Freitag, 21. August 2009

Der Suttnerblog macht Urlaub.

Mitte September geht es hier heiter weiter. Für neue Leser noch mal einige Höhepunkte der letzten Wochen:

Werber auf IrRWEgen.
Was passiert, wenn ein Stromkonzern viel Geld in Werbung steckt und keines in erneuerbare Energien

Die Fernwärmetrasse in Zahlen.
Warum Vattenfall Hamburg um ca. 400 Bäume erleichtert und was das für Altona bedeutet

Landschaftspflege à la Vattenfall.
Wo genau Vattenfall die Schneise der Zerstörung durch Altona zu schlagen gedenkt

Du stehst unter Anklage.

Warum Vattenfall die Bundesrepublik Deutschland – und damit uns alle – auf 1,4 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt

Der Lieblingsfeind des Suttnerblogs ist immer für negative Schlagzeilen zu haben

RWE ProKlima – ein Votum pro Kernenergie!

Diese Headline stammt nicht etwa von mir, sondern aus dem Mund von Dr. Jürgen Großmann, dem Vorstandsvorsitzenden der RWE AG.

In einer Pressekonferenz vom 13.08.2009 zieht er Bilanz für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2009:
Aber auch unsere Produkte mit langfristiger Preisbindung sind wahre „Renner“: Unser Tarif „RWE ProKlima 2011“ ist ausverkauft. 350.000 Kunden haben sich dafür entschieden. Ich sehe darin auch ein Votum pro Kernenergie.
(Quelle: Halbjahrespressekonferenz des RWE-Vortstands)
Ich sehe darin nur den Erfolg der Dreistigkeit, einen Atomstromtarif „RWE ProKlima 2011“ zu nennen. Und den letzten Grund, diesem und anderen fragwürdigen Energiekonzernen endgültig den Rücken zu kehren und privaten wie gechäftlichen Strom bei echten, unabhängigen Ökostromanbietern zu beziehen! Eine Auswahl findet ihr hier: atomausstieg-selber-machen.de

(Grafik: urgewald.de)

Vattenfall verklagt Klimaschützer.

Ich halte das illegale Entrollen von Transparenten auf dem Baugelände des Kohlekraftwerks Moorburg für ein wichtiges Signal an die Öffentlichkeit und vor allem an unsere Bundesregierung.

Vattenfall sieht das freilich anders und geht gerichtlich gegen über 30 KlimaschützerInnen vor, einige wurden bereits zu Geldstrafen von mehreren hundert Euro verurteilt.

Hier könnt ihr mit wenigen Klicks und eurem guten Namen dagegen protestieren: ausgekohlt.net

Nachtrag: Vattenfall CO2-Classics.

Die „Remixe“ der aktuellen Kinowerbung von RWE zeigen: Die beste Plattform für medienwirksamen Protest gegen die klimafeindliche Politik der großen Energiekonzerne sind deren eigene, millionenschwere Werbemaßnahmen!

Eine breite „Angriffsfläche“ bietet auch Vattenfall. Schließlich hat der Konzern mit der BEWAG und den HEW nicht nur deren Kunden, sondern auch deren Sportengagements gekauft. Für den Vattenfall Berliner Halbmarathon ist bereits die Aktion „Laufen gegen Atomkraft & Kohle“ geplant, aus der sich Synergie-Effekte für die nächsten Vattenfall Cyclassics in Hamburg ergeben können.

Umweltschützer von Klimaplenum Hamburg und Gegenstrom waren bereits bei den diesjährigen Vattenfall CO2-Classics aktiv:

„Vattenfall – Supergau – wir verhindern Trassenbau“ (Bild: de.indymedia.org)

Donnerstag, 20. August 2009

Auf der Flucht vor Vattenfall.

Unterstützenswerte Aktionen finden sich reichlich auf beta.greenaction.de, der „Community für alle, die aktiven Umweltschutz leisten wollen“.

Am meisten gefreut hat mich die Aktion „Laufen gegen Atomkraft & Kohle“. Ihr Ziel: Möglichst viele Teilnehmer sollen beim von Vattenfall gekauften gesponserten 30. Berliner Halbmarathon mit Anti-Vattenfall Shirts antreten. Solche T-Shirts könnten wir auch gut für die nächsten Vattenfall Cyclassics in Hamburg gebrauchen! Bisher wurden zwei Gestaltungsvorschläge hochgeladen, die ihr hier begutachten könnt.

