

Wenn der Postmann 100.000 mal klingelt.

Knapp zwei Drittel der deutschen Bevölkerung sind dagegen, trotzdem war die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke (was auch immer das bedeuten wird) einer der wenigen Selbstläufer der trägen Koalitionsverhandlungen.

Doch während sich die Atomlobby schon die Hände reibt, wächst der Widerstand: Das Demokratie-Portal Campact.de hat in einem offenen Brief ein Festhalten am Atomausstieg gefordert, über 100.000 Menschen haben bereits unterschrieben. Am vergangenen Freitag wurden die Unterschriften einem Mitarbeiter des Kanzleramtes überreicht.

Eure Unterschrift war nicht dabei? Den offenen Brief könnt ihr weiterhin unterschreiben.

Samstag, 17. Oktober 2009

Auf heißen Kohlen.

Braunkohle, so hört man dieser Tage von selbsternannten Experten, ist für die nächsten Jahrzehnte unsere wichtigste Energiequelle. Wer so redet, nimmt billigend in Kauf, dass andere alles verlieren, was sie haben. Denn während wir in Deutschland munter an neuen Kohlekraftwerken bauen, steht andernorts den Menschen das Wasser schon bis zum Hals.

Besonders kritisch ist die Lage auf den Malediven, deren Präsident die Hoffnung auf einen Stopp des Klimawandels bereits aufgegeben hat und in Indien, Sri Lanka und Australien nach alternativem Wohnraum für die Bevölkerung sucht. Das Staatsgebiet der Malediven liegt bereits zu mehr als 90 % unter dem Meeresspiegel, ein Anstieg von einem Meter würde ausreichen, um alles zu überfluten.

Die von 350.org initiierte Aktion Postcards from the Frontline transportiert die Folgen des Klimawandels in die Briefkästen der einflussreichsten Staatsmänner: Aus fast 5.000 eingereichten Fotos von den Malediven werden nun 350 ausgewählt und als Postkarte verschickt.


Staat unter: Die Malediven sind bald weg (Video: http://www.350postcards.com/)

[update:] Mit der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung haben es die Malediven sogar in die Tagesschau geschafft! Mehr Informationen findet ihr bei 350.org.


Unsere CO2-Emissionen, unser Problem! (Foto: Mohamed Seeneen)

Wo seid ihr am 24. Oktober?

Der Blog Action Day am Donnerstag war ein voller Erfolg, über 12.000 Blogs haben den Klimawandel thematisiert und dabei geschätzte 17 Millionen Menschen erreicht. Leider ist bei den deutschen Politikern noch nichts von der Dringlichkeit des Themas angekommen – statt sich auf den UN-Klimagipfel vorzubereiten, flirten sie mit der Atomlobby.

Höchste Zeit, Angie und ihre kleinkarierte Kollegschaft mit der Dringlichkeit des Themas zu konfrontieren: Am 24. Oktober ist International Day Of Climate Action! Aktionen in eurer Region findet ihr wie gehabt über 350.org.


“A global warming movement is underway!” (Video: greenpeace USA)

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Blog Action Day '09: Die Wechsel-WG.

Heute ist Blog Action Day 2009 und mehr als 8.000 Blogs aus 135 Ländern beschäftigen sich mit dem Thema Klimawandel. Aus diesem Grund hätte euch hier eigentlich ein langweiliger Film mit schmelzenden Gletschern oder eine mehrstündige Rede von Al Gore erwartet. Doch ein freudiges Ereignis aus meinem unmittelbaren Umfeld schmiss diesen Plan über den Haufen:

Am Dienstag bekam meine ehemalige Wohngemeinschaft Post von Vattenfall. Und zwar in Form einer schmucken Abmeldebestätigung!

