Mittwoch, 30. Dezember 2009

Zwei Zimmer, Küche, Baum.

Die Baumbesetzer bauen an: Das Grundgerüst der zweiten Wohnplattform steht
Am 15. Januar entscheidet das Verwaltungsgericht Hamburg, ob Vattenfall mit der Rodung von rund 400 Bäumen in Hamburg beginnen darf. Bekommt der Energiekonzern Recht, müssen drei Wipfel im Gählerpark geräumt werden, denn dort warten seit einigen Wochen Baummbesetzer auf die Motorsägen.

Zwei von ihnen durfte ich vergangenen Sonntag kennenlernen. Die Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“ hatte zum Anstoßen mit Olivia und Jürgen gerufen, meine Freundin und ich
kramten eine Flasche Sekt aus dem Schrank und zogen los. Der Baum der beiden ist mittlerweile mehr Kunst als Eiche, die wärmende Feuertonne davor ein beliebter Treffpunkt: Laufend gesellten sich neugierige Parkbesucher zu den rund 30 mit Glühwein und Sekt gerüsteten Sympathisanten und erkundigten sich, wie und warum man bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in sechs Metern Höhe auf einem Baum ausharrt.

Eine Neuigkeit gibt es auch: Während das G
ericht prüft, ob ein zehn Meter breiter Baugraben und die Vernichtung von fast 400 Bäumen die Interessen von Anwohnern und Umwelt nicht vielleicht doch tangieren, erweitern Olivia und Jürgen ihr nur drei Quadratmeter großes Zuhause um eine zweite Wohnplattform. Ich finde, dass der Park durch ihr Engagement gewonnen hat und wünsche mir doch, dass die Baumfällungen verboten werden. Von mir aus kann Vattenfall die Fernwärmeleitung unter der Holstenstraße verlegen oder gleich ganz beerdigen – zusammen mit dem unseligen Kohlekraftwerk, dem sie entspringen soll.

Wenn ihr Sylvester in der Nähe des Gählerparks feiert, lasst es euch nicht nehmen, mit den Baumbesetzern anzustoßen:
auf ein frohes neues Jahr und auf unsere Parks!

Dienstag, 29. Dezember 2009

Ein Bär unterm Baum.

Das Weihnachtsfest ist die ideale Gelegenheit, um unter dem Deckmantel der Nächstenliebe ein wenig Geld an den Eisbären zu bringen. Darum freute sich meine Verwandtschaft auch in diesem Jahr über eine WWF-Spendenurkunde zum Schutz der Arktis und der Eisbären. Was die subventionierten Tiere treiben, könnt ihr live im Internet verfolgen. Denn um ihre Bedrohung durch den Klimawandel zu zeigen, investiert der WWF einen Teil der Spendengelder in Satellitenpeilsender.

Die kanadische Eisbärdame Aurora, 196 cm lang und 211 kg schwer, trägt ihren Sender seit September 2008. Das Tracking beweist, dass sie sich fast ausschließlich auf Packeis aufhält. Dort geht sie an Eislöchern auf Robbenjagd, schmilzt das Eis, droht ihr und ihren Artgenossen der Hungertod.

Die Auswertung der Satellitenpeilsender stärkt den WWF bei der Forderung nach größeren Schutzgebieten für die Eisbären und einer Reduktion der weltweiten CO2-Emissionen. Geht doch selber eimal auf Eisbärenjagd:

> Zum WWF-Canon Polar Bear Tracker
> Zum Aktionsplan Artkis des WWF-Deutschland

Freitag, 25. Dezember 2009

Fröhliche Weihnachten!

Seit fünf Monaten schreibe ich den Suttnerblog und habe dabei viele Ideen für einen umweltbewussten Lebenswandel kennengelernt. Meine liebste: Stick to what you`ve got – was nicht kaputt ist, wandert nicht in den Müll.

Ein aktuelles Beispiel für die Sackgasse namens Wegwerfgesellschaft sind die verheerenden ökologischen und wirtschaftlichen Folgen der sogenannten „Umweltprämie“: Kein deutscher Autobauer wurde gefördert, kein deutscher Arbeitsplatz gerettet, dafür stehen zehntausende neuwertige Fahrzeuge auf deutschen Schrottplätzen, unzählige deutsche Autoverwerter vor dem Ruin.

Solches Handeln lehne ich ab und so stört es mich wenig, wenn Greenpeace den Weihnachtsfilm vom Vorjahr wiederverwertet. Schließlich ist das Thema des Films aktueller denn je (der BUND hatte gerade eine ähnliche Idee).

Ich wünsche allen Lesern eine frohe Weihnachtszeit!

Der Greenpeace Weihnachtsfilm 2008/2009 (Video: GreenpeaceDE @ Youtube)

Dienstag, 22. Dezember 2009

Moorburgtrasse vorerst gestoppt?

Es schien beschlossene Sache: Zwischen Januar und März 2010 wollte Vattenfall in der ersten Bauphase seiner umstrittenen Moorburgtrasse mindestens 70 Bäume in Altonas Parks fällen. Nun rudert der Konzern zurück. Einem Bericht in der Hamburger Morgenpost zufolge kündigte Vattenfall-Sprecher Stefan Kleimeier an, man wolle zunächst den Ausgang der BUND-Klage gegen den Bau der Trasse abwarten.

Damit nimmt Vattenfall erstmals öffentlich Stellung zu dieser Klage. Dass der BUND parallel auch gegen das Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg klagt, ficht den Konzern derweil nicht an: „Das Kraftwerk würde auch ohne Kraft-Wärme-Kopplung in Betrieb gehen.“ wird Kleimeier in der Mopo zitiert. Eine Aussage, die wiederum den Bau der Fernwärmetrasse in Frage stellt, deren Genehmigung sich auch aus ihrer Notwendigkeit für den effizienten Betrieb des Kraftwerks heraus ergab.

Bremsen würde das Aus für die Fernwärmeleitung den Klimakiller Moorburg in jedem Fall. Denn die Fernwärmeauskopplung ist in der Baugenehmigung festgeschrieben. Ob das Kraftwerk auch ohne ans Netz gehen darf, müsste neu überprüft werden.

> Die Mopo-Headlines werden immer kryptischer: Bauen Kraftwerk trotz Baumbesetzern
> Der BUND Hamburg erklärt seine Klage gegen die Fernwärmetrasse

[update:] Neues auf dem Suttnerlbog:
> Moorburgtrasse: BUND legt Beschwerde ein.
> BUND-Klage gegen Moorburgtrasse abgewiesen.

Übrigens: Mit dem neuen Label „Moorburgtrasse“ durchsucht ihr den Suttnerblog gezielt zu diesem Thema.

Von der Schönheit des Scheiterns.

Der UN-Klimagipfel ist gescheitert, Merkel, Sarkozy, Obama, sie alle haben versagt. Doch eine zunehmende Zahl von Menschen hat keine Lust mehr, sich von Versagern die Zukunft ihrer Kinder verbauen zu lassen:

Blog Action Day ‘09.
Am 15. Oktober 2009 war der Klimawandel Thema auf 13.605 Internetseiten mit einer Leserschaft von 18.085.076 Menschen (plus 20-30 vom Suttnerblog)

International Day of Climate Action.
Am 24. Oktober 2009 fanden in 181 Ländern über 5.200 Aktionen statt – vom Meeresgrund vor den Malediven bis zum höchsten Berg der Antarktis. Dabei entstanden über 20.000 beeindruckende Fotos, die zu einem Buch gebunden dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, überreichen wurden.