Der Berliner Halbmarathon findet erst am 28. März 2010 statt. Es bleibt also jede Menge Zeit, Vorschläge für Anti-Vattenfall Shirts einzureichen. Die PR-Abteilung von Vattenfall wünscht sich, dass ihre Kunden laufen. Ich wünsche mir, dass sie Vattenfall davonlaufen!

Dienstag, 18. August 2009

Mit wenig viel erreichen.


(Grafik: Logo von beta.greenaction.de)

Ihr möchtet gerne etwas für unsere Umwelt bewegen, wisst aber nicht, wie ihr das anstellen sollt?

Ob ihr nun selbst aktiv werden wollt, oder lieber andere bei ihrer Arbeit unterstützen – die Internetseite beta.greenaction.de bietet euch vielfältige Möglichkeiten, von der Teilnahme an Unterschriftensammlungen bis zu Vorbereitungen von Protestaktionen, bundesweit oder in eurer Region.

Besonders beeindruckend sind die Onlineaktivitäten der Wechselwelle, die bis zur Bundestagswahl 100.000 neue Ökostrom-Haushalte gewinnen möchte:


Macht mit und bindet die Wechselwelle in eure sozialen Netzwerke ein!

Montag, 17. August 2009

Werber auf IrRWEgen.

Vattenfall ist nicht der einzige Stromanbieter, der sein Geld lieber in Greenwashing steckt, als in erneuerbare Energien: Der Atomstromkonzern RWE zeigt sich in seiner aktuellen Kinowerbung – völlig zu Unrecht – als Öko-Messias.

Dass die Mitarbeiter der
Propagandaagentur Kreativagentur von RWE ihr Gewissen morgens am Empfang abgeben, ist kein Geheimnis. Dass ihr neuestes Machwerk mit märchenhafter Bildästhetik und gezielter Platzierung im Werbeblock vor dem neuen Harry Potter Film auf Kinder und Jugendliche abzielt, ist einfach nur noch widerlich.

Denn leider ist bei dieser Werbung nicht nur die Optik märchenhaft, sondern auch die Aussage. Erfreulicherweise hat Greenpeace die Steilvorlage genutzt und den Film mit passenden Untertiteln versehen:


Mehr Informationen erhaltet ihr beim Greenpeace Lügendetektor.

[update:]
Die Videoantwort von Greenpeace bringt es auf den Punkt:

[update:] Der Energieriese und kein Ende! Hier der Directors-Cut:

Donnerstag, 13. August 2009

Vattenfall Lie-Classics.

Es ist eine verlogene Kommunikation, die Vattenfall betreibt: Während der Konzern sich nördlich der Elbe mit den Vattenfall Cyclassics als Freund des kleinen Mannes inszeniert, bringt er in Wilhelmsburg klammheimlich seine Bagger für den Bau der Fernwärmetrasse in Stellung.

Und während ganz Hamburg mit großflächigen Cyclassics-Plakaten zugeklebt wurde, ging die Pressemitteilung zum Baubeginn der Trasse scheinbar nur an den eigenen Hausmeister und den Dönermann von gegenüber. Schade eigentlich. Denn beim einzigen im Internet auffindbaren Ausschnitt handelt es sich um eine rhetorische Glanzleistung:
In der Straße Blumensand nahe der Rethebrücke feierten rund 40 Projektbeteiligte und Anlieger den Start der Bauarbeiten.
(Quelle: harburg-aktuell.de, 05.08.2009)
Feiernde Anlieger? Sollte das wahr sein, waren es mit Sicherheit die letzten Anwohner, die
  • die Untertunnelung ihrer Häuser
  • die jahrelange Vollsperrung verkehrsstarker Straßen und
  • das Fällen von ca. 400 Bäume
gefeiert haben. Der Bau der Fernwärmetrasse hat also begonnen. Der organisierte Widerstand dagegen zum Glück ebenfalls.

Die Macht des Wortes.