Der Jährliche Stromverbrauch der WG liegt zurzeit bei 5.800 kWh pro Jahr, was nicht verwunderlich ist, da sie auch als Büro genutzt wird und dort eine Schildkröte wohnt. Gemessen am deutschen Strom-Mix von 2007 liegen die CO2-Emissionen pro verbrauchte Kilowattstunde bei 0,68 kg CO2.
Für die Wechsel-WG bedeutet das

eine jährliche Einsparung von 3.808 kg CO2 – erreicht in fünf Minuten, die das Anmelden beim neuen Anbieter gedauert hat.

Ende des Artikels.

Ihr könnt das auch: www.atomausstieg-selber-machen.de

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Danke EnBW: Reaktorschutz statt Klimaschutz.

Auf den Internetseiten großer Energiekonzerne weiß man gar nicht, wo man hinschauen soll: Alles ist voll mit Solaranlagen, Windrädern oder Elektroautos. Ein Umweltengagement, das mehr ist als eine Werbemaßnahme? Fehlanzeige. Dass sich daran nichts ändern wird, bevor das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet ist, demonstriert uns dieser Tage eindrucksvoll die EnBW:

Der Pannenreaktor Neckarwestheim 1 ist seit 1976 am Netz und wäre – so wollte es der von Rot-Grün beschlossene Atomausstieg – Mitte 2009 vom Netz gegangen. Dummerweise schmiedete man bei der EnBW voller Hoffnung auf eine schwarz-gelbe Regierung den Plan, Neckarwestheim 1 in die nächste Legislaturperiode zu retten.

Wie das möglich ist? Zum Beispiel, indem man in seinem Atomkraftwerk knapp zwei Jahre lang auf Sparflamme kocht und nachts oder an Wochenenden einfach mal die Leistung drosselt. Da der Atomausstieg für jedes Kraftwerk eine Restenergiemenge vorsieht, konnte die EnBW mit diesem Trick genug Strom auf die hohe Kante legen, um den Betrieb künstlich bis 2010 verlängern.

Die Aufforderung an Merkel, Seehofer und Westerwelle, am Atomausstieg festzuhalten, haben schon fast 100.000 Menschen unterzeichnet. Unterschreibt auch ihr!

Mehr Informationen über die Machenschaften der EnBW findet ihr bei Greenpeace und auf SpOnline

Wer geht zu „Green vs. Capital“?


Wenn diese Bäume fallen, rollen Köpfe (Suttnerpark/Altona)

Dass die Stadt Hamburg den Titel
European Green Capital 2011 durch den Bau eines Kohlekraftwerkes mit 8 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr nicht verdient hat, war hier schon Thema. Die damit verknüpfte Rodung von knapp 400 Bäumen auf öffentlichen Grünflächen in Altona macht die Sache nicht besser.

Am 30. Oktober organisiert der BUND Hamburg daher unter dem Motto
Green vs. Capital eine Fachtagung zum Thema Baumschutz in Hamburg. Auf Vorträge von Fachleuten und Entscheidungsträgern wird eine offene Diskussionsrunde folgen. Dass der Bau der Moorburgtrasse durch den Grünzug Altona und die damit verbundenen Rodungen Thema sein werden, wurde mir auf mein Anfragen hin versichert.

Leider lassen 1,5 Tage Resturlaub meine Teilnahme nicht zu. Darum hier die Frage: Wird jemand diese Veranstaltung besuchen? Ergebnisse der Tagung, die das Thema Moorburgtrasse betreffen, nehme ich mit Kusshand entgegen!

Für neue Leser: Die sogenannte Moorburgtrasse ist quasi die Mutter dieses Blogs.

[update:] Beim BUND Hamburg findet ihr eine Zusammenfassung der Fachtagung Green vs. Capital und alle Vorträge im PDF-Format
.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Interview: Ökostrom von NaturWatt auf dem Prüfstand.


NaturWatt Geschäftsführer Dr. Martin Baumert (3. v. r.) vor einer geförderten Photovoltaikanlage

Die vier unabhängigen, deutschen Ökostromanbieter sind nicht die einzigen, deren Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien besteht. Heute nehme ich die NaturWatt GmbH genauer unter die Lupe, die seit 2008 bundesweit die Versorgung mit Ökostrom anbietet. Jan Schoenmakers, Online-Marketing Verantwortlicher bei NaturWatt, hat sich bereit erklärt, in einem Interview Rede und Antwort zu stehen.

Erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Vielleicht möchtest du dich den Lesern kurz vorstellen?

(
Jan Schoenmakers:) Gerne und danke für die Gelegenheit! Ich bin 27, wohne in Bremen und kümmere mich seit gut einem Jahr um das Online-Marketing von NaturWatt. Ursprünglich komme ich aus der Öffentlichkeitsarbeit und habe mich vorher mit der Kommunikation für Hard- und Softwareprodukte beschäftigt. Erneuerbare Energien fand ich zwar immer sehr wichtig, aber Strom kam für mich aus der Steckdose, da habe ich nicht viel drüber nachgedacht – wie die meisten Verbraucher. Das hat sich radikal geändert, als ich NaturWatt für mich entdeckt habe. Inzwischen bin ich auf dem besten Weg zum Ökostrom-Apostel.

Vielen Kunden ist es wichtig, dass ihr Ökostromanbieter auch indirekt keine durch Atom- und Kohlestrom finanzierte Muttergesellschaft begünstigt oder unter dem Einfluss einer solchen steht.

90% der NaturWatt GmbH gehören der EWE AG, deren Strommix 2007 zu 78,4% aus Kernenergie und fossiler Energie bestand. Die EnBW AG, die viel Geld in Image-Werbung steckt und wenig in erneuerbare Energien, wird mit 26% bei der EWE AG einsteigen.

Welchen Einfluss haben diese beiden Konzerne auf NaturWatt und profitieren sie direkt oder indirekt vom Geld der NaturWatt Kunden?

Wir schütten Gewinne nicht an unsere Gesellschafter
die EWE sowie die Stadtwerke Emden und Norden aus, sondern verwenden sie zweckgebunden zum Ausbau und zur Förderung erneuerbarer Energien. Uns ist es wichtig, dass das Geld, das unsere Kunden für ihren Ökostrom zahlen, auf jeden Fall wieder in erneuerbare Energien fließt.

Die EWE hat als unser Hauptgesellschafter natürlich Einfluss auf uns. Sie hat uns bei der Gründung zwei Aufgaben gegeben: Nachfrage für erneuerbare Energien zu schaffen um sie erfolgreich an den Markt zu bringen und den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Die Gewinnverwendung zeigt dabei, dass es unsere Gesellschafter ernst gemeint haben. Als regionaler Vollversorger hat die EWE andere Schwerpunkte als wir, investiert allerdings selbst sehr viel in regenerative Erzeugung. Insofern decken sich unsere Ziele, was erneuerbare Energien betrifft.

Die EnBW sind nicht Gesellschafter bei NaturWatt und halten lediglich eine Minderheitsbeteiligung an der EWE. Bei der neuen Kooperation von EWE und EnBW geht es vor allem um Synergien bei Windkraft und Gas, nicht um den Ökostromhandel, zumal die EnBW mit NaturEnergie ihre eigene Ökostromtochter hat.

Wie du schon sagtest, verwendet die NaturWatt GmbH gemäß ihrem Gesellschaftervertrag Gewinne ausschließlich für Ausbau und Förderung erneuerbarer Energien.

Welche Rolle spielt ein völlig unrentables Unternehmen in einem Konzerngefüge mit EWE und EnBW?


Wir sind durchaus nicht unrentabel und arbeiten natürlich mit dem Ziel der Gewinnerzielung. Richtig ist, dass unsere Gesellschafter auf Grund unserer Gewinnverwendung auf Rendite verzichten, um andere Ziele zu verwirklichen: Wir sind als erster Norddeutscher Ökostromanbieter gestartet und haben so in den letzten 11 Jahren wichtige Erfahrungen sammeln können, wie man Ökostrom einkauft, an den Markt bringt, die Qualität sicherstellt und das Produkt den Verbrauchern vermittelt. Das sind Kompetenzen, von denen auch unsere Gesellschafter profitieren und die wir in Form von Kooperationen auch anderen Stromversorgern zuteil werden lassen. Als Vorversorger beliefern wir mittlerweile 39 regionale Versorger
von Stadtwerken bis zur EWE mit NaturWatt-Ökostrom. Gerade für kleinere Stadtwerke ist das ein Angebot, dass es ihnen überhaupt erst ermöglicht, grünen Strom ins Sortiment aufzunehmen.