TckTckTck.
Diese Klimaallianz besteht aus über 250 Organisationen verschiedenster Ausrichtung, darunter 350, Amnesty International, AVAAZ, Greenpeace, Oxfam, Religions for peace und dem WWF. Gemeinsam haben sie mehr als 15.000.000 Unterschriften von Menschen gesammelt, die sich ein faires, ehrgeiziges und bindendes Ergebnis der Klimakonferenz wünschen.

Über 100.000 demonstrierten in Kopenhagen.
Selbst 300 Randalierer, über 900 Festnahmen und harte Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten konnten den Glanz dieser Bilder nicht überschatten: Am 12.12.2009 gingen in Kopenhagen rund 100.000 Menschen aus der ganzen Welt für den Erfolg der UN-Klimakonferenz auf die Straße.

So gesehen war Kopenhagen doch ein Erfolg, nämlich für die Etablierung einer global vernetzten Protestbewegung, die keinen Bock mehr auf die verlogene Selbstinszenierung eines Haufens von Verlierern hat und das Ruder selber in die Hand nehmen will.

Anbei die bisher netteste Reaktion auf den gescheiterten UN-Klimagipfel, ein kleiner Weihnachtsfilm des BUND mit Heinz Hönig:

Ein Sack Ruten für die Nein-Sager von Kopenhagen bitte (Video: BUND @ Youtube)

Montag, 21. Dezember 2009

Heute im Gählerpark: Weihnachtslieder für Baumbesetzer.


Am Freitag haben Aktivisten von Robin Wood zwei weitere Bäume besetzt (Foto: Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“)

Vielleicht hat es der eine oder andere schon gelesen: Seit Freitag sind im Gählerpark in Hamburg-Altona drei Bäume besetzt, bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt haben Alex und Frederik von Robin Wood ihre Lager auf zwei weiteren der rund 400 zur Fällung bestimmten Bäume aufgeschlagen.

Heute Abend könnt ihr sie bei ihrem Protest unterstützen und gleichzeitig noch etwas für euer Seelenheil tun. Denn gegen 19:30 wird der Chor der Friedenskirche die Baumbesetzer mit weihnachtlichen Liedern aufmuntern.

Im dunklen, schneeverschneiten Gählerpark kommt der Gesang bestimmt besonders stimmungsvoll rüber und ich werde meinen agnostischen Arsch auf jeden Fall um 19:00 Uhr in Bewegung setzen!

Heute im Gählerpark:
- der Chor der Friedenskirche singt Weihnachtslieder für die Baumbesetzer
- 19:00 Uhr Treffen in der Friedenskirche (Otzenstr.19) zum Warmsingen
- danach Liedersingen im Gählerpark. Bitte Taschenlampen mitnehmen
- die Veranstaltung endet gegen 20:30 Uhr

> Bei der Mopo erfahrt ihr mehr über die neuen Baumbesetzer
> Hier findet ihr die Pressemitteilung von Robin Wood zur Baumbesetzung

[update:] Fotos habe ich leider keine für euch. Dafür aber den Tipp, mal die Baumbesetzer im Gählerpark zu besuchen. Der Baum von Olivia und Jürgen gleicht mittlerweile – behängt mit dutzenden von Sympathisanten bemalten Schildern – mehr einem Kunstwerk als einer Eiche.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Die Moorburgtrasse – Pro und Contra.

In den nächsten zwei Jahren wird Vattenfall mehrere Kilometer Hamburger Grünflächen in eine Baustelle verwandeln und dabei rund 400 zum Teil sehr alte Bäume fällen. Das ist der Preis der Fernwärmetrasse für das im Bau befindliche Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg. Obwohl das Thema im Internet rege diskutiert wird, habe ich bislang kein brauchbares Argument für die Trasse gelesen. Aber vielleicht hilft mir ja jemand auf die Sprünge?

Hier habe ich Argumente von Befürwortern gesammelt und kommentiert:

Pro: Das Kraftwerk kommt sowieso und damit auch die Fernwärmetrasse.
Contra: Ja, klar. Und die Welt geht auch sowieso unter. Wer so redet, gießt Altöl in die Elbe und foltert Tiere. Spaß beiseite: Das ist kein Argument, das ist Desinteresse, sonst nichts.

Pro: Fernwärme ist ökologisch.
Contra: Die Auskopplung der Nutzwärme eines Kohlekraftwerks, das jährlich mehr CO2 ausstößt als 1,4 Millionen PKW, geht bei mir allerhöchstens als Schadensbegrenzung durch. Ökologisch wäre beispielsweise ein modernes Gaskraftwerk mit Kraft-Wärme Kopplung.

Pro: Wer es im Winter warm haben will, kann nicht gegen die Fernwärmetrasse sein.
Contra: Wenn Moorburg ans Netz geht, muss die Fernwärmetrasse kommen, das sehe auch ich ein. Was ich nicht einsehe: Warum wird sie durch Parks, Spielplätze, Skateanlagen gebaut? Ursprünglich war die Verlegung unter der Holstenstraße geplant. Nun werden stattdessen Grünflächen zerstört und hunderte alter Bäume gefällt. Selbst der größte Befürworter der Kohlekraft kann das nicht wollen.

Pro: Ein modernes Gaskraftwerk, dezentrale Blockheizkraftwerke, was soll das Gerede? Vor der Stadt steht bald ein 1.600-MW-Kohlekraftwerk und das ist Fakt.
Contra: Müssen wir alles akzeptieren, was Politiker und Konzerne über unsere Köpfe hinweg entscheiden? Oder ist es nicht vielmehr die Pflicht eines jeden von uns, dagegen anzugehen, besonders bei einem ökologischen Desaster wie dem Klimakiller in Hamburg-Moorburg? Wichtig dabei ist nur: Wer dagegen ist, muss Alternativen aufzeigen. Das ist hier definitiv der Fall, nur interessiert das leider niemanden.

Mehr zum Trassenverlauf und den Rodungen auf dem Suttnerblog:
> Moorburgtrasse durch Altona: neue Fakten.

Samstag, 19. Dezember 2009

Ich habe meinen ersten Kredit vergeben!

Ende November leitete mir ein Freund einen Youtube-Film der Noa Bank weiter. Wenige Tage später eröffnete ich dort ein Tagesgeldkonto. Zwar finde ich den Werbefilm nach wie vor unnötig rührselig, doch das Versprechen der Noa Bank überzeugt mich: Durchgängige Transparenz, keine Spekulationen, Finanzierung der realen Wirtschaft.

Ich weiß, es gibt vergleichbare Institute in Deutschland, die EthikBank, die GLS Bank, die Tridos Bank. Aber keines davon pflegt eine vergleichbar offene Online-Kommunikation. Zwar haben einige Marken wie zum Beispiel BMW gemerkt, dass sie ihre Konsumenten über Kanäle wie Facebook begeistern können. Aber hat BMW die Leute dort gefragt, was sie von der nächsten Baureihe erwarten? Bis heute sehen die Unternehmen das Web 2.0 bestenfalls als neuen Werbekanal. Dabei ist es doch vor allem die perfekte Dialogplattform. Und diesen Dialog sucht die Noa Bank auf der gesamten Klaviatur der neuen Medien.