In der Presse spielt es bislang kaum eine Rolle, dass Vattenfall eine Fernwärmetrasse durch Altonas Parks legt und dabei ca. 200 Bäume fällt. Ich selbst habe davon erst durch Zettel an den Bäumen erfahren. Eine besonders gelungene Version – mit Vattenfall als scheinbarem Absender – hat Userin Kaja bei Indymedia hochgeladen. Populistischer hätte ich es selbst nicht formulieren können.
Sie werden verstehen, dass wir unseren Rodungstermin nicht bekannt geben möchten – schließlich könnte sich ja dann nerviger Protest entzünden.
Eine gelungene Aktion, die das Thema sogar in die Mopo gebracht hat. Das zeigt, was man mit geringen Mitteln erreichen kann, wenn man eine gute Idee hat. Viel Spaß beim Lesen (Klick auf das Bild):

(Scan: Userin Kaja bei Indymedia)

Dienstag, 11. August 2009

Radeln gegen´s Roden.

Heute war ich auf einer Informationsveranstaltung zur Fahrrad-Demo gegen die Fernwärmetrasse, für die Vattenfall rund 200 Bäume in Altonas Parks fällen wird. Ich habe dort viele nette, engagierte Menschen getroffen und auch viel über die politischen Hintergründe von Kraftwerk und Trasse erfahren. Bemerkenswert fand ich, dass kein einziger Vertreter der GAL vor Ort war, doch das nur am Rande. Hier schon mal einige Informationen zur Demo, die im Rahmen des Bernstorffstraßenfestes stattfinden wird:
Die Demonstration soll rund zwei Stunden dauern. Wer kein Fahrrad oder wenig Zeit hat, kann die Fahrradfahrer auch an den oben genannten Wegpunkten appassen, wo jeweils kleine Kundgebungen geplant sind.

Den Flyer mit weiteren Informationen findet ihr hier.

Montag, 10. August 2009

Gute Nacht, Nachtspeicher.

Ihr wohnt in einer Mietswohnung mit Nachtspeicherheizung? Die Energieeinsparverordnung der Bundesregierung erlaubt eurem Vermieter den Betrieb bis mindestens 2019. Zeit, die Sache selbst in die Hand zu nehmen! Das Argument, Nachtspeicheröfen seien ohnehin eine teure Angelegenheit und der Atom- und Kohlestrom sei wenigstens günstig, lasse ich nicht gelten:
  • allein 2008 stieg der Strompreis um ca. 6,5 Prozent
  • Vattenfall, ENBW, e.on und RWE konnten ihre Gewinne in den ersten neun Monaten desselben Jahres im Schnitt um 11 Prozent steigern
  • gleichzeitig fahren alle vier Konzerne massive Werbekampagnen für Nachtspeicheröfen
    (Quelle: BUND)
Tatsächlich sind Atom-und Kohlestrom also teuer und Vattenfall und Co. leben sehr gut davon. Eine tolle Alternative für Nachtspeicherkunden bieten die Elektrizitätswerke Schönau, eine ehemalige Bürgerintiative, der es gelang, ihr örtliches Stromnetz zu übernehmen. Mittlerweile beliefern die sympathischen Öko-Revoluzzer ganz Deutschland mit echtem Ökostrom und werden auch vom Bündnis „Atomausstieg selber machen“ empfohlen.

Ihr Preis für Nachtstrom liegt gezwungener Maßen über dem eures derzeitigen Anbieters, aber kein anderer Fremdversorger ist günstiger. Immer noch nicht überzeugt? Besonders kostenbewusste Kunden können den Nachtstrom bei ihrem regionalen Umweltverschmutzer beziehen, den Tagstrom aber bei EWS.
(Quelle: ews-schoenau.de)



100 weitere Gründe zum Anbieterwechsel kennt diese Aktionsseite der EWS

Die CDU zeigt Größe.