Anbieter wie Greenpeace Energy garantieren eine sogenannte zeitgleiche Versorgung. Dabei wird immer genau die benötigte Menge an Ökostrom ins Netz eingespeist, ein Zukauf an der Strombörse oder über RECS-Zertifikate ist ausgeschlossen.

Wie gestaltet sich die Stromeinspeisung bei NaturWatt? Werden RECS-Zertifikate gehandelt?

Eine zeitgleiche Versorgung würde bedeuten, in jedem Moment genau die Menge an Strom einzuspeisen, die exakt dann von unseren Kunden verbraucht wird. Dafür müsste der Verbrauch jedes Haushalts in sehr kurzen Abständen genau gemessen werden. Bei Privatkunden sind diese Vorraussetzungen aber in der Regel technisch nicht erfüllt, so dass die Verbrauchsmessung nur rückwirkend, meist mit einer Jahresabrechnung erfolgt. Wir kaufen unseren Strom daher mengengleich ein. Unsere Lieferung richten wir aber natürlich am Standardlastprofil aus
also dem durchschnittlichen Verbrauchsverlauf eines Haushalts in Deutschland über den Tag hinweg. Das ist die beste Annäherung an eine tatsächliche zeitgleiche Versorgung, die zurzeit möglich ist.

NaturWatt bezieht den Strom über direkte Lieferverträge von den einzelnen Erzeugeranlagen. Wir bestehen dabei auf einem Nachweis über die physikalische Stromlieferung. Wir kaufen also den tatsächlichen Strom, nicht nur Zertifikate über die Erzeugung einer entsprechenden Menge. Eine Umetikettierung von Graustrom in Grünstrom ist bei uns damit ausgeschlossen.

NaturWatt bietet zwei Tarife an. Der günstigere davon, NaturWatt Hausstrom, liegt auf einem ähnlichen Preisniveau wie die Tarife von EWS, Lichtblick und Naturstrom, der Strom stammt aber zu 100% aus norwegischen Wasserkraftwerken. Strom mit Anteilen aus Wind- und Solarenergie kostet bei NaturWatt mehr. Es könnte leicht der Eindruck entstehen, NaturWatt wolle seine Kunden mit einem „Spartarif“ über den Preis locken statt über das ökologischste Angebot. Warum zwei Tarife?

Wir bieten diese Staffelung seit 11 Jahren an, um verschiedene Kundengruppen anzusprechen. Hausstrom ist ein ehrliches Produkt, das allen wichtigen Qualitätsansprüchen entspricht und dementsprechend vom Öko-Institut in der EcoTopTen-Liste empfohlen wird. Dabei ist es preisgünstig und überzeugt so viele Kunden, die zum ersten Mal zu Ökostrom wechseln. Mit Premiumstrom haben wir einen zweiten Tarif, der Wind und Sonne im Mix garantiert. Damit sprechen wir Kunden an, die spezifisch diese Formen der Energieerzeugung fördern möchten. Wenn wir aufgrund einer steigenden Nachfrage und guter Einkaufkonditionen Sonnen- und Windenergie mit in den Mix von Hausstrom aufnehmen können, werden wir dies tun.

In einem abschließenden Satz: Warum sollten Stromkunden zu NaturWatt wechseln, was ist euer stärkstes Alleinstellungsmerkmal?
Wir verwenden unsere Gewinne ohne wenn und aber für erneuerbare Energien. Damit ist klar, wem man sein Geld gibt und wofür. Die Nachfrage unserer Kunden führt direkt zu einem Ausbau der regenerativen Erzeugung.