Im Mittelpunk steht dabei zur Zeit der unter dem Namen des Geschäftsführers Francois Jozic geführte Blog. Dort wurde jetzt endlich die Vergabe des ersten Kredits bekannt gegeben:
Berufsfischer Frank Steinbusch bekommt 28.000 Euro für den Kauf eines Kutters zu einem Zinssatz von 7,6 %. Finanziert von Noa Bank Kunden, die sich dafür entschieden haben, speziell die Wirtschaft der Region Schleswig-Holstein zu fördern. Ich habe mich gefreut, als hätte ich den Kredit selber vergeben. Und was macht eure Bank mit eurem Geld?

> anderebank.de/blog
> Noa Bank auf Facebook
> Noa Bank auf Twitter
> schöne Weihnachtsaktion der Noa Bank

Und falls es jemand noch nicht kennt:

Play it again, Ben: hier noch einmal der Werbespot der Noa Bank (Video: Noa Bank @ Youtube)

[update:] Leider nimmt es die Noa Bank mit der Transparenz, mit der sie wirbt, nicht so genau. Mein Erspartes liegt nun bei einer ethischen Bank.

Steckbriefe ethisch-ökologischer Banken findet ihr bei oecommunity.

[update:] > Zum Niedergang der Noa Bank (Suttnerblog)

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Die Spaßtheorie.



Nie wieder Einkaufstüten kaufen: Unsere Shopping List Bag

Mehr als zehn Millionen Menschen haben bei Youtube die Guerilla-Aktion von DDB-Stockholm für VW gesehen, bei der selbst die faulsten Menschen plötzlich Treppen steigen, weil sich mit den Stufen musizieren lässt wie mit einem Piano. Volkswagen nennt das die Fun Theory: Spaß ist der Köder, um unsere Gewohnheiten zum Besseren zu verändern. Zu dieser schönen Aktion gehörte auch eine Ideenwettbewerb, bei dem Werksstudent Matze, Text Trainee Julia und ich uns mit einem ökologisch wertvollen Beitrag eingebracht haben. Es wurden unzählige Ideen eingereicht, hier geht’s direkt zu unserer Shopping List Bag.

> Mehr Einkaufstüten-Diskriminierung auf dem Suttnerblog:
Bring your own bag

Demonstrieren in Dänemark.

Dass es während des UN-Klimagipfels in Kopenhagen zu Ausschreitungen kam, ist schade. Dass die dänische Polizei auch den einen oder anderen Unschuldigen 12 Stunden lang ohne Decke und Wasser in einen Käfig gesperrt und mit Pfefferspray bearbeitet hat, ist laut einem Behördensprecher „Pech“.

Hier mal neun Minuten Schlagstockgeprügel aus dem August, als knapp 300 Menschen in Kopenhagen gegen die Abschiebung von 17 irakischen Flüchtlingen demonstriert hatten, eben gefunden bei nerdcore:

Polizeigewalt bei einer Demosntration gegen die Abschiebung irakischer Flüchtlinge im August 2009; (c) Extra Bladet

> Bei wir-klimaretter.de erfahrt ihr mehr über Polizeigewalt in Kopenhagen
> Mehr dänische Schlagstöcke auf dem Suttnerblog: Zu Gast bei Freunden

Moorburgtrasse durch Altona: neue Fakten.

Endlich Gewissheit über die Moorburgtrasse: Während am Donnerstag rund 50 Sympathisanten der Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“ vor dem Rathaus gegen die Heimlichtuerei des Senats protestierten, präsentierten drinnen Vertreter von Vattenfall in einer geschlossenen Veranstaltung den aktuellen Stand der Trassenplanung.

Das Interesse soll bescheiden gewesen sein, Augenzeugen sprechen von einer Handvoll Abgeordneter von CDU und FDP. Umso ärgerlicher, dass eine Einbeziehung der Bürger bei diesem Thema nach wie vor unerwünscht ist. Zum Glück liegt der Initiative die Präsentation vor, so dass ich hier endlich mehr konkrete Fakten nennen kann. So sieht's aus:

Bauabschnitt: Waidmannstraße und Sportplätze
So viel wird gefällt: 24 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 10.2010-03.2011

Bauabschnitt: Lunapark
So viel wird gefällt: 4 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 01.2010-03.2010

Bauabschnitt: Kurt-Tucholsky-Gymnasium und Alsenpark
So viel wird gefällt: 52 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 10.2010-03.2011
Die Skateranlage wird nicht benutzbar sein

Bauabschnitt: Düppelstraße
So viel wird gefällt: 28 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 01.2010-03.2010

Bauabschnitt: Holstenplatz Kreuzung Stresemannstraße
So viel wird gefällt: 5 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 01.2010-03.2010

Bauabschnitt: Bertha von Suttner Park
So viel wird gefällt: 29 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 10.2010-03.2011

Bauabschnitt: Mumsenstraße (Wohlerspark)
So viel wird gefällt: 2 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 01.2010-03.2010

Bauabschnitt: Norderreihe (Wohlerspark)
So viel wird gefällt: 4 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 10.2010-03.2011
Die Mauer zum Wohlerspark wird vorübergehend abgerissen

Bauabschnitt: Gählerpark
So viel wird gefällt: 22 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 01.2010-03.2010
Hier sitzen die Baumbesetzer!

Bauabschnitt: Holstenstraße
So viel wird gefällt: 7 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 10.2010-03.2011

Bauabschnitt: Louise-Schröder-Straße (Endo-Klinik)
So viel wird gefällt: 9 Bäume
Zeitraum der Bauarbeiten: 01.2010-03.2010

Mit 29 Rodungen ist der Suttnerpark besonders schlimm betroffen. Hier beginnen die Bauarbeiten im Oktober 2010

Sonntag, 13. Dezember 2009

Der Vattenfall-Wald.

Mit der Baumbesetzung im Gählerpark kommt neuer Schwung in den Protest gegen den Bau der Vattenfall-Fernwärmetrasse, deren Streckenverlauf durch mehrere Kilometer öffentlicher Parks über unsere Köpfe hinweg entschieden wurde. Im Gespräch mit Welt Online teilt uns der Hamburger Vattenfall-Chef Rainer Schubach mit, was er von Forderungen nach Bürgerbeteiligung hält:
„Die Weltoffenheit in dieser Stadt nimmt ab, die Interessen der Bürger werden immer kleinteiliger.“ Auf Deutsch: Die Interessen der Hamburger Bürger interessieren mich einen Scheißdreck. Was wollen diese Arschlöcher überhaupt?
Und trotz seiner offenen Verachtung gegenüber den Menschen, denen er ja immerhin seinen Kohlestrom zu verkaufen gedenkt, macht er Zugeständnisse:
  • es wird nicht länger als sechs Monate am Stück an einem Ort gebaut
  • dafür wird an den 23 Bauabschnitten teilweise zeitgleich gearbeitet
  • die Stahlträger für die Baugrube werden nicht laut in den Boden gerammt, sondern leise in vorgebohrte Löcher eingesetzt
  • Von den 397 zu fällenden Bäumen werden 260 durch 12 bis 15 Jahre alte Bäume ersetzt
Scheinbar will Rainer Schubach nicht begreifen, dass mehrjährige Bauarbeiten und ein paar hundert gefällte Bäume für uns Hamburger das kleinste Problem sind. In erster Linie geht es hier immer noch um 8,5 Millionen Tonnen CO2, die sein Kohlekraftwerk jedes Jahr ausstoßen wird – für Kohlestrom, den er uns die nächsten 50 Jahre lang zu überzogenen Preisen zu verkaufen gedenkt. Und das finde ich unerträglich.