Dank der CDU wird Moorburg doppelt so groß wie ursprünglich von Vattenfall geplant (Bild: de.wikipedia.org)

Der Neubau in Moorburg soll das Kraftwerk Wedel ersetzen, dessen Leistung bei ca. 400 MW liegt. Warum also baut Vattenfall eine Doppelblockanlage mit ca. 1.640 MW, einer Energiemenge, die - laut einem Umweltbericht der HEW von 2004/2005 - den Bedarf Hamburgs und der Region bei weitem übersteigt?
(Quellen: rettet-die-elbe.de, Umweltbericht der HEW
)


Eine Antwort auf diese Frage weiß vielleicht Herlind Gundelach (CDU), ehemalige Staatsrätin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Denn sie war es, die Vattenfall Anfang 2005 den Bau eines Zwei-Block-Kraftwerks vorschlug und das Unternehmen letzten Endes überzeugte (Quellen: abendblatt.de, Klageschrift „Vattenfall vs. Germany“)

Und was tun wir in Hamburg mit Politikern, die uns überdimensionierte Kraftwerke vor die Haustür stellen? Wir befördern sie. Seit Mai 2008 ist Herlind Gundelach Senatorin der Behörde für Wissenschaft und Forschung.

Warum sie sich für eine größere Anlage eingesetzt hat, bleibt ihr Geheimnis. Der einzige Hinweis, den ich finden konnte, enstammt einem Schreiben des Förderkreises Rettet die Elbe e.V.:

Auch Umweltstaatsrätin Herlind Gundelach bestätigte, es habe im Vorfeld „freundschaftliche Gespräche“ über die Planungen gegeben. Es sei richtig, dass der Senat die Pläne für das größere Kraftwerk unterstützt habe. „Wir haben schon damals gesagt, dass wir die Fernwärmeversorgung in Hamburg ausbauen wollen.“
(Quelle: rettet-die-elbe.de)
Leider nennt Frau Gundelach in ihren Kontaktdaten keine E-Mail Adresse. Wer nachfragen möchte, was diese kryptische Formulierung bedeuten soll, kontaktiert sie am besten auf dem Wege, der ihrem Umgang mit unseren Ressourcen am ehesten Rechnung trägt: per Fax (040 42863–3722).

Sonntag, 9. August 2009

Gratulation zu gar nichts!

(Grafik: www.polyp.org.uk)

Vattenfall gibt sich alles andere als bescheiden, wenn es um das eigene Umweltengagement geht. Schließlich sieht sich der Konzern als Number One for the Environment und schämt sich nicht, diese eher undifferenzierte Sichtweise in europaweiten Kampagnen zu verbreiten. Wirkliche Bescheidenheit zeigt Vattenfall nur beim Thema klimafreundliche Energien.

Denn unter klimafreundlichen Energien versteht Vattenfall
- Emissionshandel
- Kohlenstoff-Abscheidung und Speicherung
- Atomkraft

Die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien spielt dabei keine Rolle, der Anteil an Windenergie beträgt bei Vattenfall Deutschland z.B. stolze
0,04 Prozent.
Insgesamt hat Vattenfall im Jahr 2008 82,5 Millionen Tonnen CO2 ungefiltert in die Atmosphäre gepustet. Das sind 82,5 Milliarden Kilogramm. Zum Vergleich: Die CO2-Emissionen von ganz Schweden lagen 2005 bei 67 Millionen Tonnen.
(Quelle: climategreenwash.org)

In einer Hinsicht ist Vattenfall daher wirklich spitze: Bei den
Climate Greenwash Awards 2009
siegte das Unternehmen souverän mit 38,96 % der Stimmen und verwies Shell mit einem Abstand von über 19 % locker auf Platz 2. Hut ab! Nominiert waren sechs Unternehmen, die unter dem Deckmantel des Klimaschutzes die Umwelt zerstören.

So sieht Vattenfall sich selbst:
http://klimaunterschrift.vattenfall.de
So sehen andere Vattenfall: http://www.klimaunterschrift-vattenfall.de

Freitag, 7. August 2009

Du stehst unter Anklage.

Ist jemand von euch schon einmal auf 1.400.000.000 Euro verklagt worden? Die Antwort lautet: ja!

Und zwar von niemand gierigerem geringerem als Vattenfall. Der Konzern verklagt die Bundesrepublik Deutschland – und damit jeden einzelnen von uns – auf 1,4 Milliarden Euro Schadensersatz plus Zinsen, weil ihm die Umweltschutzauflagen für Moorburg zu teuer sind. Sollte diese Klage vor dem Washingtoner Schiedsgericht für Investitionsstreitigkeiten Erfolg haben, wird sich die Bundesregierung das Geld von dem holen, der es verbockt hat: Hamburg (vielen Dank an die Verantwortlichen von CDU und GAL)!