Vielen Dank für die offene Auskunft. Ob NaturWatt den vier unabhängigen Anbietern bei ähnlichen Preisen „überlegen“ ist, muss jeder Stromkunde für sich selber entscheiden. Einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten NaturWatt-Kunden in jedem Fall.



Die NaturWatt-Tarife im Überblick:

Grundgebühr/Monat
Cent/kWh
NaturWatt Hausstrom
7,50 €
19,90
NaturWatt Premiumstrom
7,50 €
21,90
NaturWatt Hausstrom: 100% Wasserkraft; NaturWatt Premiumstrom: 50% Wasserkraft, 49% Windenergie, 1% Solarenergie (Quelle: NaturWatt-Strommix)

Hier eine Orientierungshilfe, falls ihr euren Stromverbrauch nicht kennt:

2.000 kWh/Jahr
(1 Person*)
3.500 kWh/Jahr
(2 Personen*)
5.000 kWh/Jahr
(4 Personen*)
NaturWatt Hausstrom488.00 €
786.50 €
1085.00 €
NaturWatt Premiumstrom
528.00 €
856.50 €
1185.00 €
*ungefähre Richtwerte laut de.wikipedia.org

[update:] Seit November 2009 gibt es bei NaturWatt ausschließlich Strom aus Wasskerkraft, Windenergie und Solarenergie. In meinem Postleitzahlengebiet ist zudem der Arbeitspreis gesunken:

Grundgebühr/Monat
Cent/kWh
NaturWatt Hausstrom
8,25 €
18,99

Hier eine Orientierungshilfe, falls ihr euren Stromverbrauch nicht kennt:

2.000 kWh/Jahr
(1 Person*)
3.500 kWh/Jahr
(2 Personen*)
5.000 kWh/Jahr
(4 Personen*)
NaturWatt Hausstrom478,80 €
763,65 €
1048,50

Alle angegebenen Preise sind ohne Gewähr.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Nick Broomfield's "A time comes".

Dass Vattenfall uns in Moorburg aus Profitgier ein überdimensioniertes Kohlekraftwerk vor die Tür stellt, ist beschlossene Sache. Um so erfreuter war ich, als ich am Donnerstag las, dass mit Unterstützung von Greenpeace UK ein ähnlicher Neubau verhindert werden konnte: die Erweiterung des e.on-Kohlekraftwerks Kingsnorth, mit dem zusammen die Anlage genau wie Moorburg ca. acht Millionen Tonnen CO2 pro Jahr produziert hätte.

Hautnah dabei zu sein, wie Greenpeace-Aktivisten in das Kraftwerksgelände einbrechen und dort einen über 200 Meter hohen Schornstein erklimmen, verursacht schon eine Gänsehaut. Die 20-minütige Dokumentation von Nick Broomfield solltet ihr euch unbedingt ansehen. Mich haben die fesselnden Bilder noch lange beschäftigt, die Online-Überweisung an Greenpeace ist quasi schon unterwegs. Hier der Trailer:
Wann steigt in Hamburg mal jemand Vattenfall aufs Dach? (video: greenpace uk)

Den ganzen Film könnt ihr euch hier ansehen


Schmutzige Energie hat einen Namen (Logo: eon-abmelden.de)

Samstag, 10. Oktober 2009

Let's go 350!


Diese hübsche Animation sagt alles (Video: 350.org)

Es gibt viele Dinge, für die ich das Internet liebe. Dass es die perfekte Infrastruktur zur Vernetzung von Klima-Aktivisten bietet, gehörte bis vor kurzem nicht dazu. Aber die Aktions-Plattform
350.org ist extrem amtlich!

Was macht 350?
Alle Nutzer von 350.org arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin: die Organisation und Bekanntmachung möglichst vieler Kampagnen zum Klima-Aktionstag am 24.Oktober. Zurzeit laufen Vorbereitungen für 2.136 Aktionen in 149 Ländern. Und auch in Deutschland werden am 24. Oktober viele Menschen auf die Straße gehen, um auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen. Eine Karte mit allen geplanten Events findet ihr hier.