Übrigens: Von den Ersatzbäumen wird wohl keiner in einem der Parks stehen, wo er fehlt. Schließlich muss die Fernwärmeleitung jederzeit für Reparaturen erreichbar sein. Wie wäre es denn, mit den Setzlingen einen Vattenfall-Wald um das Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg herum zu errichten? So wäre dem Umweltschutz Genüge getan und gleichzeitig hätte man einen nützlichen Schutzwall vor lästigen Demonstranten.

> Bei Hamburg 1 findet ihr einen TV-Beitrag zur Baumbesetzung im Gählerpark

Samstag, 12. Dezember 2009

Rocken die Fotos für den "Real Deal"?

An diesem Wochenende finden unter dem Motto "The World Wants a Real Deal!" weltweit Protestaktionen für einen erfolgreichen Abschluss des UN-Klimagipfels statt. Wer in Hamburg wohnt und Lust hat, heute ein wenig fürs Klima zu rocken, dem empfehle ich das Konzert der Fotos im Haus 73. Denn Leser Mat hat Band und Management angeschrieben – wenn alles klappt, wird der Auftritt kurzerhand zum Klimakonzert umgemodelt. Extrem schade, dass ich nicht dabei sein kann. Aber vielleicht schießt ja jemand ein paar Fotos von den Fotos!

Hör endlich auf zu funktionieren – jetzt ist die Zeit zu explodieren! (Video: Tom von Fotos @ Youtube)

Das Konzert der Fotos ist sicher einen Besuch wert:
[update:] Mat hat es tatsächlich geschafft:
Avaaz-Klima-Mahnwache am 12.12.09 @ Haus73, Hamburg, Deutschl... on Twitpic

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Gestern auf der UN-Klimakonferenz.

Seit fast hundert Jahren heizen wir Industrienationen den Klimawandel an, die Folgen müssen nun Unschuldige ausbaden. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Inselstaaten wie Tuvalu werden noch innerhalb dieses Jahrhunderts untergehen. Ein Volk ohne Land – wie die Malediven hat auch Tuvalu Asyl in Australien beantragt, natürlich erfolglos.

Eine Greenpeace-Studie von 2007 spricht von 20 Millionen Klimaflüchtlingen, die ihre Heimat a
ufgrund von Überschwemmungen, Dürren und des steigenden Meeresspiegels bereits verlassen mussten, in 30 Jahren sollen es 200 Millionen sein. Das muss man wissen, bevor man sich den folgenden Film vom UN-Klimagipfel in Kopenhagen anschaut. Einem Klimagipfel, auf dem deutsche Politiker sich anmaßen, Länder fallen zu lassen, auf deren Rücken sie reich geworden sind.

Für Merkel geht es um ihren Haushalt, für andere ums Überleben (Video: 350 @ Youtube)

Dazu auf dem Suttnerblog:
> Zur Studie „Klimaflüchtlinge – Die verleugnete Katastrophe“: Zahlen bitte
> Zur Situation der Maldiven: Auf heißen Kohlen

Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Ein Thema polarisiert die Internetgemeinde: In den Kommentaren großer Zeitungen und privater Blogs wird gestritten, ob der Klimawandel von Menschen verursacht und gefährlich ist, oder eine natürliche Temperaturschwankung, vor der wir nichts zu befürchten haben. Leider finden diese Diskussionen auf sehr emotionaler Ebene statt. Kein Wunder – wer nicht kiloweise Fachliteratur gewälzt hat, kann schwerlich eine qualifizierte Meinung zu einem so komplexen Sachverhalt haben. Letzten Endes wissen wir gar nichts.

Umso mehr freue ich mich über die aktuelle Arbeit von David McCandless. Der Londoner, der sich selbst als visual & data journalist bezeichnet, hat sich die Mühe gemacht, Argumente beider Seiten zu analysieren, auszuwerten und leicht verständlich darzustellen. Zu welchem Ergebnis er dabei kommt, erfahrt ihr auf seinem Blog Information is beautiful, seine Informationsgrafik komprimiert stundenlange, hitzige Online-Debatten auf eine DIN-A4 Seite. Hier ein kleiner Vorgeschmack:


Skeptiker:
In der Vergangenheit stiegen der CO2-Anteil in der Atmosphäre und die Temperatur deutlich nacheinander. Daher kann CO2 nicht die Ursache der globalen Erwärmung sein.

Überzeugte:
Dieser natürliche Effekt wird durch unsere CO2-Emissionen und den daraus resultierenden Treibhauseffekt massiv verstärkt.

> Und hier die Informationsgrafik: The climate deniers vs the consensus

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Grünes Ding mit Gitarre leugnet singend den Klimawandel.

Kann man dem Thema Klimawandel mit Humor begegnen? Man muss! Am besten auf so unterhaltsame Art wir Sheldon Lieberman, der Gründer des australischen Design- und Animationsstudios BigFish.tv, in seinem ausgezeichneten Kurzfilm „Global Warming“. Während andere Menschen darüber schon seit den Webcuts-Awards 2007 lachen, habe ich den Clip leider erst vor einigen Tagen in den Kommentaren auf nerdcore entdeckt:

Publikumspreis beim Webcuts 2007: „Global Warming“ von Sheldon Lieberman

Dienstag, 8. Dezember 2009

Die Suchmaschine, die Regenwald rettet: Ecosia.

Jeden Tag hänge ich mindestens zehn Stunden im Internet, zuerst im Büro und dann zuhause beim Bloggen. Wie viele Suchanfragen ich dabei stelle, kann ich nur mutmaßen. Was ich aber weiß, ist, dass jede Online-Suche den Stromverbrauch der Server und damit deren CO2-Emissionen steigert. Einer Comscore-Studie zufolge googelten wir Deutschen 2008 100 Millionen Mal pro Tag, weltweit kommt da ganz schön was zusammen.

Zum Glück gibt es jetzt Ecosia. Diese
grüne Suchmaschine arbeitet nicht nur CO2-neutral, ein Großteil der Einnahmen geht außerdem an ein Regenwald-Schutzprojekt des WWF. Wer den knapp acht Minuten langen Imagefilm nicht sehen möchte, der kann sich von dieser Zusammenfassung überzeugen lassen:
  • Zuverlässig – die Suchergebnisse liefern Yahoo und Bing
  • CO2-neutral – alle Server laufen mit Ökostrom
  • Aktiver Umweltschutz – mindestens 80 % der Einnahmen gehen an ein WWF-Projekt zur Rettung des Regenwaldes
  • Mehr Privatsphäre Suchanfragen werden nach 48 Stunden gelöscht
  • Praktisch ein Firefox Add-on zeigt die gerette Regenwaldfläche an
„Ecosia!“ Name und Logo erinnern an recyceltes Toilettenpapier (Video: Ecosia @ Youtube)

[update:] Wer Suchergebnisse von Google bevorzugt, für den ist Znout (zero negative output) die co2-neutrale Suchmaschine der Wahl. Hier fließt ein Teil der Einnahmen in Zertifikate für erneuerbare Energien.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Ein kleiner Vorfilm.