1,4 Milliarden nicht für Bildung.
1,4 Milliarden nicht für Altenpflege.
1,4 Milliarden nicht für Umwelt.
1,4 Milliarden plus Zinsen für einen schwedischen Energiekonzern, dem unsere Umwelt keinen Cent wert ist!

Auf der Internetseite von Vattenfall hingegen steht zum Thema Umweltschutz Folgendes:
Das Kraftwerk Moorburg erfüllt alle Anforderungen an den Umweltschutz – auch beim Schutz für die Elbe und die darin lebenden Fische. (Quelle: vattenfall.de)
Dass sich Vattenfall in so einer Position den Umweltschutz noch groß auf die Fahne schreibt, dazu gehört schon eine gewaltige Portion Unverfrorenheit. Das ist zumindest meine Meinung. Bei SpOnline findet ihr mehr über die Milliardenklage von Vattenfall.

[update:] Eben fand ich eine Kopie der 27-seitigen Klageschrift, den Auszug mit der Summe seht ihr unten. (Quelle: umweltgerechtigkeit.wordpress.com)

Vattenfall vs. die Realität Teil 1.


Bei Streitereien zahlt es sich immer aus, auch die Gegenseite zu betrachten. Deshalb war ich gestern auf der Website von Vattenfall, um mich dort aus erster Hand über Moorburg und die Fernwärmetrasse zu informieren. Und ich muss sagen: der Besuch hat sich gelohnt. Ich zitiere:
Vattenfall ist in Sachen Umweltschutz ein führendes Unternehmen. Durch Transparenz und innovative Lösungen werden wir unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt und kommenden Generationen gerecht, ...
(Quelle: vattenfall.de)
Transparenz. So so. Wer jetzt herausfindet, was an dem Luftbild der Fernwärmetrasse auf Vattenfalls Internetseite komisch ist, gewinnt einen Anruf bei Konzernsprecherin Gunhild Nasner (Tel.: 040 6396-3572), die sicherlich nicht ahnt, was für eine verlogene Unternehmenskommunikation da stattfindet
!

D
en unszensierten Trassenverlauf hatte ich gestern gepostet.

Donnerstag, 6. August 2009

Landschaftspflege à la Vattenfall.


Für die Planung zeichnet das Büro Meyer Schramm Bontrup verantwortlich

Welche Parks für den Bau der Fernwärmetrasse abgerodet werden, hatte ich ja bereits geschrieben. Welche Bäume in Altona dabei konkret gefällt werden sollen, zeigt der landschaftspflegerische Begleitplan, den ihr bei Indymedia herunterladen könnt. „Landschaftspflegerischer Begleitplan“. So eine widerwärtige Demagogie ist mir selten untergekommen.

Mittwoch, 5. August 2009

So macht Politik Spaß.

Das Internet vergisst nichts. Das gilt ab sofort auch für Politikerzitate. Auf der wundervollen Internetseite http://polit-bash.org finden sich bereits gesammelte Weisheiten verschiedenster Volksvertreter, zum Beispiel diese, diese oder auch diese.

V
iel Vergnügen beim Stöbern und Ergänzen!

Wer feiern kann, kann auch demonstrieren: am 22.08.2009.

Neben Bier und Musik bietet das allseits beliebte Bernstorffstraßenfest in diesem Jahr ein besonderes Schmankerl: eine Fahrrad-Demo gegen die geplante Fernwärmetrasse durch Altona!

Die Demonstration startet um 15.00 Uhr vor der großen Festbühne an der Ecke Bernstorffstraße/Thadenstraße und folgt dem geplanten Verlauf der Trasse, unterwegs wird es mehrere Kundgebungen geben. Die genaue Route könnt ihr diesem Flyer entnehmen. Mehr Informationen zum Bernstorffstraßenfest findet ihr auf der Internetseite der Veranstalter.

Ich kann leider nicht an der Demonstration teilnehmen, da ich zu der Zeit gerade 6380 kg CO2 in die Atmosphäre feuere, um mir Kambodscha anzusehen. Die Veranstaltung zur Demonstration am 11.08.2009 um 19:00 in der Bernstorffstraße 118 werde ich aber besuchen.