Warum die 350?
Die Belastbarkeitsgrenze unserer Atmosphäre liegt bei einer Konzentration von 350 ppm (CO2-Molekülen pro Million anderer Gasmoleküle). Zurzeit liegt dieser Wert bereits über 385
und er steigt um weitere 2 ppm pro Jahr. Viele Millionen Menschen spüren die Folgen dieser Entwicklung bereits heute!

Bleibt informiert und integriert 350.org in eure Kontaktnetzwerke:
350 bei Youtube
350 bei Flickr
350 bei Facebook
350 bei Twitter

Freitag, 9. Oktober 2009

Damit hätte ich nicht gerechnet.

Heute verkneife ich mir unreflektierte Hasstiraden gegen Kohlestrom und kehre zur Abwechslung mal vor der eigenen Haustür: Ich checke meine Klimabilanz!

Unter www.endlich-handeln.de findet ihr verschiedene CO2-Rechner, ich habe mich für den von KlimaAktiv entschieden. Mein Ergebnis: Am Ende dieses Jahres gehen vermutlich 12,61 Tonnen CO2-Emissionen auf meine Kappe, knapp 1,7 Tonnen mehr als der Durchschnitt.

Zwei Dinge haben mich besonders überrascht:
  • Mehr als die Hälfte meiner CO2-Emissionen resultieren aus einer einzigen Flugreise nach Bangkok
  • Durch den Konsum von Tiefkühlprodukten und importierten Lebensmitteln verantworte ich dreimal so viel CO2-Emissionen wie durch Strom und Heizung zusammen
Ob ich nächstes Jahr mit dem Fahrrad nach Südostasien krebse, muss ich mir noch überlegen. Aber die Not-Pizza fliegt gleich heute Abend aus der Tiefkühltruhe! Dann ist da auch endlich mehr Platz für Schnaps.

Eure eigene Klimabilanz erfahrt ihr hier


Der Flug nach Thailand versaut mir die Bilanz (CO2-Rechner: KlimaAktiv)

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Macht mit beim Blog Action Day 2009!

Während die Klimapolitik der USA mit dem Tempo eines Dreifingerfaultiers in Richtung Energiewende krabbelt, ist die Internetgemeinde Lichtjahre weiter: Zahlreiche Online-Communitys kämpfen von den USA aus gegen den Klimawandel. Neben dem Vorteil, dass die englische Sprache eine weltweite Vernetzung von Freiwilligen vereinfacht, lohnt der Besuch vieler dieser Communitys auch wegen der herausragenden Qualität ihrer Internetauftritte.

Ein schönes Beispiel dafür ist der Blog Action Day, der am 15 Oktober zum dritten Mal stattfindet. An diesem Tag sind alle Internetseiten dazu aufgerufen, das Thema Klimawandel aufzugreifen: Vom Ökostrombekenntis der Buxtehuder Rhönradfreunde bis zur Fahrgemeinschaft deutscher Zwerghamsterzüchter ist jeder Beitrag willkommen!

2008 nahmen weltweit 12.000 Blogger teil und informierten so geschätzte 14 Millionen Menschen über das damalige Thema „Armut“! Ich finde diese Aktion großartig und bin nächste Woche auf jeden Fall mit dabei. Werdet auch ihr Klimabotschafter für einen Tag und meldet eure Website an unter www.blogactionday.org


Gemeinsam gegen den Klimawandel: Der Blog Action Day 2009 braucht euch

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Die Karotten und das Klima.