Morgen beginnt der UN-Klimagipfel in Kopenhagen und zur Einstimmung auf spannende und hoffentlich erfolgreiche Tage gibt’s heute einen Clip der Activistas por el clima von Greenpeace Spain, dessen Dramaturgie neben den drastischen Bildern vor allem von einem hervorragenden Sounddesign lebt:

Leider keine Science-Fiction (Video: Greenpeace Spain @ Youtube)

Freitag, 4. Dezember 2009

Vom vergebenen Willen, etwas zu bewegen.

Schon als kleiner Junge bewunderte ich die Menschen, die im Fernsehen für den Umweltschutz kämpften – gegen den Walfang, gegen die Versenkung der Brent Spar, gegen Kernkraft. Doch die Walfänger, die Öltanks, die Reaktoren, alle waren sie weit weg und ich nur ein Kind. Der Wunsch, selber einmal auf einem Kraftwerk zu stehen und ein Transparent zu entrollen, illusorisch. Jetzt bin ich dreißig und gestern haben zwei mir unbekannte Menschen einen Baum besetzt, und das quasi in meinem Vorgarten. Einen Baum stellvertretend für fast 400, die im Grünzug Altona fallen sollen, einfach weggeholzt für einen zehn Meter breiten Baugraben, der uns Bürgern mehrere Kilometer Park für fast vier Jahre entreißen wird.

Anders als bei einer Hausbesetzung hat der Grünzug Altona keinen Besitzer: Er gehört nicht Vattenfall und auch nicht der Bezirksverwaltung. Er gehört den Kindern, die darin toben, den Joggern, den Menschen, die dort Grillen und Federball spielen, den Rentnern, die auf den Bänken sitzen und zuschauen. Es sind unsere Bäume, die hier gefällt werden sollen und das Bezirksamt hätte verdammt noch mal gut daran getan, uns zu fragen, was wir von dieser unglückseligen Fernwärmetrasse halten. Stattdessen wurde Vattenfall die Baugenehmigung hinter unserem Rücken erteilt, auf einer wackeligen rechtlichen Grundlage, gegen die der BUND Hamburg Klage eingereicht hat.

Und was ist mit dem Mann, der als kleiner Junge gerne im Schlauchboot gegen Walfänger gekämpft hätte? Holt er seinen Schlafsack und klettert zu den Besetzern auf den Baum? Bastelt er ihnen Transparente, um sie von dort zu entrollen? Bringt er Glühwein, Brote, Decken, bekundet seine Bewunderung? Nein. Er schießt hastig ein paar Fotos und verschwindet zur Arbeit, zurück in die geregelte Anonymität seines Lebens.

Solidarisiert euch mit den Baumbesetzern! Besucht am Sonntag den Trassenspaziergang der Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“. Und lasst nicht zu, dass andere bestimmen, ob in unseren Parks in Zukunft noch Bäume stehen oder nur Bauwagen von Vattenfall!

In fünf Metern Höhe warten seit gestern zwei Baumbesetzer auf die Motorsägen


Dies ist nur einer von rund 400 Bäumen, die Vattenfall in Altona fällen wird

[update:] Friederike Gräff von der taz war weniger schüchtern als ich und führte ein Interview mit den Baumbesetzern.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Moorburgtrasse: erste Baumbesetzer im Gählerpark.

Banner im Gählerpark Altona, wo seit heute Abend zwei Baumbesetzer gegen die Rodung von rund 400 Bäume protestieren

Es ist soweit – offensichtlich stehen die ersten Baumfällungen für die Vattenfall-Fernwärmeleitung durch den Grünzug Altona kurz bevor! Soeben erreichte mich der SMS-Alarm der Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“: Anwohner haben einen Baum im Gählerpark besetzt, zwei von ihnen sollen jetzt darin wohnen. Die Initiative ruft dazu auf, sich mit den Baumbesetzern zu solidarisieren – bei den aktuellen Temparaturen dürfte uns das nicht allzu schwer fallen. Leider fahre ich morgen nach Berlin und komme erst spät am Samstag zurück. Aber morgen vor der Arbeit werde ich die beiden besuchen und hoffentlich weitere Informationen und ein Paar Bilder mitbringen.

Mehr zum Thema auf dem Suttnerblog (Auszug):
> Moorburgtrasse: BUND legt Beschwerde ein.
> Moorburgtrasse: Widerstand im Lunapark.
> Moorburgtrasse durch Altona: neue Fakten.

Kleiner Tipp:
Um den Suttnerblog gezielt zu durchsuchen, klickt einfach unten auf eines der Labels, z.B.
„Baumbesetzer“.

Der Schrebergarteneffekt.

Stellt euch vor, ihr könntet alle 114 Posts des Suttnerblogs in nur 4 Minuten lesen und statt moralinsauer und langweilig wäre das total unterhaltsam. So habe ich mich gefühlt, nachdem ich diesen genialen Film von Studenten der FH Augsburg gesehen hatte. Ihre tolle Animation über Tofu zierten meinen öden Blog ja schon vorgestern. Hier nun ihr Meisterwerk zum Thema… zum Thema… Irgendwie zu allem:

Vom Brathähnchen zum Weltklima (Video: Studenten der FH Augsburg; via kathas welt)

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Game over für Stromfresser.

Für mich als Kriegsdienst- und Fernsehverweigerer gibt es nach Feierabend wenig Schöneres, als bei einem kühlen Glas Bier gegen Zombies, Aliens oder auch fliegende Schildkröten zu kämpfen. Leider haben Videospiele nicht gerade den ökologischen Anspruch einer BRIO-Bahn. Und während LCD- und LED-Fernseher den Energiebedarf ihrer hungrigen Vorfahren deutlich unterbieten, erinnert die Stromgier sogenannter Next-Gen-Videospielkonsolen eher an die düsteren Tage von FCKW-Kühlschränken der Energieeffizienzklasse Doppel-D.

Doch was viel ärgerlicher ist: Während sich selbst das heißeste Pixelgefecht irgendwann gen Ende neigt, zocken Wii, Xbox 360 und PlayStation 3 munter weiter. Und zwar euren Strom, 365 Tage im Jahr, 24/7. Laut einer Studie des National Resources Defense Council (NRDC) verschwenden Videospielsysteme in den USA selbst im Standby-Betrieb Strom im Wert von einer Milliarde US-Dollar pro Jahr.

Noch teurer ist es, wenn das Gerät nicht vollständig abgeschaltet wird. Denn dann kostet beispielsweise eine PS3 bei drei Stunden täglicher Nutzung statt ca. 36,00 € pro Jahr fast das Achtfache, knapp 281,00 €. Die Studie des NRDC ist ein Jahre alt, Besserung nicht in Sicht. Zwar verbraucht die kürzlich erschienene PS3 Slim im Bereitschaftsmodus mit 85 Watt nur die Hälfte ihres Vorgängermodells. Doch das entspricht etwa dem Wert der neuesten Xbox und ist immer noch viel Strom für gar nichts.

Zum Glück gibt es für rund 12 Euro eine Steckdosenleiste, damit habt ihr nur einen An- und Ausschalter fürs ganze Heimkino und spart dabei gutes Geld und CO2-Emissionen.