[update:] Die Informationsveranstaltung war inspirierend und informativ. Mehr Informationen darüber findet ihr hier!

Wie ich den Dialog suchte und Kopieren/Einfügen fand.

Gestern bekam ich eine E-Mail von www.abgeordnetenwatch.de. Diese großartige Internetseite dokumentiert das Abstimmungsverhalten von Abgeordneten verschiedener Parlamente. So könnt ihr bequem herausfinden, ob „euer“ Kandidat auch wirklich eure Interessen vertritt, oder zum Beispiel an einer wichtigen Abstimmung überhaupt nicht teilgenommen hat.

Weiterhin stehen dort Abgeordnete öffentlich Rede und Antwort. Diese Gelegenheit habe ich genutzt, um meinem Ärger über die Zustimmung der Grünen zur Fernwärmetrasse durch Altona Luft zu machen. Dabei habe ich mich an Katharina Fegebank gewandt, die als Direktkandidatin für den Wahlkreis Altona bei der kommenden Bundestagswahl sicherlich auf meine Stimme hofft.

Nach zwei Wochen kam die enttäuschende Resonanz in Form eines vorgefertigten Textbausteins. Denn mittlerweile hatte meine Freundin sich über das Kontaktformular auf der Internetseite der Grünen direkt an die Partei gewandt und dieselbe Antwort bekommen:
Sehr geehrter Herr Bruno,

[...]

Für den Bau der Fernwärmetrasse zum Kraftwerk in Moorburg wird es nun leider auch noch notwendig, eine gewisse Anzahl an Bäumen zu fällen. Unter anderem im Bezirk Altona. Im Rahmen eines längeren Diskussionsprozesses zwischen Bezirk und Genehmigungsbehörde konnte noch eine Reihe von Bäumen (beispielsweise an der Memellandallee) gerettet werden. Außerdem konnte Vattenfall zu einem Ersatz der Bäume und zu umfangreichen Ersatzzahlungen zur Aufwertung der Grünanlagen verpflichtet werden. Konkret werden 377 Bäume gerodet, später dafür aber 1.191 neue Bäume gepflanzt.
Den kompletten Text findet ihr hier. Eine ziemliche Augenwischerei, die viele haarsträubende Fakten komplett unerwähnt lässt.

Montag, 3. August 2009

Die Fernwärmetrasse durch Altona in Zahlen.

Länge der Trasse: etwas über 12 km
Bäume, die gefällt werden:
397
Davon im Grünzug Altona:
200
Bäume, die neu gepflanzt werden sollen:
291
Davon im Grünzug Altona:
160
(Quellen: taz.de, abendblatt.de)

Breite des Grabens im Grünzug Altona: ca. 10 m
Tiefe des Grabens im Grünzug Altona: ca.
5 m
Breite des Tunnels unter St. Pauli: ca.
4 m
Tiefe des Tunnels unter St. Pauli: ca
20 m
(Quelle: de.indymedia.org)

[Update:] Den Trassenverlauf sowie die Bauzeiten und Rodungen für die einzelnen Abschnitte findet ihr ebenfalls auf dem Suttnerblog:

>
Moorburgtrasse durch Altona: neue Fakten.

Sonntag, 2. August 2009

Vattenfall go home!

Vattenfall baut vom Kohlekraftwerk Moorburg aus eine Fernwärmetrasse mitten durch Altona. Als Anwohner des Bertha-von-Suttner-Parks, welcher bei den Bauarbeiten quasi dem Erdboden gleich gemacht werden wird, beschäftige ich mich seit einiger Zeit mit den politischen Hintergründen und den Konsequenzen für die Umwelt und die Menschen in Altona. Auf diesem Blog erwarten euch ab sofort:
  • Informationen zur Fernwärmetrasse
  • Hintergründe zum Kohlekraftwerk Moorburg
  • Links zu alternativen Stromanbietern
  • Verunglimpfungen der Verantwortlichen (Vattenfall, CDU, GAL) in Wort und Bild
Außerdem habe ich vor, die Rodung der sehr alten Bäume im Bertha-von-Suttner-Park zu dokumentieren und über diesen Blog, Flickr, YouTube etc. mit der Welt zu teilen.
Noch ahnen die Bäume im Suttnerpark nicht, dass sie dem Untergang geweiht sind