Wie lockt man einen Esel über die Anden, mit ein paar saftigen Hieben oder mit einer saftigen Möhre? Ich würde das störrische Vieh ja mit der Reitpeitsche durch Machu Picchu prügeln, erfolgversprechender ist vermutlich die Variante mit dem Gemüse. Was das mit Ökostrom zu tun hat, zeigt dieses Video der Carrotmob-Bewegung. In Deutschland haben bereits mehrere solche Veranstaltungen stattgefunden, zum Beispiel in Berlin. Viele weitere sind geplant. Die Vorbereitungen für einen Carrotmob in Hamburg sind leider im Sande verlaufen, vermutlich wegen des hohen organisatorischen Aufwands. Ich frage mich, wie man mit diesem Prinzip eine Werbeagentur CO2-neutral machen könnte!


Weniger CO2 in der Luft, mehr Geld in der Kasse (Video: carrotmob.org)

Montag, 5. Oktober 2009

Baum fällt! Kostenloser SMS-Alarm.

Es verwundert nicht, dass Vattenfall den Hamburger Bürgern das Abholzen von knapp 400 Bäumen auf öffentlichen Grünflächen nicht vorher ankündigt. Schließlich hat sich noch nicht einmal der schwarz-grüne Senat getraut, die Öffentlichkeit zu diesem Thema nach ihrer Meinung zu fragen (mehr darüber hier).

Besonders für die Anwohner der Parks ist die Ungewissheit, wann die Bäume gefällt werden, eine Belastung. Zum Glück ist der Widerstand gut organisiert:

Das Bündnis „Moorburgtrasse stoppenbietet euch einen kostenlosen SMS-Alarm an!

Sendet einfach go trasse an die 84343 und ihr werdet bei Bauarbeiten, Rodungen oder weiteren Aktionen per SMS benachrichtigt. Mit end trasse meldet ihr euch wieder ab. Auf dem Parkfest am Sonntag habe ich mir noch einmal persönlich versichern lassen:

Dieser Service kostet euch keinen Cent.

Besucht unbedingt auch die neue Website moorburgtrasse-stoppen.de! Dort findet ihr mehr über die Hintergründe des Trassenbaus und regelmäßige Updates zum Thema (die Seite führt meinen Blog nahezu ad absurdum).

Ökostrom: eine Preisübersicht.

[update:] Die neuesten Preise findet ihr ab sofort hier:

> zur Ökostrom Preisübersicht 2014

Sonntag, 4. Oktober 2009

Eindrücke vom Parkfest.

Good news, everyone! Endlich kann ich hier ein wenig über elektronische Tanzmusik schreiben. Aber dazu später mehr. Zunächst soll es um das heutige Parkfest gegen die Moorburgtrasse gehen. Trotz des schlechten Wetters gab es einiges zu entdecken: Informationsstände von Greenpeace und Robin Wood, Aktivisten der Linksjugend [‘solid] und natürlich die obligatorische Verköstigung mit Bier und Bratwurst.

Zahlreiche Kinder waren damit beschäftigt, ihre Namen auf alte Hemden zu sprühen, welche dann
von Robin Wood-Aktivisten an Wäscheleinen in die Bäume gehängt wurden. Ein schönes Bild! Der Grund dafür ist mir leider wieder entfallen. Ich tippe mal auf „Gegen Vattenfall geben wir unser letztes Hemd“. Apropos: Der BUND hat Spenden für eine Klage gegen den Trassenbau gesammelt. Ich habe mich auf der Spendenliste eingetragen, wenn ich die Kontoverbindung erfahre, veröffentliche ich sie hier auf dem Blog.


Die „letzten Hemden“ waren ein echter Blickfang

Jetzt aber zurück zur Musik. Am Stand von Robin Wood traf ich zwei Veranstalter der Partyreihe Secondhand Electro
, die mit einer ihrer kommenden Partys selber gegen den Trassenbau aktiv werden möchten. Raven gegen die Trasse quasi. Am 10.10. wird im Fundbureau erst einmal so gefeiert. Hier ein Video von der letzten Secondhand Electro-Party:

FEIERN, TANZEN, KLAMOTTEN TAUSCHEN (Video: secondhandelectro)

[update:] Leider ohne Fotos, aber immerhin: eine kurze Erwähnung auf mopo.de