> Bei eurogamer.net findet ihr die Verbrauchswerte der Next-Gen-Konsolen
(Tabelle unten)

Vampire Energy: Diese Geldverschwendung erwischt euch im Schlaf (Video: GOOD @ Youtube)

Dienstag, 1. Dezember 2009

Lieblingsposts im Oktober und November.

Warum einen neuen Beitrag schreiben, wenn der Keller voll ist mit tollen Texten? Unter diesem Motto recycele ich mal ab sofort an jedem Ersten des Monats ausgesuchte Suttnerblog-Beiträge besserer Tage:

Ein Aufruf zum Langduschen.
Warum ihr mit dem Wasser sparen nicht im Bad anfangen solltet

Interview mit NaturWatt.

Warum Ökostrom aus dem Norden alles andere als herb ist

Meine Vegetarische Woche.
Warum ein Fleischfresser sieben Tage abstinen
t lebte

Suttnerblog Prädikat: Sehenswert!“ (Video von Studenten der FH Augsburg)

Montag, 30. November 2009

Energie sparen in Zeiten wie diesen.

Mein Chef gehört zum Glück nicht zu den furchtbaren Menschen, die wegen der Finanzkrise jeden Satz mit „In Zeiten wie diesen“ beginnen. Trotzdem dreht er jeden Pfennig zweimal um. Fast jeden Pfennig.

Die Firma, in der ich arbeite, besitzt über 100 Computerarbeitsplätze. Wie wir jedes Jahr fast 2.000 Euro sparen könnten, ohne dafür Matze rauszuschmeißen, habe ich mir am Wochenende schöngerechnet:

Unsere rund 100 Computer und Bildschirme sind mindestens 68 % des Jahres ausgeschaltet, verbrauchen aber trotzdem Strom. Bei einem Nährwert von 8,4 Wh pro ausgeschalteter Einheit
[1] und einem Arbeitspreis von 22 Cent/kWh, ergeben sich daraus Kosten von 1.108,80 € pro Jahr.

1.108,80 € pro Jahr für 100 ausgeschaltete Computer mit Bildschirm.

Aber es kommt noch besser: Viele Mitarbeiter lassen nachts ihre Monitore an. Und während ein ausgeschalteter Monitor nur rund 1,4 Watt verbraucht
[1], sind es bei einem eingeschalteten locker 20 Watt.

Wenn nur jeder zweite Mitarbeiter seinen Monitor nie ausschaltet, erhöhen sich die jährlichen Kosten auf 1.874,40 €.


Eine Steckdosenleiste mit praktischem Trittschalter kostet rund 12 Euro. Für eine Investition von 1.200 Euro könnten wir erreichen, dass Computer und Monitore außerhalb der Bürozeiten keinen Strom verbrauchen. Das freut nicht nur die Buchhaltung:

Eine jährliche Ersparnis von 1.874,40 € vermeidet 5026,8 kg CO2
[2].

Und von dem gesparten Geld könnten wir jedes Jahr eine passable Party feiern oder es einfach spenden. Das wäre eine Überlegung wert.

PS Ich habe den Grundkurs Mathematik im Abitur mit lächerlichen 6 Punkten abgeschlossen und war noch stolz darauf. Außerdem weiß kein Mensch, wie viel Strom unsere Hardware tatsächlich verbraucht und zu welchen Konditionen wir unseren Strom beziehen. Aber dass sich Steckdosenleisten für eine Online-Agentur mit über 100 Mitarbeitern schnell bezahlt machen, dürfte deutlich geworden sein.


Quellen:
[1] 06/09 magnus.de [2] iwr.de

[update:] Eben empfahl mir ein Freund die EcoTopTen des Öko-Instituts e.V.. Alle dort vorgestellten Monitore haben im Schlafmodus einen ähnlich geringen Verbrauch wie ausgeschaltet. Vermutlich sind meine geschätzten 20 Watt pro Stunde bei „schlafenden“ Monitoren eher reißerisch und der tatsächliche Verbrauch liegt darunter. An meinem Beitrag ändert das nichts, außer dass ich euch jetzt auch die EcoTopTen ans Herz legen möchte.

Vattenfall: unehrlich und teuer.

Dass Vattenfall mal wieder den eigenen Kunden ins Gesicht lügt, hat mich bereits letzten Donnerstag erzürnt: Der Konzern schob seine Preiserhöhung zum Januar 2010 alleine auf die erneuerbaren Energien – obwohl sich dadurch die Preisdifferenz zwischen Vattenfall und Ökostrom massiv verringert.

Jetzt meldet sich auch der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, zu Wort. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung kritisiert er Praktiken wie die von Vattenfall als „unredlich“ und „nur die halbe Wahrheit“.

Ob ihr es für die Umwelt tut, fürs Portemonnaie oder weil ihr euch ungern anlügen lasst: Den Stromanbieter zu wechseln dauert wenige Minuten. Und jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür.

> Der Suttnerblog hilft: Ökostrom: eine Preisübersicht (Stand: Dezember 2013)

Freitag, 27. November 2009

Flugunglück mit Toten.

Selbst ohne Unfälle fordern Flugzeuge zu viele Opfer – das ist das Motto der Umweltorganisation plane stupid. Und tatsächlich belastet der Flugverkehr unser Klima massiv und schmilzt damit arktisches Eis, die Lebensgrundlage des Eisbären.

Auch ich habe dem weißen Riesen mit meinem diesjährigen Urlaub nicht konkret weitergeholfen: Mehr als die Hälfte meiner CO2-Emissionen 2009 stammen von einer Flugreise nach Bangkok. Aber die militante Haltung von plane stupid geht mir trotzdem zu weit. Schon das Logo deutet an, dass man Flugzeuge am liebsten in bester King Kong Manier vom Himmel pflücken möchte. Damit kann ich nichts anfangen. Mit diesem irren Werbefilm schon:

Blutiger, blutiger Klimaschutz (Video: plane stupid; via: Do The Green Thing)

Noch mehr Eisbären auf dem Suttnerblog:
> Das Eis wird heiß
> Ich möchte kein Eisbär sein

Donnerstag, 26. November 2009

Milliardenklage gegen die BRD – Zugeständnisse an Vattenfall?

Wir erinnern uns: Der Vattenfall-Konzern hat die Bundesrepublik Deutschland – also uns alle – auf 1,4 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt, weil ihm die Umweltauflagen für das im Bau befindliche Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg zu teuer sind.

Mitverantwortlich ist der Hamburger Bürgermeister Kohle von Beust, der den Verkauf des städtischen Stromnetzes an die Schweden gebilligt hat. Heute musste er sich im Gegenzug gemeinsam mit Umweltsenatorin Anja Hajduk beim zukünftigen Ex-Chef von Vattenfall einen braunen Hals holen. Ob die beiden die Milliardenklage abwenden konnten – und wenn ja um welchen Preis – bleibt abzuwarten.

Zum Glück ist der BUND fähiger als unser armseliger Senat und klagt gegen das Kohlekraftwerk – und seit gestern auch gegen die dazugehörige Fernwärmetrasse, wegen der ich diesen Blog überhaupt erst gestartet habe. Wenn der BUND vor Gericht auch für eure Interessen kämpft: Jede Spende hilft!

> Die Mopo spekuliert über den Besuch von Ole von Beust in Stockholm
> Der BUND Hamburg erklärt seine Klage gegen die Fernwärmetrasse

[update:] Heute hat die Mopo zwei interessante Beiträge zum Thema:
> Der BUND klagt gegen die Moorburg-Trasse
> Die Öko-Abrechnung

Überzogene Preiserhöhung bei Vattenfall.

Verlogene Preiskommunikation trifft schmutzigen Atom- und Kohlestrom

Bestimmt bezieht der eine oder andere von euch seinen Strom bei Vattenfall. Und vielleicht hat der eine oder andere von euch sogar den Brief vom 17.11.2009 gelesen, in dem Vattenfall die Schuld für die Preiserhöhung zum Januar 2010 auf die geänderte EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien schiebt. Das ist nur die halbe Wahrheit.

Denn die PR-Abteilung hat euch verschwiegen, dass sich der Vattenfall-Konzern die Taschen voller stopft, als er müsste. Oder wie kommt es, dass die monatliche Preisdifferenz zwischen einem günstigen Ökostromanbieter und dem Basistarif von Vattenfall 2010 nur noch knapp 1,30 € betragen wird, während es zurzeit noch über 4,00 € sind (bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh)?

Mögliche monatliche Preisdifferenz zwischen Vattenfall Basis und Ökostrom 2009: ca. 4,40 €*

Mögliche monatliche Preisdifferenz zwischen Vattenfall Basis und Ökostrom 2010: ca. 1,30 €*

*Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh (Richtwert für 2 Personen)

Lasst euch diese verlogene Abzocke nicht mehr bieten und wechselt jetzt zu Ökostrom. Eine Orientierungshilfe findet ihr bei meinem Preisvergleich zwischen Vattenfall und den vier unabhängigen Ökostromanbietern oder auf atomausstieg-selber-machen.de.

Alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr.

Mittwoch, 25. November 2009

Impressum.

Hurra: Aus Gründen bastele ich mir ein Impressum!

Inhaltlich Verantwortlicher:
Benjamin Bruno
Suttnerstraße 14
22765 Hamburg
Ihr erreicht mich unter: Benjamin_Bruno [at] Yahoo.de

Der Suttnerblog ist mein persönliches Forum. Wenn ich hier positiv über bestimmte Ökostromanbieter und Umweltschutzorganisationen schreibe, liegt das an meinen ökologischen Idealen und hat keine kommerziellen oder beruflichen Ursachen. Alle Informationen hier stammen aus einem Gehirn löchriger als SpongeBob und sind ohne Gewähr. Alle Meinungen hier sind privater Natur.

Texte und Bilder auf dem Suttnerblog entkreuchten, soweit ich keine Quellen angebe oder Hyperlinks setze, meiner eigenen zittrigen Feder. Wenn ihr sie zu privaten Zwecken verwendet, freue ich mich über eine Nennung als Autor oder einen Link auf den Suttnerblog. Wenn ihr sie kommerziell nutzen wollt, seid ihr wahnsinnig.

Sollten eingebettete Inhalte, Linkziele oder Kommentare trotz sorgfältiger Kontrolle Rechtsverstöße enthalten, verklagt bitte die jeweiligen Urheber. Ich lösche dergestalt Anstößiges nach Bekanntwerden schneller, als Zensursula „Stopp“ sagen kann.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!

Auf wessen Kosten vermehrt sich euer Geld?

Während ich hier über die unendliche Gier der großen Konzerne fluche, fallen jede Stunde 190 Fußballfelder Regenwald. Aber erst gestern kam mir in den Sinn, dass mein Geld diese Umweltzerstörung womöglich mitfinanziert.

Oder habt ihr eine Ahnung, wem eure Bank euer Geld leiht? Ich jedenfalls nicht. Wie wir alle hoffe ich, dass mein Erspartes nicht bei Spekulationen draufgeht. Aber selbst, wenn es mehr wird – auf wessen Kosten geschieht das?

Banken habe ich noch nie gemocht. Wenn ich einen Garten hätte, läge mein Geld da vergraben. Und so brauchte es nicht mehr als diesen rührseligen Werbefilm der neugegründeten Noa Bank, damit ich meine Konten kündige und wechsele:


Endlich eine transparente Bank? (Video: Noa Bank @ Youtube)

[update:] Wem zum Beispiel die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) vom Geld argloser Bankkunden Kredite gibt, könnt ihr heute bei Greenpeace bestaunen.

[update:] Leider nimmt es die Noa Bank mit der Transparenz, mit der sie wirbt, nicht so genau. Mein Erspartes liegt nun bei einer ethischen Bank.

Steckbriefe ethisch-ökologischer Banken findet ihr bei oecommunity.

[update:] > Zum Niedergang der Noa Bank (Suttnerblog)

Samstag, 21. November 2009

Die Fluorkohlenwasserstoff-Socke.

Bitte erklären Sie in einem zwei- bis dreiminütigen Film den schädlichen Einfluss von Fluorkohlenwasserstoffen auf unser Klima. Zuschauer sollen den Spot bis zum Ende ansehen und danach noch an einer Unterschriftenaktion teilnehmen.

Keine leichte Aufgabe, zumal die Messlatte bei Greenpeace-Werbung wirklich hoch hängt. Und obwohl das Ergebnis vor allem die weibliche Zielgruppe ansprechen dürfte, war es doch unterhaltsam genug, um auch mich bis zur Unterschrift zu locken. Viel Spaß!

Die nackte Wahrheit über ein haariges Thema (Video: greenpeace.org)

Freitag, 20. November 2009

Greenwashing mal anders.

Energiekonzerne wie Vattenfall verursachen Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Das möchte ich ändern – mit nichts als ein paar Kilo Schmutzwäsche pro Woche: Ab sofort wasche ich den Großteil meiner Klamotten bei 30 Grad. Und wenn ganz Europa das auch täte, entspräche die jährliche CO2-Ersparnis den Emissionen von 3 Millionen Autos oder zwei Kohlekraftwerken der Größe von Moorburg!

So wird die Wäsche doppelt sauber (Video: IDO30.org; via sebastianbackhaus)

Donnerstag, 19. November 2009

Der langsame Tod der Kohlekraft.

Der feuchte Traum der Kohlelobby heißt CCS (Grafik: Satirische Kampagnen-Interpretation)

8,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr wird das Kohlekraftwerk in Hamburg Moorburg ab 2012 emittieren. Aber keine Angst! Die Forschungsabteilung von Vattenfall arbeitet mit Hochdruck an einer Technologie, dank der diese Emissionen schon 2020 nicht mehr in unsere Atmosphäre gelangen sollen: Carbon Capture and Storage Technologie (CCS). Ein mieser Name für eine noch miesere Vision:

CCS ist eine Technologie, um CO2 in Fässer zu stopfen, zu vergraben und im Meer zu versenken, genau wie es derzeit mit Atommüll geschieht.

Wenn CCS 2020 einsatzbereit ist, wird alleine das Kohlekraftwerk Moorburg bereits 64 Millionen Tonnen CO2 emittiert haben. Da stellt sich die Frage, warum überhaupt versucht wird, eine ineffiziente und klimaschädliche Form der Energiegewinnung künstlich am Leben zu erhalten.

Der Zukunftsforscher Ray Kurzweil äußerte in einem Interview mit dem GOOD Magazine Folgendes:
Solar power is, in fact, doubling every two years and has been for 20 years, and we are only eight doublings away from it meeting 100 percent of the world’s energy needs. And we have 10,000 times more sunlight than we need to do this. (Quelle: GOOD; via nerdcore.de)
Würde die Kohlelobby die Weiterentwicklung der Solarenergie ähnlich ambitioniert vorantreiben, wie derzeit ihr verlogenes Greenwashing, wären Geld und Kraft sinnvoller eingesetzt. Ich sage: Eure Technik ist tot!

Früher beim Suttnerblog:
> Die Kohle-Lobby hat zuviel Kohle.

Ist Kohleenergie bald Geschichte? (Video: GreenpeaceMagazin @ Youtube)

Ausgezeichnete Arbeit von Ogilvy NY (Video: GreenpeaceMagazin @ Youtube)

Mittwoch, 18. November 2009

Ein Aufruf zum Langduschen.

Zum Glück verfügt mein neues Badezimmer über kein Soundsystem, ausufernde Tanz- und Gesangsorgien unter der Dusche gehören der Vergangenheit an. Das freut die Nachbarn und – so möchte man meinen – auch die Umwelt.

Leider: Ob ich im Haushalt täglich 120 Liter Wasser verbrauche oder 220 macht keinen Unterschied. Denn mit Wasser ist Deutschland reichlich gesegnet. Und wenn ich es nicht in rauen Mengen durch die Leitung jage, müssen das die Stadtwerke übernehmen, denn unser Wassersparen verlangsamt den Durchfluss in den Leitungen und es bilden sich zum Beispiel Bakterien.

Viel sinnvoller ist es, Wasser in Ländern zu sparen, wo es Mangelware ist. Aber wie können wir als Deutsche Wasser im Ausland sparen? Eine sehr gute Möglichkeit besteht darin, weniger importierte Lebensmittel zu kaufen. Ein leckeres Steak aus Brasilien sorgt zum Beispiel dafür, dass in einem der wasserärmsten Länder der Erde kostbares Trinkwasser für die Rinderzucht genutzt wird, während die arme Landbevölkerung Durst leidet.

Wenn ihr euch heute Abend entscheidet, kein Kilo Rindfleisch zu essen, habt ihr im Erzeugerland 15.000 Liter Wasser gespart, man spricht dabei von „virtuellem Wasser“. Jeder von uns verbraucht pro Tag zwischen 2.500 und 4.000 Liter virtuelles Wasser.

Also: heute Abend ein leckeres Putenfilet in die Pfanne hauen und morgen eine halbe Stunde früher aufstehen und extra lange duschen. Umweltschutz kann so schön sein!

Viele der Informationen in diesem Artikel habe ich übrigens aus einem hervorragenden Dossier von Nikolaus Geiler bei der Bundeszentrale für politische Bildung.


Bier statt Wein: So einfach spart ihr „virtuelles Wasser“ (Video: GOOD @ Youtube)

Dienstag, 17. November 2009

Neue Preise bei Greenpeace Energy und EWS.

Greenpeace Energy und die EWS haben eine Preiserhöhung für Januar 2010 angekündigt. Hauptursache ist die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebene Förderung von Ökostrom durch die sogenannte EEG-Umlage, die zum 01.01.2010 von ca. 1,2 ct/kWh auf 2,047 ct/kWh steigt.

Diese 2,047 Cent zahlen Energieversorger pro Kilowattstunde EEG-Strom an EnBW,
EON, RWE und Vattenfall, denen das deutsche Stromnetz gehört. Die Kosten geben sie an ihre Kunden weiter.

Wer sich jetzt ärgert, dass sein Ökostrom teurer wird, sollte den geringen Anteil der Förderung erneuerbarer Energien am steigenden Strompreis bedenken:

Anstieg der Förderung erneuerbarer Energien seit 2000: 0,8 Cent.

Anstieg des durchschnittlichen Haushaltsstrompreise seit 2000: 9,3 Cent.

Übrigens wird auch schmutziger Atom- und Kohlestrom teurer: Als erster der vier großen Stromstümper erhöht EnBW die Preise zum 01.01.2010 um 7,5 %.

Meine Ökostrom-Preisübersicht habe ich entsprechend aktualisiert:

> Ökostrom in der Preisübersicht.
> So wählt Ihr Ökostrom.

Die Förderung erneuerbarer Energien betrug 2009 nur 5 % des Strompreises (Grafik: unendlich-viel-energie.de)

[update:] Wie Vattenfall & Co ihre Kunden abzocken und die Schuld bei den erneuerbaren Energien suchen, ist heute zweimal Thema bei SpOnline:
> Stromkonzerne kündigen saftige Preiserhöhung an
> Welche Stromkonzerne am kräftigsten zulangen

Montag, 16. November 2009

Doppelter Glückwunsch an mich selber!

Heute feiere ich gleich doppelt: den hundertsten Beitrag auf dem Suttnerblog und meinen dreißigsten Geburtstag. Und obwohl ich zur Feier des Tages Burger braten werde, bis die Ozonschicht wackelt, erwarten euch hier auch in Zukunft moralinsaure Tipps für euren ökologischen Lebenswandel.

Was Ökostrom betrifft, predige ich leider vor Gläubigen: Grüner Strom ist hipper als ein violetter Kleiderschrank und fast alle meine Werber-Freunde haben schon welchen. Wie meine Kollegen zu sonstigen Umweltthemen stehen, wird vielleicht beim Anblick meiner Geburtstagskarte deutlich.

PS Wenn ich noch einmal „Willkommen im Club“ höre, zünde ich was an.

Anmerkung des Kartenempfängers: So sehe ich nur teilweise aus

Sonntag, 15. November 2009

Bring your own bag.

Andere Menschen sammeln persische Parawane oder Glaskatzen, ich sammele Plastiktüten – obwohl ich zum Einkaufen meistens einen Rucksack mitnehme, stapeln sich in meiner Küche bereits mehrere tausend Exemplare.

Niemand mag Plastiktüten, vielen gelten sie als Symbol für Umweltverschmutzung. Papiertüten hingegen liebt jeder, weswegen Läden, die ein Öko-Image pflegen, all ihren Kunden eine in die Hand drücken.

Leider völlig zu Unrecht: Die Ökobilanz eine Papiertüte ist wesentlich schlechter als die einer Plastiktüte. Warum das so ist, erklärt dieser grandiose Film vom GOOD Magazine:


Papiertüten und Plastiktüten können beide nichts (Video: GOOD @ Youtube)

Freitag, 13. November 2009

Der beste Naturfilm des Jahres.

Viele Szenen in diesem Film sind schwer zu ertragen (Bild: greenthefilm.com)

Als Werber gebe ich meine Ideale morgens am Empfang ab. Wenn Menschen aus Idealismus Großartiges erschaffen, berührt mich das. Ohne jegliches Budget hat Filmemacher Patrick Rouxel die letzten Tage der Orang Utan Dame „Green“ dokumentiert – und so bei fast einem Dutzend Festivals millionenschwere Produktionen von BBC, Discovery Channel und National Geographic überflügelt.


Meine Empfehlung fürs Wochenende: Ladet „Green“ kostenlos herunter. Schaut ihn mit Freunden zusammen auf einem großen Fernseher. Diskutiert darüber. Und wenn ihr Patrick Rouxel bei seiner Arbeit unterstützen wollt, kauft „Green“ auf DVD.

> zur Internetseite von „Green“ mit Trailer und kostenlosem Film-Download

(Gefunden bei Green Energy Republic)